+
Blenden LED-Heckleuchten? Der ADAC hat die Blendkraft von LED-Leuchten untersuchen lassen.

Viel zu grell

LED-Rückleuchten nerven Autofahrer - zu unrecht?

  • schließen

Im Dunklen ist das rote Rücklicht kaum zu übersehen. Moderne LED-Technik macht's möglich. Was mehr Sicherheit verspricht, verärgert nachfahrende Autofahrer. Doch können Heckleuchten einen blenden? 

Die Glühlampe als Leuchtmittel hat in vielen Autos bereits ausgedient. Die Autohersteller setzen auf moderne Lichttechnologien, wie Leuchtdioden, kurz LED (Light Emitting Diode). Auch bei den Bremsleuchten am Heck kommen mittlerweile LEDs zum Einsatz. Sie gelten als leuchtintensiv, langlebig und sind sparsam beim Stromverbrauch. Eigenschaften mit denen LEDs gegenüber herkömmlichen Glühlampen punkten können.

Allerdings fühlen sich viele Autofahrer durch diese neuen LED-Rückleuchten geblendet. Der ADAC hat deshalb gemeinsam mit dem Lichttechnischen Institut (LTI) in Karlsruhe die Blendwirkung von Rückleuchten getestet. Um das herauszufinden, wurden eine objektive Messungen als auch Versuche mit 52 Probanden im Alter zwischen 19 und 72 Jahren in einer typischen Ampelsituation durchgeführt.

Das Ergebnis: LED-Leuchten blenden nicht mehr oder weniger als herkömmliche Glühlampen. Demnach beeinträchtigen LEDs das Sehen weder tatsächlich, noch wirken sie auf das Auge stärker oder heller als herkömmliche Leuchtmittel.

Warum sich trotzdem viele Autofahrer durch die LED-Rückleuchten geblendet fühlen, hat, laut den Testern, andere Ursachen. Die neuen Rückleuchten sehen im Vergleich zu den alten schon einfach anders aus. Die Formen und Farben sind für uns ungewöhnlich. Deswegen ziehen die Bremslichter die Blicke förmlich an. An der Ampel schauen Autofahrer dann - auch ganz unbewusst - mit den Augen genau in die Lichtquelle. 

Die ersten Xenon-Scheinwerfer vor 20 Jahren hatten, laut ADAC, den selben Effekt. Auch damals waren ungewöhnliche Lichtfarben und spezielle Formen der Anziehungspunkt für das Auge und gaben Anlass zu Beschwerden.

Aber auch das Alter spielt eine Rolle, ob die Rücklichter stören. Im Rahmen des Tests stellte sich heraus, dass vor allem Autofahrer ab 60 Jahren sensibler auf LED-Rücklichter reagieren. Mit zunehmendem Alter trüben sich die Linsen der Augen ein, was nachts zu mehr Blendung und Lichtempfindlichkeit führen kann.

Experten raten deswegen nie direkt in die Leuchtquelle schauen. Um das Auge zu schonen, sollte der Blick rechts Richtung Fahrbahnseitenmarkierung gehen.

Warnleuchten im Auto und was sie bedeuten

Warnleuchten im Auto und was sie bedeuten

ml

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Jagd auf Erlkönig: Welcher Prototyp wird hier verschleiert?
2019 soll ein vollelektrischer Mercedes auf den Markt kommen. Der Erlkönig wurde bereits gesichtet und geknipst. Welches Modell verbirgt sich dahinter?
Jagd auf Erlkönig: Welcher Prototyp wird hier verschleiert?
Nach Parkrempler die Polizei rufen
Ein unachtsamer Moment, schon ist es passiert: Beim Ausparken ist man gegen ein anderes Auto geschlittert. Bei schlechter Sicht im Schnee oder glatten Straßen kann es …
Nach Parkrempler die Polizei rufen
Zwangsrückruf für Audi-Dieselmodelle
Audi muss nun auch Modelle mit V6-TDI-Motoren umrüsten. Das Kraftfahrt-Bundesamt hat verpflichtende Rückrufe dieser Fahrzeuge angeordnet. Es geht einmal mehr um …
Zwangsrückruf für Audi-Dieselmodelle
Immer mehr schwere Unfälle mit E-Bikes
E-Bikes werden immer beliebter. Die Zahl der schweren Unfälle steigt. Oft trifft es Senioren.
Immer mehr schwere Unfälle mit E-Bikes

Kommentare