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Klapphelme: Beim Fahren muss

Technik und Sicherheit

Vorsicht bei Klapphelmen: Darauf sollten Sie beim Motorradfahren achten

Klapphelme mit Kinnteil sind praktisch. Beim kurzen Stopp lässt sich der Helm schnell lüften oder die Brille richten. Aber eines sollten Sie nicht tun.

Die sogenannten Klapphelme zeichnen sich dadurch aus, dass ihr Kinnteil über ein Scharnier nach oben geöffnet ("geklappt") werden kann. Bei einem kurzen Stopp unterwegs bieten sie eine willkommene Gelegenheit, um ungehindert frische Luft zu tanken (oder eine Zigarette zu rauchen).

Für Brillenträger ist außerdem das Auf- und Absetzen der Sehhilfe oftmals komfortabler. Viele Motorradfahrer wissen jedoch nicht, dass das Kinnteil bei den meisten Klapphelm- Modellen nach Herstellerangaben während der Fahrt geschlossen sein muss.

Sicherheitsrisiko: geöffnetes Kinnteil

Es ist also nicht erlaubt mit hochgeklapptem Kinnteil zu fahren, erinnert das Institut für Zweiradsicherheit. Der Grund: Das nach oben geöffnete Kinnteil ist ein Sicherheitsrisiko. Dabei können vor allem die Umverteilung des Helmgewichtes sowie die Belastungen bei höheren Geschwindigkeiten, die auf Helm und Kopf einwirken, stark zunehmen. Zudem besteht die Gefahr, während eines Sturzes mit dem Kinnteil irgendwo hängen zu bleiben. Das in Höhe der Stirn liegende Kinnteil wirkt dann wie ein Hebel.

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Achten Sie auf die Genehmigung des Motorradhelms

Es gibt jedoch auch Klapphelme, mit denen die Fahrt im geöffneten Zustand gestattet ist. Bei diesen wird das Kinnteil meist weiter nach hinten geschoben und speziell arretiert. Wie mit dem jeweiligen Helm umzugehen ist, verrät seine Zulassung bzw. die ECE-Kennzeichnung.

Die ECE regelt in Nr. 22 die einheitlichen Bedingungen für die Genehmigung der Schutzhelme und ihrer Visiere, prüft hier nach dem Verfahren "Helm mit Kinnbügel" (P) und "Helm ohne Kinnbügel" (J). Ob "P" oder "J" zeigt der Aufnäher am Kinnriemen oder im Helmfutter. Einige Modelle sind als geschlossener Helm, zusätzlich aber auch als Jethelm homologiert, sind dann quasi doppelt geprüft und mit einem "P/J" gekennzeichnet, und dürfen mit zurückgeschobenem Kinnteil gefahren werden. Ein Helm nur mit P-Vermerk aber nicht.

Die Kinnteilprüfung gibt es seit Anfang 2004. Sollte der Helm keinerlei Kennzeichnung besitzen, ist er vermutlich älter als 14 Jahre und sollte dringend ausgetauscht werden.

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Bremshebel ergonomisch ausrichten

Die Bremsbereitschaft ist gerade für Motorradfahrer (über)lebenswichtig. Damit die Reaktionen sicher und schnell gelingen, sollten Bremshebel und -pedal ergonomisch optimal auf den Fahrer eingestellt sein. Alle einstellbaren Bedienelemente sollten an die Sitzposition angepasst werden, empfiehlt das Institut für Zweiradsicherheit.

Die Weitenverstellung des Bremshebels funktioniert oft per Einstellrad. Dabei empfiehlt es sich, die Ausrichtung so vorzunehmen, dass alle fünf Finger gut zupacken können. "Zwei-Finger-Bremser" hingegen benötigen etwas mehr Abstand, damit die übrigen beiden Finger beim Bremsen nicht eingeklemmt werden. Der Fußhebel sollte so eingestellt werden, dass der Stiefel locker darüber ruhen kann, aber bei Bedarf sofort das Pedal trifft. Für die horizontale Ausrichtung von Brems- und Kupplungshebel empfiehlt das IfZ eine Einstellung, bei der Unterarm, Handfläche und Finger eine gemeinsame Linie bilden.

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AMPNET/JRI

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