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Flacher und markanter: Die Ansicht zum Design des neuen kleinen Sterns spaltet die Generationen. Der Autorin gefällt’s.

Wuselige Superkiste

Die neue A-Klasse im Alltagstest

Was weinte ein mir nahestehender Verwandter, als er seine alte A-Klasse nach einem dummen Auffahrunfall für immer schlafen legen musste.

In seiner Trauerrede pries er noch einmal die Vorzüge seines verblichenen Sterns an: ein Stauraumwunder sei er gewesen, zuverlässig und bequem. Und er sei an lästigen Kontrollpunkten stets durchgewunken worden. Als Ordnungshüter vermutete man wohl keinen übermütigen Jungspund hinterm Steuer, eher einen vernünftigen Angehörigen der älteren Generation. Auch ich gebe zu: Reisen konnte man in dem Seniorenmobil gut. Es soll allerdings auch Leute geben, die lieber die U-Bahn zum nächsten Club genommen haben, als mit diesem Gefährt vorzufahren.

Nun ist sie bereits seit gut anderthalb Jahren am Start – die neue A-Klasse. Viel ist darüber diskutiert worden, ob man mit dem mutigen Designschritt hin zu mehr Dynamik und Sportlichkeit das ältere Stammklientel verprellt. Vorstellbar, denn einstige Annehmlichkeiten wie ein hoher, rückenschonender Einstieg sind damit auch verschwunden.

Wir testeten zwei Wochen einen A 200 CDI, ausgestattet mit Handschalter und 136 Pferdestärken. Das neue Design ist nach meinem Empfinden tatsächlich 1A, ich mag die sportlich-kompakten, flachen Formen, die eingeprägte Seitenlinie, die – nun ja – schon ein wenig an den Mitbewerber aus München erinnert.

Eingebettet: Das Cockpit der A-Klasse ist komplett auf den Fahrer ausgerichtet.

Innen geht’s angenehm weiter: In die Sitze lässt es sich trotz niedriger Position lässig hineingleiten, Polsterung, Cockpit und Mittelkonsole scheinen mich regelrecht zu umhüllen. Immer wieder schön, wenn auch Geschmackssache, sind die Lufteinströmer, die an Flugzeugturbinen erinnern. Das scheinbar frei schwebende Display über der Mittelkonsole erinnert an ein Tablet. Das wirkt frisch und modern .Dass hier alles edel verarbeitet ist – von Armatur bis Ziernaht – ist bei einem Premiumhersteller wie Mercedes zwar eigentlich erwartbar. Dennoch stellt sich dieser Wow-Effekt ein. Das Platzangebot ist ordentlich, Kopf und Beine haben Luft. Auch hinten lässt es sich in schön gepolsterten Sitzen bequem mitfahren. 

Leider gibt’s auch was zu kritisieren: Die Heckklappe ist zu klein, das Beladen des 341 Liter umfassenden Kofferraumes wird gerade bei sperrigerem Gepäck zur Herausforderung. Schade eigentlich.

Im Stadtverkehr erweist sich die A-Klasse als echte Superkiste. Sie wuselt flink, agil und spritzig über die Spuren. Der sparsame Diesel gibt ordentlich Schub und ist dabei äußerst leise. Jetzt kommt auch die straffe Federung zum Tragen – mir macht’s Freude, ich schwimme ungern über die Straßen. Auf der kurvigen Landstraße setzt die A-Klasse in Sachen Fahrdynamik noch mal einen drauf. Sie legt sich geschmeidig in die Kurven – und ist von Wanken und Schwanken etwa so weit entfernt wie München von Stockholm (irgendwie bekommt man den Elchtest wohl nie aus dem Kopf).

Fazit

Der mir nahestehende Verwandte musste der neuen A-Klasse schweren Herzen einige Vorzüge zugestehen. Um die alte trauert er dennoch. Nicht zuletzt deshalb, weil die neue ganz schön teuer ist. Los geht’s bei knapp 24.000 Euro.

Mercedes A200 CDI

  • Leistung: 136 PS
  • max. Drehm.: 300 Nm
  • Höchstgeschw.: 210 km/h
  • 0 auf 100 km/h: 9,3 sek.
  • Hubraum: 1796 ccm
  • Verbrauch: 5,7 l/ 100km (Test)
  • Länge/Breite/Höhe: 4,30/1,78/1,43 m
  • Leergewicht: 1445 kg
  • Kofferraumvolumen: 341-1157 l
  • Basispreis für den A200 CDI: ab 24.335 Euro

Scharf geladen: Das ist die neue A-Klasse

Scharf geladen: Das ist die neue A-Klasse

Katrin Basaran

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