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Sieht gut aus und ist gut gemacht: Der neue Opel Astra kann viel ab 15 900 Euro.

Der neue Opel Astra: Verdammt nah dran

Mit mehr Platz, einem verbessertem Fahrwerk und höherem Komfort startet der Opel Astra einen neuen Angriffsversuch auf die Vorherrschaft des VW Golf.

Die vierte Generation will die Maßstäbe für Fahrkomfort und Fahrdynamik in der unteren Mittelklasse neu definieren - und muss zugleich mithelfen, ein taumelndes Unternehmen zu stabilisieren. Denn wo der Weg Opels letztlich hinführt, weiss heute immer noch keiner. Was die Situation für die Opel-Mitarbeiter nicht einfacher macht.

Ende November startet bei uns der Verkauf der fünftürigen Schräghecklimousine ab 15 900 Euro. Der Kombi Sports Tourer folgt in einem Jahr, das Dreitürer-Coupé kommt erst 2011.

Jeder dritte verkaufte Opel ist ein Astra, 500 000 Einheiten werden jedes Jahr abgesetzt. Diese Zahlen genügen, um die Bedeutung zu beschreiben, die dieses Auto für die Rüsselsheimer hat. In der neuen Generatio will man nun die Messlatte bei Qualität, Komfort und Fahrdynamik in der Kompaktklasse höher legen.

Der Astra streckt sich auf 4,42 m, der Radstand ist um sieben Zentimeter auf 2,69 m gewachsen. Doch der Kofferraum ist mit 370 Liter gegenüber dem alten Astra um zehn Liter kleiner geworden. Der längere Radstand und die breitere Spur tragen zu einem spürbar reiferen Fahrverhalten bei. So souverän bügelte noch kein Astra Querfugen und kurze Fahrbahnwellen weg. Zugleich lässt sich der Fronttriebler spürbar präziser ums Eck zirkeln.

Hauptverantwortlich dafür ist die neue Hinterachse. Sie wird nach wie vor nach dem kostengünstigen Verbundlenker- Prinzip konstruiert, verfügt nun aber zusätzlich über ein sogenanntes Wattgestänge - eine bewegliche Verbindung von rechtem und linkem Hinterrad, die Wankneigungen ausgleicht und mehr Dynamik und Komfort erlaubt. Zusätzlich bietet Opel das Flexride-Fahrwerk mit Sport- und Komfortmodus an, eine Weiterentwicklung des IDS-plus-Fahrwerks des Vorgängers mit verstellbarer Dämpfercharakteristik und auf Wunsch schärferem Ansprechverhalten von Lenkung, Gas und Bremse.

Beeindruckend das niedrige Geräuschniveau, das im Vergleich zum Vorgänger um 50 Prozent verbessert worden sein soll. Die Dieselmotoren sind dennoch nach wie vor akustisch recht präsent, die Benziner gehen hingegen als echte Leisetreter durch. Fünf Ottomotoren und vier Selbstzünder mit einem Leistungsspektrum von 87 bis 180 PS werden angeboten. Im Durchschnitt verspricht der Hersteller Verbrauchseinsparungen im Vergleich zum Vorgänger um zwölf Prozent. Als Speerspitze der Sparsamkeit soll ab dem Frühjahr die Ecoflex-Variante des 1,3-l- Diesel mit 95 PS dienen, die mit 4,2 Liter je 100 km auskommt. Moderne Antriebsund Spritspartechnologien wie Start-Stopp-Automatik und Benzindirekteinspritzung sind allerdings vorerst nicht zu bekommen. Neu entwickelt wurde ein 1, 4-l-Turbobenziner mit 140 PS, der sich mit 5,9 Liter Durchschnittsverbrauch recht genügsam gibt.

Ansonsten glänzt der Astra mit technischen Innovationen, die man in dieser Klasse bislang selten bis gar nicht antrifft: das adaptive Lichtsystem AFL+ mit Bi-Xenon-Scheinwerfern, die Verkehrszeichenerkennung „Opel Eye“ mit Spurhalteassistent, die rückenfreundlichen Ergonomie-Sitze oder das aus dem Corsa bekannte Fahrradträgersystem Flex-Fix. Im Innenraum erinnert vieles an den größeren Insignia.

So kann der neue Astra im Wettbewerb bestens mithalten. Dafür hat man in Rüsselsheim auch viel Aufwand betrieben, was umso eindrucksvoller ist, wenn man die gesamtwirtschaftliche Lage des Unternehmens berücksichtigt.

osw.

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