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Die meisten Reifendruckkontrollsysteme schlagen erst bei einer Druckminderung von 20% Alram. Im Zweifel ist der Fahrer dann schon lange mit einem zu niedrigen Druck gefahren. Foto: Angelika Warmuth

Was Autofahrer wissen wollen

Ist der Reifendruck mit Kontrollsystem kein Thema mehr?

Fahrer moderner Autos vertrauen oft auf die Technik. Doch wie zuverlässig ist das Reifendruckkontrollsystem? Ein Reifenexperte warnt vor Tücken.

Erfurt (dpa/tmn) - Moderne Autos nehmen ihren Fahrern jede Menge Aufgaben ab. Wer denkt heute noch daran, den Reifendruck regelmäßig zu kontrollieren, wenn sein Auto dafür ein Reifendruckkontrollsystem (RDKS) an Bord hat?

Aber genau das sollten sie tun, rät Christian Heinz vom Tüv Thüringen. Der Reifenexperte warnt vor zu großem Technikvertrauen und rät zu regelmäßigen Sichtkontrollen der Reifen und Überprüfung des Luftdrucks.

Regelmäßige Sichtkontrollen sind wichtig

Der Experte rät, den Duck einmal im Monat zu prüfen. Genau wie bei Autos ohne RDKS sollten die Reifen regelmäßig auf Beschädigungen wie Risse, Schnitte, Beulen oder Fremdkörper kontrolliert werden - am besten vor jeder Fahrt und in jedem Fall nach Kontakt mit hohen Bordsteinkanten oder tiefen Schlaglöchern.

Der Reifen ist der einzige Kontakt, den das Auto mit der Fahrbahn hat: "Er überträgt die Beschleunigungs- und Bremskräfte und sorgt für die nötige Seitenführung des Fahrzeugs", sagt Heinz. "Ein korrekter Reifendruck hat dabei nicht nur einen unmittelbaren Einfluss auf das Fahrverhalten, auch Kraftstoffverbrauch und Reifenverschleiß sind davon abhängig."

Grenzen der technischen Überwachung

Die RDKS überwachen während der Fahrt permanent den Reifeninnendruck. Sie warnen zwar rechtzeitig vor einem schleichenden Plattfuß im Fahrzeugdisplay, doch eine Reifenpanne durch mechanische Einwirkung können auch sie nicht verhindern. "Die meisten Systeme schlagen erst bei einer Druckminderung um 20 Prozent Alarm. Im Zweifel ist der Autofahrer über einen längeren Zeitraum mit einem viel zu niedrigen Reifendruck unterwegs", erklärt Heinz.

Unterschieden werden direkte, die über einen Drucksensor den aktuellen Luftdruck jedes Reifens über Funk an das Fahrzeug senden, und indirekte RDKS. Bei letzteren funktioniert die Messung über vorhandene Sensoren des ESP. Unterschiede beim Reifeninnendruck werden dabei durch einen Abgleich der vier einzelnen Raddrehzahlen ermittelt. Beide Systeme müssen nach dem Räderwechsel zurückgesetzt werden. Beim indirekten System reicht ein Reset, bei den aufwendigeren, aber genaueren direkten Systemen müssen alle Sensoren an das System angelernt werden.

Vom Gesetzgeber vorgesehen ist ein RDKS für Pkw und Wohnmobile, die nach dem 01.11.2012 eine europäische Typgenehmigung erlangt haben und nach dem 01.11.2014 erstmals zugelassen worden sind.

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