Elf Monate von der Skizze zum Supersportler

- Er ist der erste seiner Art: Ein Hochleistungs-Sportwagen mit Gänsehaut-Faktor und gleichzeitig hoher Alltagstauglichkeit, eine Fahrmaschine mit Luxusambiente. Entwickelt unter strengster Geheimhaltung und nach der Audi-Philosophie, dass sich ein Showcar durch Realitätsnähe und volle Funktionsfähigkeit auszeichnen muss. Realisiert in gerade mal elf Monaten von der ersten Designskizze bis zur aufsehenerregenden Präsentation auf der IAA 2003 in Frankfurt. Der Audi Le Mans quattro verkörpert in sich die gesamte Design-, Motorsport- und Technikkompetenz der Ingolstädter. Doch wie entsteht eigentlich so ein Showcar? Hier Einblicke in ein "Making of" der besonderen Art.

<P>Lediglich elf Monate dauerte es, diesen Technologieträger erster Güte auf die Räder zu stellen. Für das Projekt zeichnete ein Kernteam von acht Mitarbeitern verantwortlich, bestehend aus zwei Technikern und sechs Designern - unterstützt von zahlreichen Experten aus den unterschiedlichsten Audi Fachabteilungen. Zum Vergleich: Für ein Serienfahrzeug liegt der Entwicklungszeitraum bei 36 Monaten - mit den entsprechenden Personalkapazitäten eines großen Konzerns.</P><P>Vorgabe war, dass man mit dem Le Mans quattro Rekordrunden auf der Rennstrecke ebenso fahren kann wie problemlos vor dem Friseursalon einparken. Nach Strategiegesprächen mit Audi-Chef Martin Winterkorn erfolgte im Oktober 2002 die erste Präsentation mit Zeichnungen und Skizzen beim Audi-Vorstand - die Basis des Fahrzeugs, das Package, war festgelegt. Fünf Teams reichten ihre Entwürfe ein, Mitte November waren noch drei verschiedene Exterieur-Varianten im Rennen, beim Interieur hatte man sich bereits auf ein Erscheinungsbild geeinigt. Aus den drei Varianten wurden dann 1:4-Tonmodelle gefräst, die dem Vorstand kurz vor Weihnachten präsentiert wurden.</P><P>Die Wahl fiel auf die sportlichste Ausprägung. Mit von der Partie waren dabei übrigens auch die Konstrukteure von Audi Sport mit ihrem Know-how aus dem Rennsport, Kollegen aus dem Windkanal-Zentrum in Ingolstadt, aus dem Aluminium-Zentrum und der Motorenentwicklung in Neckarsulm sowie von Lamborghini und Cosworth.Das Fahrzeug selber wurde aus Geheimhaltungsgründen übrigens nicht im Werk Ingolstadt aufgebaut, sondern bei einem externen Modellbau-Partner von Audi ganz in der Nähe von Ingolstadt.</P><P>Wie überhaupt das Thema Geheimhaltung elementarer Bestandteil bei der Entstehung des F 03 war. Alle Teammitglieder unterzeichneten für das Projekt eine separate Geheimhaltungserklärung. Selbst gegenüber ihren Familien, Partnern und langjährigen Kollegen waren die beteiligten Mitarbeiter zu strengem Stillschweigen verpflichtet. Auf diese Weise war über das Projekt auch innerhalb des Konzerns nur ein sehr kleiner Kreis informiert.</P><P>Nahezu jedes Teil des Le Mans quattro wurde in kosten- und zeitintensiver Handarbeit gefertigt. Jeder Schalter, jede Felge - alles musste eigens aus Aluminiumblöcken gefräst werden. Kaum ein Stück, das dem herkömmlichen Teilesortiment für die Serienmodelle entnommen werden konnte. Fast jedes Le Mans quattro-Teil ist, wie das Auto selbst auch, ein Unikat.</P><P>Im Zweischicht-Betrieb ging die kleine Mannschaft die Realisierung des Le Mans quattro an. Alle vier Wochen wurden die neuesten Ergebnisse dem Vorstand präsentiert. Denn schließlich rückte der IAA-Termin unaufhaltsam näher. Doch während sich der Start einer Produktion schon mal verschieben lässt, gilt das für die größte Automobilmesse der Welt natürlich nicht.</P><P>Schließlich wurde der Le Mans quattro in lediglich drei Tagen einmal komplett aufgebaut und montiert, um für einige Zeit bei Foto- und Filmshootings in München sowie auf dem Audi Testgelände in Neustadt ins rechte Licht gerückt zu werden. </P><P>Am 8. September war es dann vollbracht: Als der Audi-Chef Martin Winterkorn mit dem Superrenner auf einer eigens für diesen Anlass abgesperrten Straße in Frankfurt vor der aufgebauten Rennstrecken-Tribüne vorfährt und das Blitzlichtgewitter losbricht, ist dies der Lohn für elf Monate harter Arbeit. <BR></P>

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