Immer mehr tödliche Motorradunfälle - gefährlicher Schwarzwald

München - Der ADAC schlägt Alarm: Die Zahl der tödlich verunglückten Motorradfahrer in Deutschland hat sich in den ersten vier Monaten 2007 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mehr als verdoppelt. 2006 kamen von Januar bis Ende April 110 Biker ums Leben, in den ersten vier Monaten dieses Jahres waren es bereits 236, teilte der Autoclub mit.

Gut zwei Drittel aller tödlichen Motorradunfälle ereignen sich demnach auf Landstraßen. Bei den Opfern handele es sich vorwiegend um Männer im Alter zwischen 25 und 55 Jahren.

Die hohe Unfallzahl in diesem Jahr hänge auch mit dem schönen Wetter in den ersten vier Monaten dieses Jahres zusammen, erläuterte ADAC-Expertin Regina Ammel. Da hätten die Biker angesichts der trockenen Straßen viel früher ihre heißen Öfen aus den Garagen geholt. Nach Ansicht des Autoclubs könnten viele tödliche Unfälle vermieden werden, wenn an kritischen Stellen an den Leitplanken nachträglich ein sogenannter Unterfahrschutz angebracht würde. Wenn Motorradfahrer stürzten und unter die Leitplanken rutschten, blieben sie dort oft hängen - in vielen Fällen würden ihnen dabei der Kopf oder andere Gliedmaßen abgerissen, sagte Ammel.

Der ADAC hat die örtliche Verteilung der "Motorradunfälle mit Personenschaden" im Jahr 2005 - neuere Zahlen liegen nach Angaben der ADAC-Expertin nicht vor - genauer unter die Lupe genommen. Danach ist der Schwarzwald für die Biker besonders gefährlich: Im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald (Baden-Württemberg) kam es 2005 zu 120 Motorradunfällen mit Verletzten oder Toten, auf Platz 2 folgten der Hochsauerlandkreis (Nordrhein-Westfalen) und der Ortenaukreis (Baden-Württemberg) mit jeweils 111 entsprechenden Unfällen. Dann folgten der Kreis Ahrweiler (Rheinland-Pfalz) mit 109, der Rhein-Sieg-Kreis (Nordrhein-Westfalen) mit 104, der Oberbergische Kreis (NRW) mit 103, der Kreis Osnabrück (Niedersachsen) mit 102 sowie die Kreise Heilbronn und Ravensburg (beide Baden-Württemberg) mit 101 beziehungsweise 100 Unfällen.

Der Grund für die überdurchschnittlich hohen Unfallzahlen in diesen Kreisen liegt nach ADAC-Angaben darin, dass sie alle über landschaftlich reizvolle, aber zugleich sehr kurvenreiche Strecken verfügen. Deshalb seien dort mehr Motorräder unterwegs. "Im Osten und im Norden Deutschlands passierten 2005 deutlich weniger Unfälle als in anderen Regionen, weil dort deutlich weniger Motorräder zugelassen sind", hieß es weiter in der Mitteilung des Autoclubs.

(dpa/lby)

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