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Tester Hans Moritz mit seinen Kindern Laurin (1), Yanica (5) und Fina (7) vor Schloss Rieden am Staffelsee.

Bullig, aber nicht behäbig

Der Mitsubishi Outlander ist ein Spritwunder

Never change a winning team – ein wahrlich erfolgreiches Paar sind Mitsubishi Motors und sein Outlander. 2003 kam das SUV in Deutschland auf den Markt, 35.000 Exemplare rollten bei den Händlern von den Höfen.

Der Erfolg machte die Japaner, denen schon mit dem legendären Pajero ein Glücksgriff gelungen war, nicht satt und müde. Nein, die Designer überarbeiteten den Erfolgslieferanten. Am 6. Oktober 2012 lüftete sich der Vorhang über der dritten Modellgeneration. Ein halbes Jahr später bekam Mitsubishi die Bestätigung, dass sich die grundlegende Überarbeitung gelohnt hat. In Japan wurde der Outlander als sicherstes, 2012 auf den Markt gekommenes Fahrzeug gekrönt.

Nach außen bleibt der Outlander bullig, aber keineswegs behäbig. Die erste Überraschung ergibt sich beim Öffnen der Türen. Der Siebensitzer ist von außen her nicht zu erkennen, das Modell bleibt kompakt und zieht sich nicht auffällig in die Länge wie viele andere Familienvans. Die Insassen müssen sich dennoch nicht wie in einem Pferch fühlen. In allen drei Sitzreihen herrscht – zumindest für normal gewachsene Mitfahrer – erstaunlich viel Beinfreiheit. Und ein anständiger Kofferraum bleibt auch noch übrig.

Mitsubishi Outlander Instyle 2.2 DI-D 4WD

Leistung: Vier Zylinder, 150 PS
Höchstgeschw.: 200 km/h
Länge/Breite/Höhe: 4,66/1,80/1,68m
0 auf 100 km/h: 10,2 sek.
Durchschnittsverbrauch: 5,4 l/100km
CO2: 140 g/km
Leergewicht: 1630 kg
Max. Zuladung: 630 kg
Wendekreis: 10,6m

Doch dahinter wird es wie bei vielen modernen SUVs ärgerlich. Die hohe Ladekante ist schon für sich wenig komfortabel. Nervig ist jedoch, dass die Innenraumverkleidung und die Oberkante des Stoßfängers sehr anfällig gegen Kratzer sind. Hier zeigt sich wie bei vielen anderen Herstellern: Meist handelt es sich doch um feine Straßenkreuzer und eben nicht um ungestüme Arbeitstiere abseits markierter Wege. Das markige Auftreten hat einen weiteren Nachteil: Der Outlander ist wegen seiner hohen Motorhaube und dem vergleichsweise kleinen Ausblick nach hinten nicht gerade übersichtlich. Daher sollte man Parksensoren und Rückfahrkamera auf dem Bestellzettel unbedingt ankreuzen.

Genug gemeckert. Schnurrt erst einmal der Zweiliter-Benziner mit fünf Gängen oder wahlweise das neue 2,2-Liter-Dieseltriebwerk mit Sechsgang-Schalt- oder Automatik-Getriebe, sind die kleinen Unzulänglichkeiten schnell vergessen. Mit jeweils 150 PS bringt der Outlander genug Power auf Asphalt oder Kiespiste. 200 Kilometer pro Stunde schafft das Kraftpaket. Hier darf man getrost auch mal kräftiger aufs Gaspedal treten. Ein überraschend geringer Normverbrauch von 4,8 Litern auf 100 Kilometer erlaubt so manchen Gefühlsausbruch. Wer den Outlander das erste Mal fährt, ist geneigt, irgendwann mal gegen die Tankanzeige zu klopfen, ob die Nadel nicht vielleicht doch hängen geblieben ist.

Sehr angenehm: Klimaautomatik, Tempomat, Geschwindigkeitsbegrenzer, Berganfahrhilfe und vor allem sieben Airbags gehören zur Grundausstattung. Bei diesem Basisangebot ist es auch zu verschmerzen, dass Materialien und Verarbeitung längst nicht auf dem gleich hohen Niveau sind wie bei den Mitbewerbern von Mercedes, Audi oder BMW.

Die dritte Outlander-Generation ist vor allem komfortabler, sicherer, sparsamer und nachhaltiger geworden – und 100 Kilo leichter! An der Preisschraube wurde hingegen erfreulicherweise so gut wie nicht gedreht. Die Spanne reicht von 24.500 bis 39.900 Euro.

Hans Moritz

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