Kompakter mit Kante

- Der Renault Mégane fährt im neuen Design mit auffälligem Heck vor

<P>Einen Hauch von Luxus verströmt schon mal das Öffnen des Wagens mittels Chipkarte. Kurz vorglühen und dann per Knopfdruck starten. Das hat schon mal was, da punktet der Renault. Der 120 PS starke Dieselmotor geht willig ans Werk, lässt bald schon das Nageln sein und kommt flott auf Trab. Das Sechsgang-Getriebe passt hervorragend zur Motorcharakteristik, und da es gut abgestimmt und leicht zu schalten ist, macht die Fahrt viel Freude. Zumal es selbst in der höchsten Stufe noch über einen guten Durchzug verfügt.<BR><BR>Was weniger gefällt, ist die elektrohydraulische Lenkung. Die ist vor allem im niedrigen Geschwindigkeitsbereich schwammig, eine klare Rückmeldung fehlt. Zum Glück versöhnt das Fahrwerk wieder. Das ist weniger weich als befürchtet und transportiert die Passagiere im Renault sowohl auf kleinen Straßen als auch auf langen Autobahnetappen bestens. Die guten Sitze und der ausreichende Platz für Fahrer, Beifahrer und Hinterbänkler komplettieren den guten Komfort-Eindruck.<BR><BR>Und die Zuladung? Die klein dimensionierte Design-Heckklappe lässt das Schlimmste befürchten. In der Tat ist die Öffnung mickrig, der Kofferraum durch Radkästen, Kotflügel und Heckleuchten beschränkt und die Ladekante verdammt hoch für Bier- und Wasserträger. 330 Liter Ladevolumen sind&apos;s normalerweise, erweiterbar bei (leicht und schnell) umgeklappter Heckbank auf bis zu 1190 Liter. </P><P>Die transportierten Personen und/oder Gepäck dürfen bis zu 475 Kilogramm schwer sein. Dies ist ein ordentlicher Wert in dieser Fahrzeugklasse. Erfreulich auch die große Anzahl von Ablagen und Staufächern - unter anderem im Fußraum von Fahrer und Beifahrer - sowie das geräumige (und klimatisierbare) Handschuhfach.<BR><BR>Wenig Gefallen am kantigen Design des Mégane fanden wir in diversen Alltagssituationen. So stört die sehr breite A-Säule bei der Übersicht im Verkehr, da sie das Sichtfeld deutlich einschränkt. Bei den Instrumenten müssen wir die zu geringen optischen Unterschiede zwischen Tachometer und Drehzahlmesser bemängeln, der Heckscheibenwischer ist ziemlich klein und an der geöffneten Tür ist zwischen Fenster und Türfassung eine scharfe Kante, an der sich gerne eine Jacke verfängt.<BR><BR>Gelungener ist die Konstruktion der Tankklappe: Statt mühsam einen Deckel abzuschrauben, muss beim Nachfüllen des Kraftstoffs nur eine integrierte Klappe aufgedrückt werden, und der Sprit kann fließen. Vor allem bei dem von uns gefahrenen Diesel eine saubere Sache. Bei einem Verbrauch von gerade mal 5,8 Liter auf 100 km kamen wir allerdings nicht allzu oft in den Genuss dieses Ingenieur-Kunststückchens.<BR>In dem 21 300 Euro teuren Renault Mégane stecken aber nicht nur eine Menge intelligenter Details, er glänzt auch durch jede Menge Ecken und Kanten und viel unverwechselbares Design - dessen Nutzen allerdings in der Praxis nicht immer erkennbar ist.</P><P> </P><P><BR> </P>

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