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Noch mehr Schutz: In der kommenden Generation der E-Klasse von Mercedes sollen spezielle Airbags auch die Hüften besser schützen.

Knall auf Fall

Bei der Sicherheitsentwicklung geht es buchstäblich Knall auf Fall. Seit sich Airbags zu den wichtigsten Lebensrettern neben dem Gurt entwickelt haben, werden die Luftkissen immer weiter verfeinert.

Nachdem mittlerweile auf breiter Front auch der Knie-Airbag Einzug hält, wird es in Zukunft zwar nicht mehr viele völlig neue Airbags geben. Dafür aber immer mehr maßgeschneiderte Derivate für spezielle Fahrzeugtypen und Unfallsituationen.

So hat zum Beispiel Toyota für den Kleinwagen iQ das Prinzip der Vorhang-Airbags vor den Seitenscheiben auch auf die Heckscheibe übertragen. Weil die Fahrgäste im Fond des rund drei Meter kurzen 3+1-Sitzers förmlich unter der Kofferraumklappe sitzen und die Knautschzone nur wenige Zentimeter misst, soll sie beim Heckaufprall ein aufblasbares Kissen im Nacken schützen.

Ebenfalls einen neuen Airbag wird es in der nächsten Generation der E-Klasse von Mercedes geben. Unter dem konventionellen Sidebag in der Sitzlehne bauen die Schwaben dort einen zweiten, sogenannten Pelvis-Bag ein, der speziell die Hüfte schützen soll.

Viel Entwicklungspotenzial haben auch die Seiten-Airbags von Cabrios und Roadstern. Weil dort in der Regel mangels festen Daches keine Airbag-Vorhänge eingebaut werden können, müssen die Luftkissen aus den Sitzlehnen mehr Schutz bieten. Peugeot hat deshalb zum Beispiel für das neue Cabrio des Golf-Gegners 308 den weltweit ersten in den Sitz integrierten Kopf-Airbag entwickelt.

Daneben setzt sich eine weitere Airbag-Gattung durch, die bislang nur beim dreitürigen Renault Mégane eingebaut wurde: das aufblasbare Sitzkissen. Wie ein Keil unter den Oberschenkeln soll es verhindern, dass die Insassen bei einem Aufprall unter dem Gurt durchrutschen. Für den neuen Renault Mégane wurde das System noch einmal optimiert und ist jetzt zum Beispiel 60 Prozent leichter. Außerdem bauen es die Franzosen nun auch im Laguna Coupé ein. Und auch Toyota setzt beim iQ erstmals auf eine solche Lösung.

Heute arbeiteten die Entwickler an schnelleren, intelligenteren und bedarfsgerechteren Steuerungen. Früher gab es nur zwei Möglichkeiten: Auslösen oder nicht. Jetzt dagegen öffnen sich die Airbags je nach Unfallschwere bereits in mehreren Stufen. In Zukunft können sie auch noch Größe und Position der Passagiere berücksichtigen.

Außerdem werden die Zulieferer von Designern, Ingenieuren und Buchhaltern der Hersteller in die Pflicht genommen. Um den knappen Bauraum etwa in der Armaturentafel optimal zu nutzen, müssen Airbags immer kleiner und kompakter werden. Um ihren Beitrag zur CO2-Reduktion zu leisten, müssen die Zulieferer Gewicht sparen, und natürlich steigert jeder Euro Preissenkung die Einsatzchancen.

Künftig werden wohl Airbags nicht nur die Insassen, sondern auch Unfallgegner vor Schäden bewahren: Denn um die wachsenden Anforderungen an den Fußgängerschutz zu erfüllen, werden nach Einschätzung von Experten bald auch außen Airbags zum Einsatz kommen und Stoßfänger, Motorhauben oder Frontscheiben polstern.

osw.

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