Ein Mann erhielt im Italien-Urlaub vor Jahren einen Strafzettel - dass er diesen ignorierte, bereut er heute
+
Ein Mann erhielt im Italien-Urlaub vor Jahren einen Strafzettel - dass er diesen ignorierte, bereut er heute.

Bußgeld beinahe verdoppelt

Mann ignoriert Strafzettel - und bereut seine Entscheidung bitterlich

  • Franziska Kaindl
    vonFranziska Kaindl
    schließen

Ein Mann erntete im Urlaub in Florenz vor beinahe fünf Jahren einen Strafzettel - weil er sich weigerte, zu zahlen, muss er sich heute auch noch damit herumschlagen.

Mittlerweile bereut der 47-jährige Kölner, dass er den Strafzettel damals nicht bezahlt hat. Im Urlaub in Florenz verirrte sich der Mann mit seiner Familie auf der Suche nach einem Parkplatz offenbar in einen verkehrsberuhigten Bereich und wurde gleich zweimal von hinten geblitzt.

In Florenz geblitzt: Mann erhält saftiges Knöllchen

Acht Monate später kam die Post von der Stadt Florenz, mit der Aufforderung ein Bußgeld von 187,73 Euro zu bezahlen. Doch der 47-Jährige empfand den Preis als Abzocke und weigerte sich die Strafe zu bezahlen: "Ich kann mich nicht daran erinnern, dass da überhaupt ein Schild stand, auf dem eine verkehrsberuhigte Zone ausgeschrieben war", erklärt er dem Online-Portal Express.

Beim ADAC erfuhr der Kölner damals, dass in Italien eine Verjährungsfrist von fünf Jahren gilt. Wer in dieser Zeit in Italien zufällig in eine Polizeikontrolle gerät, kann sofort - und mit Zusatzkosten - belangt werden. Außerdem drohen weitere Strafen. Deshalb legte der Mann sich selbst ein Verbot auf, in dieser Zeit nicht nach Italien zurückzukehren.

Italienische Stadt bleibt hartnäckig und betraut Inkasso-Büro mit Fall

Doch dabei blieb es nicht: Im Januar 2019, beinahe fünf Jahre später, erhielt der Kölner erneut einen Brief. Dieses Mal von dem Inkasso-Unternehmen "Eurotreuhand", welches im Namen der Stadt Florenz das Bußgeld eintreiben wollte. Statt den 187,73 Euro wurden nun 302,06 Euro gefordert. Außerdem drohte das Schreiben indirekt mit einer Meldung bei der Schufa. Allerdings handelt es sich hierbei um "eine zahnlose Drohung", wie Michael Nissen von der ADAC Rechtsberatung dem Portal erklärt. Auch das Inkasso-Unternehmen selbst weist laut Express darauf hin, "dass es sich lediglich um eine Schufa-Aufklärung handelt."

Auch interessant: Warum werden bei Strafzetteln Ventilstände angegeben?

Allerdings umgehen italienische Städte und Kommunen mit den Inkasso-Büros gerne den offiziellen Weg: Eigentlich müssten sie sich wegen öffentlicher Bußgelder an das italienische Justizministerium wenden, welches die Fälle an das Bundesamt für Justiz in Bonn weiterleitet. Von dort aus werden dann ausländische Bußgelder eingetrieben. Jedoch haben die italienischen Kommunen davon nichts, weil das Geld dann in Deutschland bleibt

Bußgeld im Ausland: Wie sollten Autofahrer bei Post von Inkasso-Büros reagieren?

Grundsätzlich rät der ADAC dazu, Bußgelder zu bezahlen, bevor ein Inkasso-Unternehmen tätig werden kann - sofern diese berechtigt sind und der Preis moderat. Sind die Forderungen der Inkasso-Büros zu überzogen, können Autofahrer widersprechen und sich einen juristischen Rat einholen. Bei geringen Aufschlägen lieber zahlen, als hinauszögern, heißt es von Juristen des Automobilclubs. Jedoch sollte die Post niemals einfach ignoriert werden.

Hier bekommen Sie weitere Infos: Strafzettel im Ausland: Muss ich wirklich zahlen?

So viel kosten Sie die zehn größten Verkehrssünden

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Elektrische Coupé-Limousine Polestar 2 kommt im Herbst
Volvos Elektro-Tochter Polestar legt ihr zweites Modell vor. Der vollelektrische Polestar 2 rollt zunächst für mindestens 57 900 Euro an den Start. Später soll es …
Elektrische Coupé-Limousine Polestar 2 kommt im Herbst
Reisen im Wohnmobil: So viel kostet der Urlaub mit dem Camper
Wer mit dem Wohnmobil einen Urlaub plant, sollte die Kosten bereits im Vorfeld berechnen. Die Reise könnte sonst unerwartet teuer werden.
Reisen im Wohnmobil: So viel kostet der Urlaub mit dem Camper
Fiat 500 Cabrio Hybrid: Trotz Elektrisierung – Der Kleine ist kein Kostverächter
Es hat etwas gedauert, bis man sich bei FCA (Fiat Chrysler Automobiles) auf die Elektrifizierung eingelassen hat. Inzwischen gibt es den Bestseller Fiat 500 als Hybrid …
Fiat 500 Cabrio Hybrid: Trotz Elektrisierung – Der Kleine ist kein Kostverächter
Die Neuen aus China: Voge startet mit vier Einsteigermodellen
Motorradfahrer hierzulande werden sich an eine neue Marke gewöhnen dürfen: Voge. Mit gleich vier Modellen im unteren Hubraumsegment geht die Marke aus China an den …
Die Neuen aus China: Voge startet mit vier Einsteigermodellen

Kommentare