Klein, aber offen!

- Die Lust am Offenfahren ist so alt wie das Automobil selbst. Dass jetzt immer mehr Kunden ihr nachgeben, liegt am wachsenden Angebot praktischer Coupé-Cabriolets mit Metallklappdächern. In der Liga der kleinsten Open-Air-Stars halten der Peugeot 206 CC und der Opel Tigra TwinTop noch 70 Prozent des Marktanteils.

Das dürfte sich ändern, wenn jetzt Nissan mit dem Micra C+C zu den Händlern fährt. Die Preise für das Basismodell mit 88 PS beginnen bei 16 590 Euro, die stärkere 1,6-l-Version mit 110 PS startet dagegen bei 17 690 Euro. Lobenswert: Der Kofferraum schluckt durchaus reisetaugliche 255 Liter Gepäck, bei geschlossenem Dach sogar den Klassenbestwert von 457 Liter. Als zusätzliche Gepäckablage dienen zudem die hinteren Notsitze sowie eine Reihe von Staumöglichkeiten im Bereich des Cockpits. Pfiffig das Panoramaglasdach, dass auch an trüben Tagen einen Hauch Cabrio-Feeling in den Innenraum zaubert. Bei Lust auf Luft kann man das elektrohydraulische Dach einfach per Knopfdruck in nur 22 Sekunden öffnen, dies auch bei Schrittgeschwindigkeit im Stau.

Deutlich eingeschränkt wird das Cabrio-Erlebnis allerdings durch die sehr weit zurückgezogene Frontscheibe. Dafür sind die Luftwirbel im Cockpit auch bei kühlen Außentemperaturen selten unangenehm, zumal bei geschlossenen Seitenscheiben. Ab Tempo 130 km/h aufwärts ist aber ein Windschott anzuraten. Nobel das mit feinen Materialien ausstaffierte Interieur und Applaus für das großzügige Raumangebot für die vorne Sitzenden.

Dagegen aber finden auf den Notsitzen im Fond nicht mal kleine Kinder ausreichend Platz. Mit breiter Spur und angenehm straffer Abstimmung ist der Micra C+C auf Landstraßen kurvengierig, wieselt aber dank direkter Lenkung und übersichtlicher Karosserie auch mit Leichtigkeit durch enge Altstadtgassen. Zur Wahl stehen motorseitig entweder ein mäßig temperamentvoller 1,4-Liter mit 88 PS oder das 110 PS leistende 1,6-Liter- Kraftwerk aus dem sportlichen Micra 160 SR, das durch spontanes Ansprechverhalten erfreut, den offenen Flitzer in 10,6 sek. auf Tempo 100 beschleunigt und maximal 191 km/h schnell macht. Sehr angenehm ist die gute Geräuschisolation des geschlossenen Micra C+C; Fahr- und Motorgeräusche werden so gut wie in einem Coupé absorbiert.

Trotz der kleinen Abmessungen ist der C+C mehr als ein reines Spaßauto. Ausgestattet mit fast allen Alltagsqualitäten der Micra- Limousine bietet das Coupé-Cabriolet durch sein von Karmann entwickeltes Dachsystem mit Panoramaglas während des ganzen Jahres zusätzliches Fahrvergnügen und außerdem das beruhigende Gefühl, einen nach den Mängelstatistiken besonders zuverlässigen Kleinwagen zu fahren. 

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Ups! Diese "Spritztour" endete im Wasser
Diese Spritztour nahm ein feuchtes Ende: Am vergangenen Samstagabend musste die Feuerwehr ein Auto aus dem Tegeler See bergen. Was steckt dahinter?
Ups! Diese "Spritztour" endete im Wasser
Warum in Norwegen Elektro-Autos zum Problem werden
Obwohl Norwegen bei der Elektro-Mobilität die Nase vorne hat, rät die E-Auto-Vereinigung vom Kauf ab. Was steckt hinter dieser Entwicklung?
Warum in Norwegen Elektro-Autos zum Problem werden
Volvo drängt ab Frühjahr mit dem XC40 in die Kompaktklasse
Volvo bringt mit dem XC40 bereits seinen dritten Geländewagen auf den Markt. Die Preise starten zunächst bei 46 100 Euro. Ein späterer Einsteiger soll bei 31 350 Euro …
Volvo drängt ab Frühjahr mit dem XC40 in die Kompaktklasse
Neue Studie auf der IAA: Borgward elektrisiert die Isabella
Alter Name, Zukunftstechnik: Borgward hat eine Isabella als Konzeptstudie auf die Räder gestellt, die elektrisch fährt und die Insassen mit Hologramm-Anzeigen im …
Neue Studie auf der IAA: Borgward elektrisiert die Isabella

Kommentare