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Hybrid oder Elektroauto? Eine Entscheidungshilfe.

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Elektromotor: Antrieb der Zukunft?
Elektromotor: Antrieb der Zukunft? © mikesphotos (CC0 Creative Commons) / pixabay.com

Die Kfz-Hersteller übertrumpfen sich aktuell gegenseitig mit neuen Modellen, die als Hybrid oder Elektroauto für saubere Mobilität sorgen sollen.

Doch nicht immer sind Hybrid- oder Elektrofahrzeuge die richtige Wahl, das hängt unter anderem von der monatlichen Fahrleistung und dem individuellem Fahrverhalten ab. Dieser Beitrag liefert Fakten zum Thema und soll als Entscheidungshilfe dienen, welcher Antrieb der richtige ist.

Autokauf: Zuerst das Budget klären 

Wer sich für ein Fahrzeug mit umweltfreundlichem Antrieb interessiert und mit aktueller Technik liebäugelt, der sollte sich grundsätzlich über die eigenen finanziellen Möglichkeiten im Klaren sein. Wie viel Auto kann ich mir leisten? Diese Frage im Vorfeld zu beantworten ist hilfreich dabei, sich in der Vorbereitungsphase tatsächlich auf die Modelle zu konzentrieren, die ins persönliche Budget passen. Wer passende Tipps beherzigt, der wird bei der Suche nach dem richtigen Fahrzeug gezielt vorgehen können und rasch fündig werden. 

Vor- und Nachteile von Elektrofahrzeugen und Hybridautos 

Im Vergleich zu konventionell betriebenen Diesel- und Benzinfahrzeugen bringen die neuen Antriebsarten eine Reihe von Vorteilen mit. Doch auch Nachteile lassen sich feststellen, die bei der Kaufentscheidung zu berücksichtigen sind. 

Vorteile

Nachteile

Kosten im Blick behalten

Ein E-Auto braucht keinen Sprit und ein Hybrid verbraucht deutlich weniger als ein normaler Benziner: Wer denkt, dass es deshalb grundsätzlich günstiger ist, ein Auto mit einem alternativen Antrieb zu kaufen, der irrt. Denn nicht nur die laufenden Kosten für den Betrieb des Fahrzeugs sind wichtig, sondern auch die Anschaffungs- und Wartungskosten, die Reparaturkosten und der Wertverlust schlagen sich nieder. Nur, wenn alle relevanten Kostenpositionen berücksichtigt werden ergibt sich daraus ein realistisches Bild. Dieses lässt erkennen, wie teuer ein Auto wirklich ist.

Der Allgemeine Deutsche Automobil-Club e. V. (ADAC) hat vor diesem Hintergrund im Oktober 2019 ein Infoblatt erarbeitet, in dem zwischen E-Fahrzeugen, Plug-In-Hybriden und Benzinern/Dieselfahrzeugen Kostenvergleiche gezogen werden. Unter Berücksichtigung sämtlicher Kosten, die mit der Anschaffung und dem Betrieb eines Autos über einen Zeitraum von 5 Jahren anfallen, zeigt die Liste, wie viel Cent pro Kilometer bei jährlichen Fahrleistungen von 10.000, 15.000, 20.000 und 30.000 Kilometer in Abhängigkeit von der Antriebsart zu Buche schlagen. Wenn die Kosten ein wichtiges Kriterium bei der Entscheidung für ein Fahrzeugmodell sind, ist diese Übersicht sehr nützlich.

Elektroautos: Das müssen Verbraucher vor dem Kauf wissen

Wer mit dem Elektroauto fährt und dieses mit Ökostrom lädt, wählt die umweltfreundlichste Methode der Fortbewegung - zumindest dann, wenn die CO2-Belastung bei der Herstellung eines Elektrofahrzeugs außer Betracht bleibt. Fakt ist, dass Elektroautos keine Emissionen absondern, sondern komplett schadstofffrei über die Straßen rollen. Leider sind aktuell nur ungefähr 7.000 Ladestationen öffentlich zugänglich. Aufladen dauert bis zu 2 Stunden. Das ist im Alltag nicht unproblematisch, denn die wenigen Ladestationen sind gerade in Ballungsgebieten oft belegt. Über das normale Haushalts-Stromnetz zu laden ist zwar möglich, kann aber durchaus bis zu 18 Stunden dauern. Diese Art der Ladung kann nur eine Notfalllösung sein.

