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Erster Eindruck vom neuen Mercedes S63 AMG: Gekonnter Spagat zwischen Luxus und Fahrdynamik

Mercedes S63 AMG

Muskelspiel mit Stil

Es ist ein Dampfbügeleisen für die Straße. Ein Auto, gebaut, jede Bodenwelle und jedes Schlagloch elegant wegzubügeln. Und der Dampf sitzt unter der Motorhaube …

Wir sehen den neuen Mercedes S63 AMG – die sportlichste Möglichkeit, S-Klasse zu fahren. Und auch eine der teuersten.

Autor Uli Heichele testete den neuen Mercedes S63 AMG

Gerade hat AMG (Mercedes’ Abteilung für die Sportkracher) den neuen Wagen vorgestellt. Dazu die Worte von AMG-Chef Ola Källenius: „Das Ziel war, ein Auto zu entwickeln, das sich auf dem Fahrersitz so lebendig wie möglich anfühlt und bei dem gleichzeitig der Komfort im Fond nicht verloren geht. Ein Spagat.“

Die Ingenieure haben sich dafür vor allem das Fahrwerk vorgenommen. Entwickler Oliver Wiech: „Ganz entscheidend sind die Änderungen an den Achsen.“ Da gilt: Je starrer, umso mehr Rückmeldung bekommt der Fahrer. Und in der Gegenrichtung: Je weicher, umso komfortabler. Der S63 AMG sollte das Beste aus beiden Welten bekommen: Direkt in den Kurven, aber geeignet zum Gleiten.

Mercedes S63 AMG

Motor: V8-Benziner mit Doppelturbolader
Leistung: 585 PS
Hubraum: 5,5 Liter
Drehmoment: 900 Nm
Höchstgeschw.: 250 km/h
Beschleunigung von null auf 100 km/h: 4 Sek.
Verbrauch: 10,3 l/100 km (Herstellerangabe)
Leergewicht: 1995 kg
Länge (langer Radstand): 5,28 m
Breite: 1,91 m
Preis: ab 149.880,50 Euro

Das funktioniert z. B. über eine neue Aufhängung und eigens ausgetüftelte Lager. Auf Wunsch gibt’s einen Allradantrieb, der den Großteil der Kraft an die Hinterräder abgibt. Källenius: „Einen AMG sollte man auch mit dem Gaspedal lenken können.“ Alles in allem unterscheidet sich die AMG-Version in rund 500 Teilen von der normalen S-Klasse. Dazu gehören auch Dinge, die unscheinbar klingen, aber viel Wirkung zeigen. Z. B. die Lithium-Ionen-Batterie. Das Prinzip ist das gleiche wie bei Handy-Akkus und spart Gewicht. Insgesamt wiegt der Neue etwa 100 Kilo weniger als sein Vorgänger. Das sind aber immer noch fast zwei Tonnen – womit auch klar ist, dass dieser AMG kein feinnerviger Sportwagen sein kann. Källenius: „Die S-Klasse ist eine Luxuslimousine. Das gilt auch für den S63.“

Also Muskeln, aber bitte mit Zurückhaltung. In diese Kerbe schlägt auch der Motor. Der V8 hat 585 PS. Aber: Er prügelt nicht, er ist nicht giftig – er schiebt einfach an. Dazu passt das Geräusch: Kein Gekreische, eher der kräftige Klang einer Motoryacht. Källenius: „Man muss mit einer S-Klasse ja nicht unbedingt die Nachbarschaft aufwecken …“ Diese Baureihe steht eben vor allem für Gediegenheit, was sich auch im Innenraum fortsetzt. Leder, Holz, Metall, auf Wunsch Carbon: Die Oberflächen sind edel, die Verarbeitung makellos.

Luxus-Power: Mercedes S63 AMG mit 585 PS

Luxus-Power: Mercedes S63 AMG mit 585 PS

Dazu elektronische Helfer aller Art, Sitze wie eine Couch und viel Platz: In der Summe ergibt das reinen Luxus auf vier Rädern. In diesem speziellen Fall betrifft der Luxus auch die Fahrdynamik.

Uli Heichele

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