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Keiner tankt Super E10 - die Mineralölbranche schlägt Alarm

Ladenhüter: Bio-Sprit E10 floppt

Die Mineralölbranche hat Probleme: Autofahrer meiden das neue Super E10 und tanken weiterhin den alten Kraftstoff E5. Die Raffinerien bleiben auf dem E10-Stoff sitzen.    

Bio-Sprit E10 Verträglichkeitsliste

Hier als PDF Verträglichkeitsliste nach Herstellern bei der DAT (Deutsche Automobiltreuhand)

Mit einem eindringlichen Appell an die Autofahrer hat die Mineralölwirtschaft zum Umstieg auf das neue Bio-Super E10 aufgerufen. “Wir haben wirklich große Probleme“, räumte Klaus Picard, der Hauptgeschäftsführer des Minerölwirtschaftsverbandes (MWV), am Mittwoch in Berlin ein.

Hintergrund für die E10-Einführung sind Regelungen von EU und Bundesregierung, mit denen höhere Biokraftstoffquoten durchgesetzt werden. Picard betonte: “Wir erfüllen nur gesetzgeberische Vorgaben.“

Autofahrer meiden derzeit den neuen Bio-Sprit und sorgen damit an den Tankstellen für massive Engpässe bei den alternativen Sorten wie Super Plus mit 98 Oktan.  

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Aktuell müssen die Autofahrer in Deutschland, laut ADAC, für Superbenzin E10 im Schnitt 1,533 Euro bezahlen – gegenüber der Vorwoche ein Plus von 3,2 Cent. Die E5-Kraftstoffe an den meisten Tankstellen werden mittlerweile um rund acht Cent je Liter teurer verkauft als Super E10.

Sollte sich die Lage nicht entspannen, müssten bereits Ende der Woche die ersten Raffinerien den Betrieb einstellen - weil sie auf randvollen Tanks mit E10 sitzen.

Die skurrilen Begründungen für steigende Benzinpreise

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Sollte E10 ein Ladenhüter bleiben, sollen als Folge laut Picard aber nicht die Raffinerien stillstehen. Vielmehr solle dann wieder mehr herkömmliches Benzin E5 hergestellt werden, betonte Picard. Allerdings müsse die Branche eine Quote von zehn Prozent Ethanol schaffen: Für jeden zu wenig beigemischten Liter drohen Strafzahlungen von 40 Prozent.

Die Bundesregierung will mit mehr Biosprit die Abhängigkeit vom Öl verringern und mehr Klimaschutz erreichen. E10 soll helfen, den Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxids CO2 zu verringern.

dpa

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