+
Immer mehr Autofahrer steigen auf ein Automatikgetriebe um. Inzwischen lässt sich hiermit der Verbrauch meist effizient regulieren. Foto: Karl-Josef Hildenbrand

Automatikgetriebe im Trend

Immer weniger Autofahrer schalten selbst

Schwerfällig, durstig? Diese Vorbehalte gegen Automatikautos lassen Fachleute nur noch eingeschränkt gelten. Das scheinen auch Autokäufer zu bemerken.

Berlin (dpa) - Deutsche Autofahrer sind immer häufiger mit Automatikgetriebe unterwegs. Nach Herstellerdaten der Deutschen Automobil Treuhand lief im vergangenen Jahr mit 47,5 Prozent knapp jeder zweite Neuwagen mit Automatik vom Band.

Vor acht Jahren waren es noch 27,4 Prozent, im Jahr 2000 rund 19,6 Prozent. "Wir gehen davon aus, dass die Anzahl der mit Automatikgetriebe ausgestatteten Fahrzeuge weiter steigen wird", sagte ein Sprecher des Marktbeobachtungsunternehmens.

Im Bestand hat schon knapp jeder dritte Wagen (31 Prozent) kein Schaltgetriebe, wie aus einer jährlichen repräsentativen Umfrage für den DAT-Report hervorgeht. Vor zehn Jahren waren es noch etwa jedes sechste Auto (17 Prozent).

Für den Trend nennt die DAT mehrere Gründe, darunter viele Assistenzsysteme, die etwa den Abstand regeln oder die Beschleunigung kontrollieren. Hinzu komme, dass Hybrid- und Elektrofahrzeuge nur mit Automatikgetriebe fahrbar sind. Weil gerade Firmen für ihre Fuhrparks gerne Automatik kauften, unterzögen viele Hersteller diese Modelle auch zuerst den Verbrauchstests nach dem WLTP-Standard - sodass Schaltgetriebe erst später bestellt werden könnten.

Damit scheint sich die jahrzehntelang gepflegte Vorliebe der Deutschen für das Schaltgetriebe abzukühlen. Es ist aber noch ein weiter Weg bis zu nordamerikanischen Verhältnissen, wo Autofahrer seit Jahrzehnten mehrheitlich auf Automatik setzen.

Aus Sicht des Allgemeinen Deutschen Automobil-Club halten sich hier noch Vorurteile, nach denen Automatikautos als schwerfällig und durstig gelten. Diese Vorbehalte träfen nur noch zum Teil zu - je nach Bauart des Automatikgetriebes. Bei der DAT hieß es, gerade das Doppelkupplungsgetriebe schalteten sehr präzise und seien dadurch sehr effizient im Verbrauch.

Jüngst kündigte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) an, den Automatik-Führerschein attraktiver zu machen. Um auf Schaltgetriebe umsteigen zu dürfen, soll ein zusätzliches Training genügen und keine weitere Prüfung mehr erforderlich sein. Das soll es unter anderem Fahrschulen erleichtern, mehr Elektroautos einzusetzen.

ADAC zur Automatik

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Sind Sommerreifen bei mildem Winterwetter erlaubt?
Viele Autofahrer sind der Ansicht, dass in der dunklen Jahreszeit generell eine Winterreifenpflicht besteht. Darf man also überhaupt nicht mit Sommerreifen fahren?
Sind Sommerreifen bei mildem Winterwetter erlaubt?
Schnell und streifenfrei: So reinigen Sie Ihre Autoscheiben einfach von innen
Freie Sicht ist beim Autofahren oberste Pflicht. Mit unseren Tipps reinigen Sie Ihre Autoscheibe von innen richtig, schnell und streifenfrei.
Schnell und streifenfrei: So reinigen Sie Ihre Autoscheiben einfach von innen
Frau bringt ihren Mazda in die Reinigung - Personal schockiert: "Das ist ekelhaft"
Als eine Australierin ihren Madza in die Autoreinigung brachte, staunte das Personal nicht schlecht. Sieben Stunden lang musste das Auto auf Hochglanz gebracht werden.
Frau bringt ihren Mazda in die Reinigung - Personal schockiert: "Das ist ekelhaft"
Höhere Kaufprämie für Elektroautos in Kraft
Wenn Deutschland seine Klimaziele erreichen will, müssen mehr Elektroautos auf die Straße. Deshalb belohnt der Bund den Umstieg mit mehr Geld. Auch die Industrie greift …
Höhere Kaufprämie für Elektroautos in Kraft

Kommentare