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Stark aber leicht: Bei der Konstruktion galt das Hauptaugenmerk der Gewichtsersparnis, erreicht durch ein spezielles Kohlefaser-Chassis

McLaren MP4-12C: Beflügelnder Supersportler

McLaren hat gerade den MP4-12C vorgestellt – für 200.000 Euro möchten ihn die Engländer unters zahlungskräftige Volk bringen -wir haben ihn Probe gefahren.

Wie kriegt man das alles unter eine Haube? Eleganz, Aggressivität, Exklusivität? Die Eigenschaften eines Super-Sportwagens, ausnahmsweise nicht aus Deutschland, nicht in einer kleinen Tuning-Klitsche geboren, sondern auf den Asphaltpisten dieser Welt groß geworden? Des Rätsels Lösung steht beim Händler. In über 30 Showrooms auf dieser Welt. Und jetzt auch in München. McLaren hat dort gerade den MP4-12C vorgestellt – wir haben ihn Probe gefahren.

Die Strecke: alltagstauglich

McLaren MP4-12C: Beflügelnder Supersportler

Von Schwabing aus über die A 99 zur A 96, dann über die Starnberger Flur (hier sollen die Leute ja auch kaufen) über die Autobahn zurück nach München. Start in Schwabing, weil in der Domagkstraße nach Düsseldorf und Hamburg gerade eine neue deutsche McLaren-Dependance gebaut wird. Der britische Rennstall hat zwölf Fahrer-Weltmeisterschaften und acht Konstrukteurs-Auszeichnungen eingefahren. Und jetzt ein echtes Serienfahrzeug, wenn man den in überschaubarer Anzahl produzierten F 1 nicht mitzählt! 1000 MP4-12 C wollen die Engländer jährlich unters zahlungskräftige Volk bringen. Und das zu einem Einstandspreis, der so um die 200.000 Euro liegt. Die Gegner: Porsche-Turbo muss es schon sein, ansonsten will man sein Mütchen an Lamborghini, Maserati, Ferrari oder auch Audi R-8 kühlen.

Erster Eindruck

Der Straße so nah: Tester Rudolf Bögel in der Fahrerkabine, die knapp über dem Asphalt schwebt

Lässig steht der McLaren da, mit seinen gedrungenen pantherhaften Formen und den im geöffneten Zustand elegant gespreizten Schmetterlingsflügeln. Wir nehmen Platz in einer Karbon-Kabine: In der Formel I damals eingeführt – das sogenannte Monocoque, dann im Straßenbetrieb zum ersten Mal im legendären F 1 und jetzt als „Carbon Mono Cell“ im neuen MP 4. Die Karbon-Zelle weist eine fünfmal höhere Festigkeit auf als ein vergleichbares Aluminium-Chassis und spart natürlich beim Gewicht. Bei Letzterem wird McLaren fast pingelig. Der Schriftzug McLaren ist nicht aufgesetzt, sondern tief geprägt. Bringt zwar nur 2,1 Gramm, aber bitte schön: Wer das Gramm nicht ehrt, ist des Kilos nicht wert.

Anlassen des Motors

Triumph des Wenigen: Das Cockpit ist aufgeräumt, übersichtlich und wirkt edel

Cooler Sound, 600 PS mit 600 Newtonmeter Kraftentfaltung. Und das in der Bandbreite von 3000 bis 7000 U/min! Das ist mehr als ordentlich und bringt das Geschoss in 3,3 Sekunden von 0 auf 100 km/h und in 9,1 Sekunden von 0 auf 200 km/h. Das Tempo ist nicht abgeregelt und liegt bei 330 Stundenkilometern. Den Achtzylinder-Mittelmotor haben die Konstrukteure besonders tief gelegt und damit dem Fahrwerk einen besseren Schwerpunk verpasst. Ansonsten ist es eher angebracht von einem Triebwerk als von einem Motor zu sprechen. Ausgefahren wird bei diesem Fahrzeug übrigens ein Brems-Spoiler. Der taucht – ähnlich wie bei einem Verkehrsflieger nach der Landung – dann auf, wenn der McLaren abrupt abgebremst wird. Durch den Anpressdruck der Luft wird dem Wagen mehr Stabilität verpasst. Braucht es auch, denn von 100 Stundenkilometern auf 0 geht es in unglaublichen 30,5 Metern.

Raffiniert ist das Sieben-Gang-Doppelkupplungs-System mit Pre-Cog: Was sich ein wenig unanständig anhört, ist das Gleiche wie das Vorfokussieren bei einer Kamera. Das heißt – populär ausgedrückt – der Gang ist schon halb eingelegt, bevor er durch das Betätigen der Schaltwippen tatsächlich rein muss. Das verkürzt die Schaltwege um Millisekunden.

Fazit

Zunächst einmal Lob aus der Design-Sicht. Das Cockpit ist aufgeräumt und edel – ein Triumph des Wenigen! Toller Blick auf die Straße: Die Frontscheibe ist ziemlich nach unten gezogen und zusammen mit der nach vorne abfallenden Motorhaube hat man den Eindruck fast auf der Straße zu sitzen. Und so wirkt der McLaren wie ein düsengetriebener Staubsauger, der den Asphalt vorne weg saugt und ihn hinten wieder ausstößt.

RDF

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