Kompakte Offroader im Aufwind

Frankfurt - Wenn es etwas gibt, das die vergangene Autosaison geprägt hat, war es die CO2-Debatte. Doch wer jetzt glaubt, dass der Käufer nun ausschließlich nach kleinen Fahrzeugen mit sparsamen Motörchen verlangt, irrt. In den Verkaufsräumen beherrscht dagegen ein ganz anderer Begriff die Szene: Dort dreht sich alles um das Kürzel SUV.

Dass diese Sports Utility Vehicle mit ihren oft üppigen Abmessungen der große Fahrzeugtrend sind, zeigen auch die Neuvorstellungen auf der IAA (13. - 23. 9.). Einen neuen Trend hat die Umweltdiskussion immerhin doch geboren: Statt riesiger Oberklasse- SUVs stehen nun zunehmend eher kompakte Offroader im Rampenlicht. SUV ist in den kommenden Jahren der ganz große Trend - das wird mit oder ohne CO2-Debatte weitergehen, sagen auch die Experten unisono. Gemeint sind dabei vor allem die kompakten und kleinen Varianten, die zunehmend das Feld beherrschen.

Und der Markt für kompakte SUV entwickelt sich bei uns sehr dynamisch. Wurden 2000 gerade mal 56 000 davon verkauft, werden es 2007 bereits mehr als 125 000 Autos sein. Bis 2009 könnte die Zahl sogar auf 206 000 Fahrzeuge wachsen, der Marktanteil würde damit von nur 1,7 Prozent im Jahr 2000 auf gut 6,0 Prozent steigen. Die Gründe für die Beliebtheit sind jedoch andere als die zunächst naheliegenden. Es geht hier nämlich gar nicht um die Lust am Fahren abseits befestigter Straßen. Die Kunden kommen vielmehr aus den Reihen früherer Besitzer von Vans oder unauffälligen Fließhecklimousinen - zudem ist die Klientel eher älter. Für sie signalisiert ein SUV Sicherheit, bietet außerdem eine hohe Sitzposition mit einfachem Einstieg - hinzu kommt dann auch noch eine gewisse Emotionalität. Was zusammengefasst bedeutet: Ein SUV bietet eigentlich all das, was Fachleute von einem Seniorenauto verlangen.

Es versteckt diese Tatsache jedoch geschickt hinter einer mehr oder weniger abenteuerlichen Fassade. Die Hersteller haben den Trend erkannt und bedienen ihn mit einer Reihe von Neuheiten schon auf der IAA oder ein paar Monate später. Der VW Tiguan etwa basiert auf der Technik der Golf-Familie und steht noch heuer bei den Händlern. Dass es auch bei diesem Auto nicht vorrangig um Offroadeinsätze geht, zeigt ein technisches Detail: Als erster Geländewagen überhaupt bekommt der Tiguan die aus dem Kompaktvan Touran bekannte Einparkhilfe...

Auch bei Audi steht eine weitere SUV-Premiere bevor. In der zweiten Jahreshälfte 2008 wird da der Audi Q5 Premiere feiern. Der gilt als kompakte Alternative zum größeren Audi-SUV Q7 und baut auf der Basis des Tiguan auf. Aber dieses Modell dürfte nicht das einzige kompaktere SUV-Modell bei Audi bleiben. Mit der Studie Cross Coupé haben die Ingolstädter bereits die Idee einer Mischung aus Geländeauto und Coupé präsentiert. Und es gibt bereits deutliche Signale für ein Serienfahrzeug in dieser Richtung.

Die Mischung aus Coupé und SUV hat es auch den BMW-Designern in München angetan. Der X6, der für nächstes Jahr erwartet wird, vereint die Grundzüge des X5 mit der Silhouette eines Coupés. Eine seriennahe Studie steht bereits auf der IAA, überdies haben die Münchner davon auch eine Hybrid-Version entwickelt.

Mercedes mischt ebenfalls im Segment der kompakteren SUV mit: Der GLK wird etwa 4,50 m lang werden, technische Komponenten der C-Klasse nutzen und in der zweiten Hälfte 2008 an den Start gehen. Ford präsentiert seinen neuen kompakten Kuga schon auf der IAA, die Markteinführung ist für das nächste Frühjahr angekündigt. Weitere Konkurrenten kommen in den nächsten Monaten mit dem Mazda CX-7 und den technisch nahezu identischen Modellen C-Crosser von Citroën und 4007 von Peugeot auf den Markt.

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