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Voll auf Kurs: Mercedes bietet mit dem Shooting Brake einen spritzigen Luxuskombi.

Mercedes CLS Shooting Brake

Eine Jacht für die Straße

Wissen Sie, was ein Shooting Brake ist? Nein, nein – hat nichts mit Bremsen zu tun, sondern bedeutet so viel wie „Schieß-Kutsche“.

So bezeichneten die englischen Aristokraten einst ihre Fahrzeuge, die hinten höher waren (und so viel Stauraum für die Jagdgewehre boten) und vorne flach und schnittig. Genau so einen Shooting Brake bringt nun Mercedes auf den Markt – mit dem CLS. Und ums kurz zu machen: Den Stuttgartern ist damit etwas Neues gelungen – ein perfektes Luxusfamilienauto.

Unser Redakteur Armin Geier mit dem 525 PS starken Modell des Shooting Brake.

Im schönen Florenz stellte Mercedes Ende letzter Woche den neuen CLSA Shooting Brake vor. Wir waren dabei, um den Wagen zwei Tage bei mehreren Probefahrten unter die Lupe zu nehmen. Was als Erstes auffällt: Das Ding ist richtig lang! Genau 4,96 Meter misst das Edelmodell, ist aber nur 1,40 Meter hoch. Wer dann den riesigen Kofferraum aufmacht (590 Liter Platz!), der blickt auf einen Boden aus Kirschbaumholz. Der Vergleich liegt auf der Hand: Der Shooting Brake soll die Yacht von Mercedes werden.

Edles Gehölz: Gegen Aufpreis (4700 Euro) wird der Laderaum mit Kirschbaumholz ausgelegt – das erinnert an den Boden einer Jacht.

Und genau so fährt sich der Wagen auch: Er gleitet über die Straße, ohne je die Spur zu verlieren – und sind die toskanischen Straßen noch so kurvig. Brillant. Wenn es ums Fahrverhalten geht, hat Mercedes im Vergleich zu manchem Konkurrenzmodell die Nase vorn. Mit 265 PS hat der CLS 350 Diesel auch genug Kraft, um ebenso in der Beschleunigung zu überzeugen. Die Benziner-Variante glänzt sogar mit 306 Pferdestärken. Da startet man von null auf hundert in 6,7 Sekunden durch (der stärkere CLS 500 schafft es sogar in 5,3 Sekunden). Ja, für so ein Schiff ein beeindruckender Wert. Und was noch dazukommt: Die Fahrfreude bleibt auch beim Tankstopp. Im Normverbrauch genehmigt sich der V6-Zylinder mit seinen drei Litern Hubraum gerade sechs Liter Diesel pro 100 Kilometer. Angenehm!

Aufs Detail kommt es an: Und das ist in der Nobelkarosse erwartungsgemäß vom Feinsten – ob bei den Armaturen.

Jetzt mag sich so mancher die Frage stellen: Wer braucht denn das? Ein viertüriges Coupé mit Kombi-Heck? Also einen Familienflitzer? Man mag es kaum glauben, aber der Markt dafür boomt. So verkauft Porsche mehr Panameras (also den Zuffenhausener Renner mit Platz im Heck) als andere Modelle. In diese Nische will nun auch Mercedes vorstoßen. Besonders, da die Stuttgarter auch eine AMG-Version der CLS „Schieß-Kutsche“ auf den Markt bringen werden – mit 525 PS! Stärker geht’s kaum.

Fazit

Der neue CLS Shooting Brake wird sicher seine Käufer finden. Bei unserem Test erwies er sich als die perfekte Mischung aus geräumiger Limousine und kraftvoller Rennsemmel. Egal, ob Innenausstattung oder Motor – alles ist nur vom Feinsten. Genau das hat natürlich seinen saftigen Preis. Der startet bei 61.761 Euro (ohne alles). Wer ein paar Extras will, muss schon mit 80.000 Euro rechnen. Einziger Trost hier: Noch immer billiger als eine Jacht.

Armin Geier

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Mercedes CLS Shooting Brake - erste Fotos

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