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Autorin Maria Zsolnay (oben) fasste Vertrauen in „ihre“ Katze.

Im „Tal der Gesetzlosen“

Jaguar XF und XJ: Edle Katzen im Schnee

Jaguar XF und XJ streifen nun auch mit Vierradantrieb durch ihr Revier. Unsere Redakteurin Maria Zsolnay jagte die beiden Business-Limousinen durch den Schnee. Lesen Sie hier den Test:

Technische Daten

Die Allrad-Varianten von Jaguar XF und XJ sind mit einem drei Liter großen Sechszylinder ausgestattet. Mit Hilfe eines Kompressors ziehen dann 340 PS, das Drehmoment liegt bei 450 Nm. Kombiniert mit Achtstufen-Automatik und Start-Stopp-System soll der Verbrauch laut Hersteller bei knapp unter zehn Litern je 100 Kilometer liegen.

Mit dem XF und dem größeren XJ zieht Jaguar endlich auch seine Spuren im immer größer und wichtiger werdenden Allrad-Segment. Damit und mit einem schnittigen, Coupé-haftem Design („Wir wollen die Tristesse der Business-Limousinen durchbrechen“, so Jaguar-Geschäftsführer Modelhart) wollen die Engländer ein jüngeres (aber zahlungskräftiges) Publikum in die schweren Limousinen bringen. Spaß kann man durchaus mit den beiden Modellen haben: Unsere Redakteurin Maria Zsolnay jagte im Salzkammergut mit den beiden Katzen schon einmal über die Teststrecke des Öamtc – durchs „Tal der Gesetzlosen“, wie die Mitarbeiter die Strecke tauften. Der Test: Es schneit dicke fette Flocken, so dass man kaum die Rücklichter seines Vordermanns sieht. Die weiße Pracht legt sich schwer auf die Landschaft, darunter liegt pures Eis. „Jetzt gib Vollgaaass!“, schallt es aus dem Funkgerät in meiner Mittelkonsole des XJ. Schweißhände umfassen das Lederlenkrad, mein Fuß möchte lieber auf der Bremse verharren, als Kick-starten. Immerhin würde ich in 6,4 Sekunden auf 100 Sachen kommen.

„Jetzt gib Vollgaaass!“

Ganz so schnell werde ich nicht, doch es reicht dicke, um die volle Kraft der vier Räder zu spüren. Nur kurz bricht das Heck aus, gleich bin ich wieder in der Spur – die dynamische Stabilitätskontrolle greift. Durchatmen.

Ab geht‘s: Kraftvoll pflügt der Jaguar dank seines neuen 4x4-Antriebs durch die Schneemassen.

In diesem Winter-Modus verteilt sich der Allrad-Antrieb automatisch mit 30 Prozent auf der Vorderachse, 70 Prozent auf der Hinterachse. Es ist die Nummer Sicher bei solch winterlichen Verhältnissen.
Mit einem Knopfdruck wird’s sportlicher (normaler Modus), doch noch fühle ich mich in der knapp Zwei-Tonnen-Limousine sicher. Richtig lustig wird’s allerdings, wenn man die dynamische Stabilitätskontrolle DSC fast komplett deaktiviert: Per Knopfdruck (mindestens zehn Sekunden) macht man aus der Limousine ein echtes Spaßmobil – vorausgesetzt der Weg ist frei. Dann faucht die Katze um die Kurve der rot-weißen Pylonen, schlägt mit dem Heck natürlich aus, dreht sich, kommt allerdings auch hier wieder gut in die Spur. Eingefangen. Auch beim Anfahren am Berg auf schmierigem Untergrund (hier hilft nur der Winter-Modus), beim Bremsen in extremen Gefälle schlagen sich beide Typen mehr als wacker.

Der Drive­Selector

Der typische Jaguar-Fahrer – älter, Typ seriöser Geschäftsmann – wird seine Limousine wohl kaum solche Kapriolen schlagen lassen. Aber er weiß: für einen Ausflug in elegante Skiorte wie Kitzbühel und St. Moritz ist er bestens ausgerüstet. Dort macht er mit dem XJ (ab 91.160 Euro) wie mit dem XF (ab 55.900) auf jeden Fall eine gute Figur.

Maria Zsolnay

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