Mit dem neuen Ibiza beweist Seat Mut zu einem frechen Design: Spanisches Windspiel

München - Mit sportlichem Design und neuer Technik will die vierte Generation des Seat Ibiza frischen Wind in die Kleinwagenliga bringen. Der Spanier greift als erstes Konzernmodell auf die neue Polo-Plattform zurück, noch bevor die Wolfsburger Verwandtschaft diese nutzen kann.

Vier Motoren - drei Benziner und ein Diesel - mit einem Leistungsspektrum von 70 bis 105 PS und drei Ausstattungsvarianten stehen bei Markteinführung zur Auswahl. Die Preise beginnen bei 12 500 Euro für die fünftürige Version, der sportlicher ausgerichtete Dreitürer folgt im Herbst und kostet 1000 Euro weniger.

Lobenswert: In beiden Fällen ist ESP bereits ab Werk dabei. Schon die in Genf gezeigte Studie Bocanegra zeigte den Mut bei Seat zu einer aussagekräftigen Formensprache. Das Außenblech der wichtigsten Baureihe der Spanier beeindruckt durch ein gekonntes Wechselspiel von Kanten, Sicken und Muskelsträngen. Die Leuchten und der Kühlergrill sitzen nun tiefer, die Kontur der Motorhaube verjüngt sich zur Front hin.

Rund zwei Drittel aller Bestellungen werden wie schon beim Vorgänger wohl auf den 1,2-l-Benziner mit 70 PS fallen. Der Dreizylinder verbraucht laut Seat 5,9 Liter auf 100 km. Darüber angesiedelt sind der 1,4-l-Ottomotor mit 85 PS und der 1, 6-l-Benziner mit 105 PS. Genauso stark ist der alternativ angebotene 1,9-l-Pumpe-Düse-Selbstzünder. Zwei weitere Diesel mit 80 und 90 PS folgen im Laufe des Jahres. Eine sparsame "ecomotive"-Ausgabe, die CO2-Werte von unter 100 g/km erreichen soll, ist ebenso in Planung wie ein optionales Siebengang-DSG-Getriebe.

Bis dahin erfolgt bei allen Aggregaten die Kraftübertragung über eine Fünfgang-Schaltung. Der Innenraum ist konventionell gestaltet, macht aber bei Materialauswahl und Verarbeitung einen guten Eindruck. Mit einer Länge von 4,05 m gehört der Ibiza zu den "Großen" im Segment. Die neue technische Basis ermöglicht einen längeren Radstand von 2, 47 m, so dass das Platzangebot für die Passagiere im Fond ordentlich ausfällt. Das Kofferraumvolumen bewegt sich mit Werten zwischen 292 und 847 Liter auf üblichem Niveau. Es stört aber die hohe Ladekante.

Pfiffig ist die Idee, für mobile Navigationsgeräte einen kabellosen Systemstecker anzubieten, der eine Saugnapfhalterung überflüssig macht. Die Geräte werden in eine Halterung eingesetzt, am Ende der Fahrt nimmt man die Orientierungshilfe einfach wieder heraus. Neben dem serienmäßigen Schleuderschutz ESP punktet der Ibiza mit einer guten Komfortausstattung, die ab Werk außer einer Klimaanlage (Aufpreis: 900 Euro oder Serie ab zweitem Ausstattungsniveau) die wesentlichen Bedürfnisse erfüllt. In den zwei höheren Versionen bleibt dann kaum ein (Kleinwagen)-Wunsch offen - inklusive Nebelscheinwerfer mit Abbiegelichtfunktion. Wer möchte, kann sogar Bi-Xenon- Scheinwerfer samt Kurven- und Tagfahrlicht ordern.

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