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Junge Erwachsene und Senioren haben ein höheres Risiko, im Straßenverkehr zu verunglücken. Das legen Zahlen des Statistischen Bundesamtes nahe. Foto: Patrick Seeger

Junge Erwachsene und Senioren: Erhöhtes Risiko im Verkehr

Im Auto oder auf dem Radweg kann es schon mal brenzlig werden. Doch das Risiko schlimmer Unfälle ist nicht für alle Verkehrsteilnehmer gleich hoch - auch manche Strecken bleiben kritische Punkte im Netz.

Berlin (dpa) - Junge Erwachsene und Senioren sind auf deutschen Straßen besonders gefährdet. Im vergangenen Jahr war jeder siebte Verkehrstote bei schweren Unfällen zwischen 18 und 24 Jahre alt, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.

Dabei gehört nur jeder dreizehnte Einwohner dieser Altersgruppe an. Knapp 30 Prozent der Getöteten waren 65 Jahre und älter, während ihr Anteil an der Bevölkerung bei 21 Prozent liegt. Insgesamt ist die Zahl der Verkehrstoten 2015 das zweite Jahr in Folge gestiegen, wie bereits im Februar mitgeteilt worden war. Auf den Straßen starben nach aktuellen Daten 3459 Menschen, das waren 2,4 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Trotz dieses Anstiegs waren es nun deutlich weniger Todesopfer als in den Jahren 1950 bis 2012, wie der Präsident des Bundesamts, Dieter Sarreither sagte. Der niedrigste Wert wurde 2013 mit 3339 Getöteten verzeichnet, den traurigen Rekord mit 21 332 Toten gab es 1970.

Die meisten Unfälle passieren weiterhin innerorts, wo auch viele Fußgänger und Radler unterwegs sind. Das Risiko tödlicher Unfälle ist jedoch auf Landstraßen am höchsten - dort kamen 57,7 Prozent aller Opfer ums Leben. Besonders gefährdet sind Kraftradfahrer, die auf Motorrädern oder Motorrollern unterwegs sind. Sie machen 20 Prozent der Getöteten aus, obwohl sie nur für zwei Prozent der gesamten jährlichen Fahrleistung aller Verkehrsmittel stehen.

Häufigste Unfallursachen bei Autofahrern sind Fehler beim Abbiegen, Wenden und Rückwärtsfahren (16 Prozent), Missachten der Vorfahrt (15 Prozent) und zu wenig Abstand (14 Prozent). Es folgt zu hohes Tempo (13 Prozent), das aber Ursache Nummer eins für besonders schlimme Unfälle mit Toten und Schwerverletzten bleibt.

Statement Bundesamts-Präsident Sarreither

Presemitteilung Statistisches Bundesamt

Wer am Steuer des Autos SMS schreibt oder liest, erhöht die Unfallgefahr um das Zehnfache. Das teilt die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) mit und nennt ein Beispiel: Jemand, der mit 50 km/h fährt und dabei fünf Sekunden dem Handy widmet, legt 70 Meter ohne Sicht zurück. Allein der Griff zum Mobiltelefon erhöht laut DGOU die Unfallgefahr bereits um das Fünffache. Und wer beim Telefonieren ohne Freisprecheinrichtung erwischt wird, zahlt ein Bußgeld von 60 Euro und bekommt einen Punkt in Flensburg.

Laut aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamts passierten 2015 2,5 Millionen Verkehrsunfälle in Deutschland. Dabei starben 3459 Menschen. Das sind 2,4 Prozent mehr als 2014.

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