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Klettermax: Der neue Jeep Cherokee mit Allrad-Antrieb und vielen Finessen kommt schier überall hin.

Jeep Cherokee: Ein Indianer wird Italiener

Ein Jeep – aaah, da erwacht er wieder in uns, der Abenteurer, der immer mal durch die Wüste wollte, oder einmal quer durch Afrika, oder die Baja California hinunter...

...da ist das Sehnen nach der Ranch, den Pferden, den Cowboy-Stiefeln und dem Whiskey am Lagerfeuer. Ein Jeep weckt die Lust dem Alltag good bye zu sagen. Es muss ja nicht für immer sein.

Spektakulär: der Jeep Cherokee mit voller Ausstattung ab 52 850 Euro.

Und es muss auch nicht der knorrige Ur-Jeep sein, der Willys, das Auto der U.S.-Army, mit dem 1941 alles begann. 1945 kam die zivile Version, später folgten herrliche Station Wagon- und Wagoneer – Modelle, heute gesuchte Sammlerstücke. Die Marke Jeep fuhr unruhig herum, landete bei AMC (American Motors Corporation), bei Chrysler, mit Chrysler dann bei Daimler-Benz, und heute mit Chrysler bei Fiat. So geht das, wenn man trotz Allrad-Antrieb und Mythos allein nicht weiter kommt. Der bekannteste Jeep ist der nach dem Indianerstamm benannte Cherokee, den es als Grand Cherokee seit 1992 gibt. Jetzt kommt die 4. Generation auf den Markt, die in Detroit gebaut wird.
Bei Fiat freuen sich alle auf die legendäre Marke Jeep, die mit dem neuen Grand Cherokee einen spektakulären Auftritt hinlegt: Das Auto ist ein Brocken von 4,82 m Länge, 1,76 m Höhe, 1,94 m Breite und je nach Modell zwischen 2,3 und 2,5 Tonnen Gewicht.

Wahrscheinlich kann man auch die Eiger- Nordwand hochfahren

sDie Ausstattung ist komplett, es gibt nur Metallic- Lack extra. Mit dem 286 PS starken V6-Benzin-Motor kostet der Grand Cherokee 52 850 Euro, mit dem 352 PS starken V8-Motor 62 450 Euro – ein Frontalangriff auf die Konkurrenten der Premium- Marken. Das gilt auch für die Technik. Der Allrad-Antrieb (im V8 mit Luftfederung und Höhenverstellung) kann alles. Punkt. Wahrscheinlich kann man auch die Eiger- Nordwand hochfahren.

Feines Ambiente: Nichts Robustes mehr, dafür viel Holz und Leder im Cockpit.

Erste Ausfahrt im V6: Der 3,6-Liter-Motor säuselt das leise Lied vom Highway Number One zwischen Los Angeles und Santa Barbara, und er wirkt in allen 5 Stufen der geschmeidigen Automatik (Serie) so beruhigend wie ein Barolo aus dem Piemont, was eine gute Harmonie der USItalo- Verbindung verspricht. Der V6 hat Temperament mit satten 347 Nm Drehmoment, spurtet in 9 Sekunden auf 100 km/h und läuft Spitze 203 km/h. Alles toll, aber der Blick auf den Verbrauch lässt den Genießer erblassen: 15,7 l/100 km zeigte der Bordcomputer an, der Normverbrauch liegt bei 11,4 l/100 km (CO2: 265 g/km). V8: trotz Zylinderabschaltung 14,1/100 km (CO2: 327 g/km). Das ist mehr als heftig, aber Verträgliches naht in Form eines neuen 3-Liter-V6-Diesel, der Mitte 2011 kommt.

Vom knorrigem Jeep zum Luxus SUV 

Das alles ist gut: die Verarbeitung, die großen Instrumente, die Bedienung, die nicht überladene Mittelkonsole, das große Platzangebot, das feine Ambiente mit Holz und Leder, die komplette Ausstattung, der riesige Tank (93 Liter), der große Kofferraum (782 l), die Anhängelast (bis 2270 kg, V8 bis 3500 kg) und die sehr guten Fahreigenschaften. Minuspunkte gibt es für den hohen Verbrauch, die schlechte Sicht nach schräg hinten, die nicht versenkbaren Fond-Kopfstützen und die hohe Ladekante.

Nichts ist geblieben vom knorrigen Jeep der frühen Tage, vom Charme eines holzbeplankten Grand Wagoneer oder dem kantigen 92er-Indianer. Heute ist der Grand Cherokee purer Luxus auf Rädern, groß und massig, ein High-Tech- Gerät, bestens gerüstet für den Kampf im weiter wachsenden SUV-Markt. Aber die Friedenspfeife rauche ich mit dem Indianer erst dann wenn er weniger trinkt.

JG Stratmann

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