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Der McLaren 650S ist für 231.500 Euro zu haben.

Sausen mit Sympathie

Bergwandern mit dem McLaren 650S

Im Motorsport ein Superstar, zum letzten Mal auf der Straße als Mercedes SLR McLaren – und dann das: Mit dem MP4-12C stellte die britische Sportwagenschmiede aus Woking vor drei Jahren wie...

...aus dem Nichts ein nahezu perfektes straßentaugliches Rennauto vor. Rund 3400 Einheiten wurden seitdem verkauft. Dann kam der P1, der nur 375-mal gebaute 1.067.000 Euro teure und in kürzester Zeit vergriffene Superflitzer und jetzt das Facelift des 12C, der 650S. McLaren auf der Überholspur!

Zunächst die wichtigsten Neuerungen beim 650S im Vergleich zum McLaren MP4-12C:

  • 25 PS mehr und eine überarbeitete und jetzt noch direkter ansprechende Motorauslegung (0 auf 100 in 3,0 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit: 333 Stundenkilometer, Drehmoment 678 Nm).
  • Die neue, jetzt von zwei z-ähnlichen Linien rund um die Scheinwerfer dominierte Frontpartie, wobei der Neue an Knuffigkeit verliert.
  • Der flexible Anpressdruck-Flügel (Airbrake), der jetzt nicht mehr nur ab einem bestimmten Tempo oder beim Bremsen ausfährt, sondern auch in den Kurven mitreguliert.

Der Test: Der McLaren 650S (Preis: 231.500 Euro) ist wie der 12C eine Spaßmühle, aber eine mit Sympathiefaktor. Denn das ist das, was uns bei der Ausfahrt am meisten verblüfft hat. Das Auto ist – obwohl ein politisch völlig indiskutabler Supersportwagen – Everybody‘s Darling. Zuhälterfaktor: gering. Massenfaktor: gering! Kein Huyara, kein Mansory, nein, ein echt schöner Sportwagen.

Zugegebenermaßen: Der Testansatz hat schon was Verrücktes. Mit dem McLaren ins Kleinwalsertal düsen und eine stinknormale Bergtour machen. Wo soll denn da bloß die Ausrüstung hin? Kein Thema, passt alles rein, da, wo normalerweise der Motor ist, außer beim Käfer oder beim Porsche, wie auch das Foto beweist. Der McLaren bietet genug Platz für den spontanen Ausflug. Ein ganzer Urlaub geht auch, vorausgesetzt, man legt den ein oder anderen Boxenstopp im Waschsalon ein.

Aber für den längeren Urlaubstrip durch Italien kauft man sich so eine Kutsche ja auch nicht. Und auch nicht für die Autobahn, denn der McLaren ist der ideale Begleiter auf der Landstraße. Groovy, wie das Motorsportgerät in den Kurven so bravourös liegt wie die automobile Massenware von der Stange gerade mal den Geradeauslauf bewältigt.

Selbst die eher ängstliche Beifahrerin fühlt sich pudelwohl, so als würde sie selbst den Slalomschwung auf der Piste ansetzen, und nicht ich den Biturbo-Achtzylinder durch die Haarnadelkurve jagen. Herrlich der Brems-Spoiler, der frech im Wind steht, wir zählen mindestens sieben Victory-Daumen der entgegenkommenden oder überholten Fahrzeuge, als wir vom Kleinwalsertal zurück nach München stauben.

Erstaunlich, was reinpasst: eine komplette Bergausrüstung für zwei.

Und einen Moment werden wir definitiv nicht vergessen: Den, als wir uns unserem McLaren auf dem Liftparkplatz nähern, das Fahrzeug umlagert von Schaulustigen, die, als sie uns sehen, noch mehr ins Staunen geraten. Denn mit verschwitzten Bergwanderern mit Rucksack und Trekkingschuhen hatten sie als Fahrer des Boliden nicht gerechnet. Aber das macht den McLaren ja auch so sympathisch.

McLaren 650S

McLaren 650S

RDF

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