Falls möglich sollten Elektrofahrzeuge zuhause geladen werden. Dazu ist ein spezielle Ladestation zu installieren. Welche die richtige ist hängt unter anderem vom Fahrzeugmodell ab. Im Beitrag "Elektroauto laden: Alles was Sie wissen müssen" sind die wesentlichen Aspekte dazu zusammengefasst.

Die Reichweite von reinen Elektrofahrzeugen ist stark begrenzt und das ist auch der aktuell größte Nachteil. Manche Modelle schaffen weniger als 100 Kilometer mit einer Ladung - für Pendler ist das oft zu wenig. Allerdings kann ein kleines E-Fahrzeug für Stadtfahrten optimal sein. Wenn der eigenen Mobilitätsradius eher gering ist, ein Zweitwagen für Stadtfahren gesucht wird und das Fahrzeug täglich zurück an eine Ladestation kann, ist die Anschaffung eine Überlegung wert. Unter diesen Umständen ist der Betrieb eines E-Autos derzeit am umweltfreundlichsten.

Hybridfahrzeuge: Ruhiges Fahren bei geringem Verbrauch

Die Technik im Hybridauto ist so konzipiert, dass ein Elektromotor bei niedrigen Drehzahlen den Antrieb übernimmt und der Verbrennungsmotor anspringt, sobald die Drehzahl steigt. Das bedeutet, dass beim Stopp-and-go in der Stadt der Elektroantrieb arbeitet und der Verbrennungsmotor ruht. Auch bei höherer Geschwindigkeit und günstigem Geländeverlauf übernimmt der Elektroantrieb. Wer beispielsweise auf einer leicht abschüssigen Fahrbahn mit 70 km/h unterwegs ist kann damit rechnen, dass der Verbrennungsmotor seinen Betrieb einstellt und der Elektromotor übernimmt. Rund 25 Prozent weniger Kraftstoff verbrauchen Hybridautos unterm Strich in der Stadt im Vergleich zu konventionell betriebenen Fahrzeugen. Mit einem angepassten Fahrverhalten - defensiv fahren, dosiert Gas geben - lassen sich auch bei langen Fahrten mit hoher Geschwindigkeit niedrige Verbrauchswerte erreichen. Wer aber den Motor hochjagt bezahlt damit sofort mit hohen Literzahlen pro 100 Kilometer.

Ein großer Vorteil von Hybridfahrzeugen ist, dass die Batterie nicht gesondert aufgeladen werden muss wie bei einem reinen Elektrofahrzeug. Bei der Fahrt wird ein Dynamo aktiv, der die Batterie auflädt. Zudem wird überschüssige Energie aus dem Verbrennungsmotor in den E-Antrieb verschoben (Rekuperation). Die Reichweite ist deshalb höher als bei so manchem Benziner oder Dieselfahrzeug.

Plug-In-Hybriden müssen wie reine Elektrofahrzeuge ebenfalls an einer Ladestation geladen werden. Sie arbeiten anders als Hybridfahrzeuge ohne Plug-In-System. Hier unterstütz der E-Motor lediglich den Verbrennungsmotor. Ausschließlich mit dem E-Motor kann ein Plug-In-Hybrid nämlich nicht fahren, weil die Akkuleistung zu gering ist und der erzeugte Drehmoment nicht ausreicht. Die durchschnittlichen Verbrauchswerte pro Kilometer im Vergleich zu Diesel- und Benzinfahrzeugen können sich dennoch sehen lassen.

Elektrofahrzeuge für Kurzstrecken, Hybride für Stadt- und Überlandfahrten

Die aktuelle Technik ist leider noch ein Stück weit entfernt davon, ein bezahlbares und komplett emissionsfrei fahrendes Elektro-Auto mit hoher Reichweite anzubieten. Da die Ladeinfrastruktur ausbaufähig ist, kommen reine Elektroautos nur für kurze Fahrten in Betracht. Hybridfahrzeuge haben im Augenblick die Nase vorn, was die Alltagstauglichkeit angeht, denn sie sind auch für lange Fahrten geeignet. Für Raser und Fahrer, die gerne mal das Gaspedal durchtreten ist ein Hybrid allerdings nicht geeignet, weil das Fahrverhalten den positiven Spritspar-Effekt zunichtemacht.

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