+
Das Motoröl wird beim Ölwechsel in der Werkstatt oft teuer berechnet. Mitgebrachte Produkte dürfen die Kfz-Betriebe jedoch ablehnen. Foto: Markus Scholz

Kfz-Werkstatt darf Wechsel mit mitgebrachtem Öl verweigern

Eine Kfz-Inspektion kann schnell Hunderte von Euro kosten. Zumindest der Ölpreis ließe sich drücken, indem man den Schmierstoff selbst mitbringt. Doch dessen Verwendung sollte man vorher abklären.

Bonn (dpa/tmn) - Motoröl ist im Handel meist günstiger als bei der Vertragswerkstatt. Wer beim Ölwechsel ein paar Euro sparen will, kann also auf die Idee kommen, sein Öl mitzubringen. Doch das funktioniert nicht unbedingt.

Die Werkstatt kann das Einfüllen des mitgebrachten Öls ablehnen, wie der Zentralverband Deutsches Kfz-Gewerbe (ZDK) mitteilt. Der Hintergrund dafür ist, dass die Werkstätten verpflichtet sind, den Ölwechsel nach den Vorgaben des Autoherstellers durchzuführen. Kann ein Motorschaden auf falsches Öl zurückgeführt werden, droht laut dem ZDK der Verlust der Garantie. Außerdem könne die Werkstatt keine Sachmängelhaftung für mitgebrachtes Öl übernehmen.

Constantin Hack vom Auto Club Europa (ACE) gibt allerdings zu bedenken, dass es auf dem freien Markt Öl zu kaufen gibt, das die Vorgaben des Herstellers erfüllt und auch dessen Freigabe hat. "Wir raten Verbrauchern, die ihr Öl mitbringen wollen, vorher bei der Werkstatt anzurufen, um zu klären, ob sie bereit ist, es zu verwenden." Gegebenenfalls würden die Werkstätten dann eine Service- oder Entsorgungsgebühr erheben. "Die ist sonst im Preis fürs Öl einkalkuliert, bei mitgebrachtem Öl natürlich nicht", sagt er.

Selbst bei geschlossenen Gebinden ist aber eine gewisse Vorsicht geboten, denn die Angaben auf den Ölflaschen sind nicht immer eindeutig, wie ZDK-Sprecher Ulrich Köster sagt. Wenn eindeutig geklärt sei, dass das Öl wirklich vom Hersteller freigegeben ist, spreche zwar nichts gegen dessen Verwendung. Aber, so Köster: "Die letzte Entscheidung muss immer die Werkstatt treffen."

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Jagd auf Erlkönig: Welcher Prototyp wird hier verschleiert?
2019 soll ein vollelektrischer Mercedes auf den Markt kommen. Der Erlkönig wurde bereits gesichtet und geknipst. Welches Modell verbirgt sich dahinter?
Jagd auf Erlkönig: Welcher Prototyp wird hier verschleiert?
Nach Parkrempler die Polizei rufen
Ein unachtsamer Moment, schon ist es passiert: Beim Ausparken ist man gegen ein anderes Auto geschlittert. Bei schlechter Sicht im Schnee oder glatten Straßen kann es …
Nach Parkrempler die Polizei rufen
Zwangsrückruf für Audi-Dieselmodelle
Audi muss nun auch Modelle mit V6-TDI-Motoren umrüsten. Das Kraftfahrt-Bundesamt hat verpflichtende Rückrufe dieser Fahrzeuge angeordnet. Es geht einmal mehr um …
Zwangsrückruf für Audi-Dieselmodelle
Immer mehr schwere Unfälle mit E-Bikes
E-Bikes werden immer beliebter. Die Zahl der schweren Unfälle steigt. Oft trifft es Senioren.
Immer mehr schwere Unfälle mit E-Bikes

Kommentare