Münchner Dreh-Orgie

München - Ein Coupé von BMW war schon immer was Besonderes. Das trifft auch auf das neue 1er-Coupé zu, das ab dem 24. November beim Händler steht und auch in der kompakten Reihe von leistungsstarken Motoren angetrieben wird. Top-Modell ist der rund 39 000 Euro teure BMW 135i mit satten 306 PS. Immerhin: Ein 177 Diesel-PS starkes Einstiegsmodell ist schon ab 28 750 Euro zu haben.

Coupés sind Autos, die bekanntlich weniger Platz bieten, aber dafür mehr kosten als Limousinen und Kombis. Exklusivität und Fahrspaß genießen hier Priorität. Dass letzteres beim neuen BMW 1er Coupe nicht zu kurz kommen, dafür sorgt schon der Heckantrieb. Mit ihm lässt sich hohe Motorleistung kompromisslos auf die Straße bringen.

Und so macht es überhaupt keine Probleme, das mit 4,36 m relativ kleine und mit rund 1,5 Tonnen relativ leichte Auto mit einem bärenstarken Motor zu bestücken: drei Liter Hubraum, sechs Zylinder, Biturbo-Aufladung, 306 PS sind es in der Top-Version. Das ergibt ein Leistungsgewicht von 4,8 kg pro PS und damit geht es in 5,3 sek. auf Tempo 100. Wäre bei 250 Sachen nicht abgeregelt, ginge es wohl noch flott weiter.

Aber BMW denkt auch an weniger leistungsorientierte Coup´e-Fans, bei denen das Geld nicht ganz so locker in der Tasche sitzt. Für diese bietet man mit dem BMW 120d und BMW 123d zwei preisgünstigere Vierzylinder-Diesel-Varianten mit 177 und 204 PS zum Preis von 28 750 bzw. 32 500 Euro an. Beide Motoren werden auch im Steilheck-1er verbaut. Beim BMW 120d liegt der Aufpreis fürs Coup´e bei 1800 Euro, beim BMW 123d sind es 1550 Euro.

Weniger Platz für mehr Geld? Das stimmt beim 1er nicht so ganz. Zwar finden die beiden Hinterbänkler in gut geformten Einzelsitzen 2,6 cm weniger Kopffreiheit als im Steilheck-1er vor und der Knieraum ist genauso groß beziehungsweise klein. Der Kofferraum hingegen ist beim Coup´e mit 370 statt 330 Liter größer. Die geteilt umklappbare Rückbank kostet keinen Aufpreis und erweitert den Laderaum auf 815 Liter. Zum Vergleich: Der Steilheck-1er verfügt über 1150 Liter.

Allen Coupé-Versionen gemeinsam sind exakt schaltbare Sechsganggetriebe und ein Bremsenergie-Rückgewinnungssystem zum Sprit sparen. Die beiden Vierzylinder- Diesel sind zudem mit einer Stopp-Start-Automatik ausgerüstet, die den Motor stilllegt, wenn er nicht benötigt wird - zum Beispiel an der Ampel - und beim ersten Tritt auf die Kupplung wieder anspringen lässt. Absolut zuverlässig und schnell, weil die Zylinder dabei unter Druck gehalten werden.

Auf der Straße brilliert das neue Coupé in jeder Hinsicht. Das Fahrwerk ist straff abgestimmt, nervt aber nicht mit Fahrbahnstößen oder rauem Reifenabrollgeräusch. In Kurven, die vom Fahrer trotz des sehr hoch angesiedelten Grenzbereichs zu schnell angegangen werden, setzt ein sanftes Regelwerk aus Fahrwerkshilfen ein, die das Auto vor dem Rutschen schützen wie etwa Stabilitätskontrolle, Traktionskontrolle und Kurvenbremskontrolle. Speziell der BMW135i kann mit noch weiteren elektronischen Helfern dienen: einer Anfahrhilfe, die das Zurückrollen am Berg verhindert, einem System zum Bremsdruckausgleich, das das Fading (nachlassende Bremsleistung bei Dauernutzung) bei hohen Bremsentemperaturen verhindert, einer Trockenbremsfunktion, die den Wasserfilm von den Bremsscheiben streift.

Der Steilheck-1er wurde als Viertürer bislang weltweit 438 142 mal verkauft. Der viel später eingeführte Zweitürer brachte es auch schon auf 18 952 Verkäufe. Wie hoch der Absatz des Coupés eingeschätzt wird, will BMW wie gewöhnlich nicht verraten. Fest steht aber, dass speziell der BMW 135i, auch wenn man damit sogar Porsche-Fahrer gehörig auf die Palme bringen kann, in Deutschland keine so große Rolle spielen wird. Er soll vielmehr auf dem US-Markt Furore machen, wo BMW mit dem 1er bislang nicht vertreten war. Grund: Die Amis mögen keine Steilheck-Autos.

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