Lebenselixier Mythos - Der Mito ist das neue Einstiegsmodell bei A ...

- Es gibt Marken, deren Namen dem automobilen Feinschmecker auf der Zunge zergehen. Alfa Romeo ist solch ein Name. Alfa Romeo, das klingt ganz anders als Kia oder Opel - bei allem Respekt vor diesen guten Autos. Aber ein Alfa Romeo - eh, amici, da ist starker Espresso im Tank, und das Motoröl riecht nach Barolo.

Um Faszination und Marke war es allerdings viele Jahre schlecht bestellt, denn nach dem Alfasud, der leider schon im Prospekt rostete, ging es bergab. Erst der geniale Automobildesigner Walter de Silva, der heute Chefdesigner des VW-Konzerns ist, hatte mit dem Styling-Knüller Alfa 156 dafür gesorgt, dass die Marke aus der Krise fahren und wieder Autos in nennenswerten Stückzahlen verkaufen konnte. Alfa Romeo war wieder da, und weitere Hingucker folgten, wie Spider, GT, Brera und der Supersportwagen 8 C.

Jetzt kommt der Mito, und dessen Name ist nicht nur ein Wortspiel aus Milano und Torino (in Mailand entstand das Design, in Turin ist die Produktion), sondern steht im Italienischen für Mythos, einem Lebenselixier von Alfa Romeo. Damit atmet diese Marke, die mit Modellen wie Giulietta, Giulia, Duetto, oder Junior Legenden geboren hatte.

Der Mito ist ein 4,06 m langes, zweitüriges Schrägheckauto, das ab 14 700 Euro kostet. Damit ist der Alfa zwar billiger als ein Mini, aber teurer als ein Seat Ibiza oder Peugeot 207, die beide auch viertürig zu haben sind. Die Ausstattung des Alfa ist gut, umfasst im Basismodell (mit 1.4-l-16V-Motor, 95 PS) unter anderem sieben Airbags, aktive Kopfstützen vorn, Fahrdynamikregelung, ESP, Trip-Computer, Audio-CD/MP-3-Anlage, elektrisch verstellbare Außenspiegel und einen Hill-Holder, der das Zurückrollen an Steigungen verhindert. Mehr drin und dran gibt es in der Version "Turismo" (plus 1500 Euro), sowie in diversen Ausstattungspaketen. Höhere Leistung bieten der 1.4-l-TB (Turbo-Benzinmotor) mit 155 PS und der 1.6 JTDM (Diesel) mit 120 PS. Beide kosten 17 950 Euro. Alle Motoren erreichen die ab Herbst 2009 gültigen Euro- 5 Grenzwerte. Es gibt 4 Jahre Garantie, verschiedene Armaturenbrettund Außenspiegelfarben, sowie 14 Designs für Scheinwerfer- und Rücklicht- Ränder. Das meistverkaufte Modell soll mit 74 Prozent der Mito 1.4 TB werden.

Und mit dem geht es ordentlich vorwärts: Von Null auf Tempo 100 in 8,1 sek, Spitze 215 km/h. Ab 4000 Umdrehungen klingt der Motor kernig. Der Normverbrauch liegt zwischen 5,3 und 8,5 l/100 km. Das Fahrwerk ist straff, und mit den in Sportpaketen angebotenen 17- und 18-Zoll-Rädern mit 45er und 40er-Reifen-Querschnitt wird es hart. Das Kurvenverhalten des Fronttrieblers ist sehr gut, die elektrische Servolenkung arbeitet exakt, und die bei langsamer Fahrt etwas giftig ansprechenden Bremsen (mit Bremsassistent) packen kräftig zu.

Die serienmäßige Sechsgang- Schaltung funktioniert leichtgängig, die Instrumente sind gut ablesbar. Breite Türen machen das Ein- und Aussteigen einfach, die Sitze geben guten Halt. Der Kofferraum fasst 290, und bei umgeklappter Rückbank bis zu 950 Liter. Minuspunkte: zu tief liegende Heizungsregulierung, hohe Ladekante, kleine Fondkopfstützen, schmale Seitenscheiben, kleines Heckfenster.

"Bella macchina", was Optik, Temperament und Fahrspaß angeht, und bis auf ein Start- Stopp-System (kommt 2009) ist beim Mito technisch alles bestens. Nur die massige Moderne des Cockpits erdrückt den ewig gestrigen Alfisti.

JGS

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