Bis ans Limit gehen…

Rennmotoren: - Erfolgsstorys beginnen manchmal ganz banal. Wie die, als im Juli 1967 Hans Werner Aufrecht und Erhard Melcher in einer alten Mühle ihr Ingenieursbüro zur Entwicklung von Rennmotoren gründeten. Der Name AMG war schnell gefunden: "A" wie Aufrecht, "M" wie Melcher - und als dritter Buchstabe das "G" nach Aufrechts Geburtsort Großaspach.

Ihr erster Star von internationalem Format war der 300 SEL 6.8 AMG, dem 1971 ein furioses Debüt gelang -beim legendären 24- Stunden-Rennen im belgischen Spa holte er völlig überraschend den Klassensieg und Rang zwei im Gesamtklassement. Die Fachleute waren verblüfft, die Fans begeistert.

40 Jahre später steht das Unternehmen heute glänzend da: Nach zahlreichen Erfolgen im Motorsport kooperierte man immer enger mit Mercedes-Benz, bis die Schwaben den Veredler schließlich zu 100 Prozent übernahmen und zu ihrer Nobel-Abteilung machten wie bei BMW das M oder bei Audi das S. Zur Zeit bietet AMG eine Modellpalette mit 18 verschiedenen Autos an -von sportlichen Limousinen über Coupés, Cabrios, Roadstern und SUVs bis hin zu speziell angefertigten Einzelstücken.

Inzwischen baut AMG rund 20 000 Autos im Jahr, von denen allerdings nur zwölf Prozent in Deutschland -aber fast die Hälfte in den USA verkauft werden. Gefeiert wird der Geburtstag deshalb nicht im Schwabenland, sondern im fernen Los Angeles, das angesichts der hohen AMG-Dichte durchaus als Los Affalterbach durchgehen könnte. Bei Mercedes-Benz of Beverly Hills etwa fahren pro Monat 250 Neuwagen vom Hof -darunter täglich auch ein AMG-Modell. Denn Geld spielt hier keine Rolle und eine S-Klasse hat jeder, erfährt man von den Verkäufern. Mit einem AMG können die oft berühmten Kunden sich wenigstens ein bisschen von den anderen abheben.

Zum 40. Geburtstag lassen es die Schwaben PS-mäßig ganz besonders krachen. Denn das neue Topmodell CL 65 AMG etwa übertrifft in Leistung und Prestige alles, was bisher in Affalterbach auf die Räder gestellt wurde. Zwölf Zylinder, sechs Liter Hubraum, 612 PS, 1000 Nm ab 219 555 Euro! Mehr Stern geht nicht.

Dementsprechend souverän fährt sich der 2,1-Tonner. Wer mag, kann in nur 4,4 sek. auf Tempo 100 sprinten. Ansonsten ist man äußerst gelassen unterwegs, braucht keine Drehzahlen oder sonstige Hektik. Weiß man doch, dass man, wenn man nur wollen würde, alles wegbügeln könnte, was da vor einem herfährt. Daneben findet man in dem PS-Riesen alles, was gut und teuer ist. 20-Zoll-Räder, Hochleistungsbremsen und ein exzellentes Sportfahrwerk mit Wankausgleich bringen die immensen Kräfte sicher auf den Asphalt, innen verwöhnen bequeme Sportsitze, Nappaleder und jede Menge Goodies die Insassen.

 Zum Jubiläum hat AMG noch die Sonderserie CL "40th Anniversary" aufgelegt mit Zweifarben-Leder, Alubeam-Lack und vielen anderen Leckereien, aber darüber zu berichten ist eigentlich müßig, ist doch die auf 40 Fahrzeuge limitierte Serie aus dem neuen Performance-Studio noch vor dem Bau des ersten Autos längst ausverkauft. Und das trotz eines Preises von satten 273 105 Euro!

 Höllisch schnell ist auch der neue CLK 63 AMG Black Series, bei dem aufwendig an Gewicht eingespart worden ist. Falls der betuchte Besitzer am Wochenende mal auf der Rennstrecke so richtig Gas geben will. Dementsprechend sieht das Coupé aus, klingt, powert, lenkt präzise ein und bremst vor allem wie ein purer Rennwagen. Der 6,3-l-V8 leistet mit 507 PS 26 Pferdchen mehr als die Serie, das Getriebe schaltet schneller und die Hinterachse ist kürzer übersetzt. Dazu gibt es ein neues einstellbares Fahrwerk, das ebenso kompromisslos abgestimmt ist auf die Rennstrecke wie die Reifen und die Bremsen. So soll sich die berühmte Nordschleife des Nürburgrings in unter acht Minuten umfahren lassen. Den Spaß lässt sich AMG freilich auch dementsprechend bezahlen: Exakt 461 610 Euro muss man dafür auf den Tisch des Hauses legen!

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