In Tennessee

Mann fährt Radfahrer um - und hat aberwitzige Ausrede parat

Unfälle im Straßenverkehr lassen sich nicht immer vermeiden. Wie sich aber dieser Autofahrer gegenüber einem Radler verhält, ist schon heftig. Sehen Sie selbst.

Zwei Radfahrer sind unterwegs auf einer Landstraße im US-Bundesstaat Tennesse. Sie fahren nebeneinander her und bemerken, wie Autos von hinten heranrauschen.

Das erste Fahrzeug - ein weißer Pickup - überholt die beiden Radler. Ein zweites Auto, ein Volvo-SUV, aber rammt den links fahrenden 23 Jahre alten Radler einfach mit voller Wucht um.

Der Radfahrer Tyler Noe stürzt, steht aber gleich wieder auf. Der Fahrer des Volvos begeht Fahrerflucht.

Radfahrer "absichtlich gerammt"

Aufgenommen wurde das kurze Video mit einer Helmkamera seines Freundes Greg Goodman:

Wie das US-amerikanische Onlineportal heavy.com berichtet, handelt es sich bei dem Volvo-Fahrer um den 58-jährigen Marshall Grant Neely III. Er arbeitet als Systemadministrator an einer Privatschule in der Gegend.

Kurz nach dem Unfall sei er von der Polizei ausfindig gemacht und verhaftet worden - wegen rücksichtsloser Gefährdung, Verlassen des Unfallorts und unterlassener Hilfeleistung.

Zuvor hatte Goodman auf Facebook gepostet, dass jemand seinen Freund "absichtlich gerammt" habe. Außerdem gebe es Zeugen, die beobachtet hätten, dass der gleiche Volvo bereits letzte Woche versucht hätte, jemanden zu rammen.

Fahrer hat absurde Ausrede parat

So skrupellos diese Aktion an sich schon ist, die Ausrede, die Neely für dieses Manöver im Nachgang parat hatte, ist einfach nur aberwitzig. Polizei-Berichten zufolge habe er den Beamten zu seiner Verteidigung mitgeteilt, "dass ein Mann und eine Frau auf der Straße gestanden und ein Fahrrad auf sein Auto geschmissen" hätten.   

In den lokalen Medien ist diese Geschichte ein Riesenthema. In einem ersten Interview gab sich Neely trotz des eindeutigen Videos eher uneinsichtig: "Als die Polizei kam und fragte, was passiert war, sagte ich: Ich weiß es nicht. Da war dieser Kerl und ich erinnere mich, dass er dort stand und ich mir dachte, der wirft sein Fahrrad nach mir."

Und weiter: "Offensichtlich zeigt das Video etwas anderes. Ich habe den Mann nicht gesehen. (...) Wenn ihr wollt, schaut euch mein Auto an - es hat keinen Kratzer abbekommen." 

Später dann entschuldigte er sich. Der örtliche Reporter Matthew Torres twitterte ein Interview mit dem Übeltäter, in dem dieser beteuert: "Ich wollte nicht, dass das passiert."

Mitschuld beim Radfahrer?

Kurz darauf ergänzte er dann noch: "Ich würde niemals jemanden verletzt zurücklassen. Gott sei Dank geht es ihm (dem Radfahrer) gut." Trotz seiner Reue und Verhaftung ist sich Neely sicher, freigesprochen zu werden: "Ich glaube, ich werde für unschuldig befunden. Es war keine Boshaftigkeit, keine Absicht. Ich will einfach nur fair behandelt werden."  

Apropos fair behandeln. Das Opfer Tyler Noe wurde dieses Glück nicht zuteil. Auf Youtube, wo das Video zu sehen ist, entbrannte nämlich ein Streit darüber, ob Neely den Radler zurecht umgefahren habe. Die Radler hätten schließlich die Straße blockiert.

Das Problem ist nur, dass es sich bei der Straße laut offiziellen Angaben um eine ausgezeichnete Radfahrstrecke handelt. Deshalb wurden an den Straßen eigens Schilder angebracht, die besagen, dass Radler die volle Breite der Spur ausnutzen dürfen.

Auch interessant: So schützen Sie Radfahrer vor Unfällen mit geöffneten Autotüren.

mop

Verrückte Park-Unfälle 

Rubriklistenbild: © Screenshot Youtube-Greg Goodman

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