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Kia Picanto 1.0 LPG mit 83 PS fährt Spitze 150 Stundenkilometer und beschleunigt in 14, 7 Sekunden von null auf 100.

Ein Kleiner gibt Gas

Kia Picanto 1.0 LPG im Test

Ein Kleiner gibt Gas - so fährt sich der 3,6 Meter lange Kia Picanto mit Flüssiggas oder Benzin. So viel Spaß bringt der Hybridflitzer.

Er ist noch klein und braucht deshalb eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung. Einmal trinkt er etwa sechs Liter, dann „schnuffelt“ er sieben Liter. Einmal ist es Benzin, einmal Flüssiggas. Beides braucht er für je 100 Kilometer. Die Rede ist vom Kia Picanto 1.0 LPG, einem schnuckeligen Kleinstwagen, der besonders im Stadtverkehr unheimlich Spaß macht. Man möchte ihm jederzeit zurufen „Gib Gas, Kleiner““, zumal sich durch das Umschalten auf den LPG-Betrieb fast die Hälfte der Fortbewegungskosten sparen lässt.

Benzin oder Gas per Knopfdruck

Der Picanto LPG hat einen Autogastank mit 27 Litern und einen ergänzenden 35-Liter-Benzintank. Kombiniert kommt man damit mehr als 1000 Kilometer weit. Die CO2-Emissionen belaufen sich auf durchschnittlich 100 Gramm pro Kilometer nach Euro5-Norm. Der Hybrid kommt mit einem Hubraum von 998 ccm daher und erreicht bei einer Leistung von 82 PS eine Höchstgeschwindigkeit von 150 Stundenkilometern. Von null auf 100 braucht der Zwerg 14,7 Sekunden. Der Fahrer kann zwischen Gas und Benzin mit einem einfachen Knopfdruck wählen. Geht der gewählte Treibstoff zu Ende, wechselt der Kia automatisch auf das andere Element.

Klein und oho: Das Cockpit erlaubt eine intuitive Bedienung. In den Gastank passen 27 Liter. Kombiniert mit 35 Litern Benzin erzielt man Reichweiten um die 1000 km.

Wie es sich für einen Kleinen gehört, ist der Kia Picanto wendig und leicht zu handhaben. Besonders angenehm ist die leichtgängige Fünfgangschaltung mit kurzen Wegen. Lediglich der Rückwärtsgang erfordert bisweilen etwas Kaft und Nachdrücken. Der Innenraum ist übersichtlich und genügt bequem für zwei Erwachsene und zwei Kinder. Zwei Kindersitze im Fond sind kein Problem. Für beide gibt es ISOFIX-Halterungen. Die Gurtlänge ist ausreichend, allerdings sind die Gurtschlösser nicht fixiert, was das Angurten oft schwierig macht. Dass der Picanto bei einer Länge von 3,6 Metern fünf Türen in die Karosserie geschnitten bekommt, ist ein weiteres Beispiel dafür, dass Raum auch in der kleinsten Hütte ist.

Und dieser kleine Raum ist auch nett hergerichtet und funktional eingeteilt. Der Gastank nimmt dem ohnehin kleinen Kofferraum mit 120 Litern nicht zusätzlich etwas weg, sondern findet unter ihm Platz.

Die Bedienung der übersichtlichen Instrumente gibt dem Fahrer keine Rätsel auf. Alles ist klar und einfach. Die Innenbreite ist für einen Kleinstwagen großzügig bemessen. Ebenso die Kopffreiheit, wo es erst ab 1,90 Metern Körpergröße problematisch wird. Der Fond ist zwar hoch genug, aber zu lange Beine sollten die Fahrgäste nicht haben.

Es gibt einige praktische Ablagen, eine gut funktionierende Klimaautomatik und vier elektrische Fensterheber, die auch bei ausgeschalteter Zündung funktionieren, solange die Türen geschlossen sind. Die Sicherheitsausstattung ist serienmäßig spitze: sieben Airbags und ESP. Dafür fährt der Picanto aber auch nicht zum Schleuderpreis vor: Mindestens 11 590 Euro muss man für den Fünftürer berappen.

Kia Picanto meistert Schlaglöcher ohne Mucken

Dafür bekommt man ein ausgewogenes Fahrwerk, das recht komfortabel abgestimmt ist. Kurze Unebenheiten und Schlaglöcher schluckt der Picanto ohne Mucken. Die Vordersitze sind körpergerecht und liefern eine gute Unterstützung für den Rücken.

Der Fahrersitz lässt sich in der Höhe, aber nicht in der Neigung verstellen. Die hinteren Sitzpolster bieten kaum Seitenhalt und sind relativ hart gefedert. Der Innenraum ist gut verarbeitet, sodass die Geräuschkulisse nicht zu groß ist, auch wenn der Wagen flott bewegt wird. Und frieren braucht man im Picanto auch nicht. Der kleine Dreizylinder produziert genügend Abwärme, um den Innenraum schnell auf Wohfühltemperatur zu bringen und mit Unterstützung eines Zusatzgebläses eine zugefrorene Frontscheibe freizubekommen. Die Herstellergarantie läuft sieben Jahre.

In schnell durchfahrenen Kurven untersteuert der Kleine, die Lenkung spricht jedoch immer genau an und erfordert kaum Kraftaufwand beim Rangieren und Einparken. Und auch das Bremsen ist kein Problem, obwohl der Bremsweg bislang etwas lang erscheint.

Stadt oder Land

Das fällt in der Stadt eher auf als auf der Landstraße. Aber auch dort lässt sich die Kia Picanto ordentlich bewegen. Dass er dabei stets sparsam ist bei der Nahrungsaufnahme, ehrt ihn und macht ihn als Einsteigermodell in die Autogas-Technologie sehr interessant. Er ist in vielen Bereichen in den letzten Jahren qualitativ gewachsen. Ein ganz Großer wird er nie – will er aber auch nicht. Hauptsache, er bekommt sein Gas.

ali

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