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Gutes Team: Autor Andreas Thieme testete den neuen kleinen Hyundai i10.

Hyundai i10

Große Erwartungen

Nichts Geringeres als Klassenbester soll er werden: Vom neuen i10 erwartet Hyundai eine Menge und hat viel investiert. Große Erwartungen in einen Kleinstwagen mit Minipreis. Wir haben ihn auf Sardinien getestet.

Zumindest mit der Länge von 3,67 Meter ist der neue i10 jetzt schon der Größte unter den Kleinen. Zwei Versionen des Fünftürers mit Ottomotor sind ab November beim Händler erhältlich. Da ist zum einen der Ein-Liter-Benziner: Den Dreizylinder gibt es in der Basisversion bereits ab 9950 Euro – dieser Preis ist heiß und lässt die Konkurrenz schwitzen. Inklusive sind serienmäßig das Reifendruckkontrollsystem, sechs Airbags, Bordcomputer sowie die Fünf-Jahres-Fahrzeug-Garantie ohne Kilometerbegrenzung. Zwei Drittel des Verkaufs will Hyundai über diesen Typ bestreiten.

Passable Optik: Der neue i10 ist knackig, praktisch, rund – ein ideales Stadtauto.

Gedacht ist der i10 für unter anderem für Fahranfänger, junge Leute und so genannte „empty nester“, also Frauen, deren Kinder schon aus dem Haus sind. Pflege- und Lieferdienste könnten ebenso profitieren. Diese Rechnung macht Sinn: Denn der i10 ist nicht nur günstig, sondern fährt sich sehr einfach, bietet eine Grundausstattung an Komfort und Sicherheit und schaut auch passabel aus.

Einen üppigen Motor kann man natürlich nicht erwarten. Nicht mal 100 Newtonmeter Drehmoment, aber 68 PS bietet der Dreizylinder. Für Einkäufe oder kurze Fahrten durch Ortschaften ist das in Ordnung. Auf Dauer macht der i10 in der 1,2 Liter Variante (120 Nm, 87 PS) aber mehr Spaß: Am Berg bringt der Vierzylinder ordentlichen Schub, während die abgespeckte Version etwas strauchelt. Gemeinsam haben beide: Schaltung und Lenkung sind sehr weich, das Fahrgefühl ist leicht, die Dämmung sehr gut – auch auf holprigen Straßen röhrt der i10 nicht.

Das Cockpit wird durch Farbe aufgewertet.

Was positiv auffällt: Das Cockpit ist geräumig und bietet einen sehr guten Überblick, die ergonomischen Sitze taugen auch für längere Fahrten. Familien haben in dem Fünftürer problemlos Platz, hinten sitzen auch Erwachsene akzeptabel. Problematisch wird es beim Gepäck: Der Kofferraum wurde erweitert, fasst aber nur 252 Liter – mehr als zwei große Koffer passen nicht hinein. Durch Umlegen der Rückenlehnen lassen sich allerdings rund 1046 Liter Stauraum erreichen. In Sachen Technik bietet der neue i10 Tempomat, Radiofernbedienung und Bluetooth-Verbindung.

Klarer Pluspunkt des neuen i10 ist das lebhafte Interieur. Im Cockpit regiert zwar Plastik, die zweifarbige Akzentuierung wertet es aber optisch auf. In Orange sieht das Armaturenbrett peppig aus, in Blau eher unruhig. Angenehm beim Fahren ist das große, beheizbare Lederlenkrad mit hübschen Ziernähten auf der Innenseite (optional) – 13 daran angebrachte, verschiedene Knöpfe sind dagegen übertrieben. Insgesamt gilt: Was günstig ist, fühlt sich nicht billig an – sondern praktisch und gut.

Der Platz auf der Rückbank ist für Erwachsene durchaus annehmbar.

Laut Hersteller läuft der i10 in der 1,2 Liter-Version in der Spitze bis zu 175 km/h. Das war auf Sardinien leider schwierig zu überprüfen – eine Autobahn gibt es auf der Insel nicht. Dafür viele Dörfer und Berge: Für diese Herausforderungen ist der neue i10 jedenfalls geschaffen. Im Test mit dem 1,2er Modell lag der Verbrauch des flotten Stadtflitzers bei 7,3 Litern pro 100 Kilometer. Fazit: Ein günstiges, zuverlässiges Auto – keines mit viel Kraft oder spielerischen Details. Eher ein solider Begleiter und alltägliches Nutzfahrzeug.

Andreas Thieme

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