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Helm- und Warnwestenpflicht für Radler ist vom Tisch

Keine Helm- und Warnwestenpflicht für Radler

Berlin - Radfahren ist gefährlich. Bei einer Kollision mit einem Auto haben die Zweiradfahrer oft keine Chance. Viele Unfälle enden tödlich. Die Regierung forderte eine Helm- und Warnwestenpflicht.

Die Bundesregierung plant vorerst keine generelle Helmpflicht für Fahrradfahrer und will ihnen auch keine Warnwesten vorschreiben. Auffällige Leuchtwesten könnten die Sicherheit verbessern, heißt es in einer Antwort des Verkehrsministeriums auf eine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion. Eine verpflichtende Regelung wäre jedoch unverhältnismäßig, da sich viele Radler bevormundet und in ihrer Freiheit eingeschränkt fühlen könnten. Geprüft werden solle aber, ob für Räder mit ergänzendem Elektromotor eine Pflicht oder Empfehlung zum Helmtragen infrage komme.

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Angesichts vieler tödlicher Unfälle hatte Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) gemahnt, es sollten mehr Radler mit Helm fahren. Wenn sich die Helmtragequote in den nächsten Jahren nicht auf weit über 50 Prozent erhöhe, „dann muss man fast zu einer Helmpflicht kommen“, hatte Ramsauer im Herbst gesagt. Im vergangenen Jahr trugen elf Prozent der Radler Kopfschutz. Laut Statistischem Bundesamt kamen 2010 in Deutschland 381 Radler ums Leben, nach 462 im Jahr zuvor.

Zugenommen haben schwere Verkehrsverstöße von Fahrradfahrern. In der Flensburger Sünderkartei waren im vergangenen Jahr mehr als 40 00 Vergehen erfasst - knapp 2700 mehr als im Jahr 2009, wie aus der Regierungsantwort hervorgeht. Deutlich mehr Radler fuhren demnach über rote Ampeln, weniger waren unter Alkohol oder Drogen unterwegs.

Der große Bußgeld-Katalog für Radfahrer

Verstoß Strafe in Euro mit Gefährdung mit Unfall
Rotlicht missachtet 45 Euro + 1 Punkt in Flensburg 100 Euro + 1 Punkt in Flensburg 120 Euro + 1 Punkt in Flensburg
Rotlicht, das bereits mehr als eine Sekunde leuchtete, missachtet 100 Euro + 1 Punkt in Flensburg 160 Euro + 1 Punkt in Flensburg 180 Euro + 1 Punkt in Flensburg
Stoppschild missachtet 10 Euro 50 Euro + 3 Punkte 60 Euro + 3 Punkte
„Geisterradler“, Radweg in falscher Richtung benutzt 15 Euro 25 Euro 30 Euro
Im Fußgängerbereich gefahren 10 Euro 20 Euro 25 Euro
Abbiegen, ohne die Richtungsänderung anzukündigen 10 Euro 30 Euro 35 Euro
Radfahren ohne Licht 10 Euro 20 Euro 25 Euro

Alkohol auf dem Fahrrad

Alkohol mit Vorsatz fahrlässig
0,3 Promille Geldstrafe: 15 bis 40 Tagessätze, Möglicherweise MPU („Depperltest“)  Bußgeld: 10 bis 30 Tagessätze
1,6 Promille 25 bis 60 Tagessätze + MPU 20 bis 55 Tagessätze + 9 bis 12 Monate Führerscheinsperre

dpa/SAS

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