Hoffnungs-Träger Smart

- Seine Weltpremiere feierte der neue Smart Fortwo sinnigerweise auf dem Dach eines Stuttgarter Parkhauses. Quasi als Botschaft für parkraumsuchende Bewohner in Innenstädten. Dabei ist der Zweisitzer mit 2,70 m Länge um knapp 20 Zentimeter gegenüber dem seit 1998 rund 750 000 mal verkauften Vorgängermodell gewachsen und auch sonst erwachsener geworden.

Für DaimlerChrysler ist das neue Auto, das in Europa im Frühjahr 2007 zu den Kunden kommt, nach riesigen Verlusten vor allem ein Hoffnungsträger. Denn während der Mini als Einsteiger in die BMW-Group satte Gewinne einfährt, hatte Smart bei Mercedes ja nie die Erwartungen erfüllt und Verluste in Milliardenhöhe angehäuft. Damit soll jetzt Schluss sein, betont Smart-Chef Ulrich Walker -ab 2007 und darüber hinaus soll die Marke profitabel sein.

Ins gleiche Horn stößt auch DaimlerChrysler-Chef Dieter Zetsche, der den Stadtflitzer schon bei schneller Fahrt über Alpenpässe getestet hat. Der Smart Fortwo soll ab Anfang 2008 auch den amerikanischen Markt aufmischen. Der bekannte US-Unternehmer Roger Penske wird dabei den Vertrieb in den USA aufbauen. Experten halten einen Absatz von etwa 100 000 Autos in Europa und mehr als 25 000 in den USA pro Jahr für möglich.

Ein Grund, warum man sich in Stuttgart sicher ist, beim Smart die Gewinnschwelle endlich zu erreichen, sind die deutlich geringeren Kosten. Man arbeite nun mit einer um fast 50 Prozent geringeren Kostenbasis als früher, heißt es dazu. Denn allein die Fertigungskosten des neuen Smart seien um 25 Prozent niedriger als beim Vorgänger. Nun würden auch Gleichteile genutzt, wertmäßig betrügen die Synergien mit Teilen anderer Modelle 40 Prozent. Smart-typische Schwächen wie die ruckartige Automatik und die komplizierte Anlass-Prozedur will man jetzt behoben haben.

Hinzu kommt ein veränderter Innenraum und zudem soll sich das Wägelchen nun wesentlich komfortabler fahren lassen als sein Vorgänger. Weiter fasst der Kofferraum jetzt 70 Liter mehr. Mit stärkeren Motoren liegt die Spitze nun um 10 km/h höher bei 145 Sachen, dafür sollen die Preise in etwa unverändert bleiben (Startpreis unter 10 000 Euro). Ende 2007 bringt Smart noch einen Startergenerator, der den Motor an dem Ampel abschaltet und in der Stadt 13 Prozent Benzin sparen soll.

Smart hatte als Marke trotz des Erfolges des Zweisitzer bislang nicht die Erwartungen erfüllt und Verluste eingefahren, die bei über drei Milliarden Euro liegen sollen. 2005 und 2006 gab es zwei große milliardenschwere Sanierungspläne, die über 1000 Stellen bei Smart kosteten. Zuletzt hatte Konzernchef Zetsche im März 2006 überdies die Produktion des zu teuren viersitzigen Smart eingestellt.

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