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Autor Volker Pfau hat die fünf Neuen von Honda für Sie unter die Lupe genommen - darunter auch die NM4 VULTUS (im Bild).

Erste Probefahrten

Neuheiten 2015: Die Fünf von Honda

In den vergangenen Jahren hat Honda stets ein wahres Feuerwerk an Neuheiten präsentiert, bei denen man kaum den Überblick behalten konnte. Für 2015 lässt es der größte Motorradhersteller der Welt relativ ruhig angehen. Was heuer beim Händler steht, ist aber beileibe nicht weniger spektakulär. Unser Autor Volker Pfau hat die fünf Neuen für Sie unter die Lupe genommen.

CROSSRUNNER CB 125F CBR 300R

Die zweite Auflage des sportlich angehauchten Allrounders mit Reiseambitionen (oben) erfuhr zur neuen Saison quasi in allen Bereichen eine Überarbeitung. Der Vierzylinder leistet nun 106 PS und hat erwartungsgemäß mit dem immerhin 242 Kilogramm schweren Allrounder keinerlei Probleme. Auf Wunsch geht es ziemlich zügig voran, es lässt sich aber auch tiefenentspannt cruisen, wozu auch die eher sanft abgestimmte Federung einlädt, die bei flotter Fahrt über holprige Wege an ihre Grenzen kommt. Dank des breiteren Lenkers hat man das Bike noch besser im Griff. Dank der variablen Ventilsteuerung VTEC (zwei Ventile pro Zylinder bei niedrigen Drehzahlen, alle vier ab rund 6500 U/ min) gibt’s beim Hochdrehen zwischendurch einen ordentlichen Schub, allerdings muss beim Überholen oder nach langsam gefahrenen Kehren zumeist runtergeschaltet werden, um nicht in den Drehzahlkeller zu fallen. Im Preis von 12 490 Euro sind unter anderem ABS, Traktionskontrolle, Heizgriffe und LED-Lichter enthalten.

NM4 VULTUS

Man braucht schon eine gute Portion Selbstvertrauen, um nach der Fahrt mit diesem Raumgleiter den Helm abzunehmen und nicht Batman, Captain America oder sonst einer der Superhelden zu sein. Auf die Basis des Rollers Integra bauten die Designer ein futuristisch anmutendes Zweirad, das direkt aus der Zukunft zu uns gekommen zu sein scheint. Doch unterm üppigen Plastikkleid werkelt bekannte Technik: ein Zweizylinder mit 745 ccm Hubraum und 55 PS Leistung, der das 245 Kilogramm schwere Gefährt aber problemlos auf Trab bringt. Erstaunlicher als das Aussehen dürfte die Fahrfähigkeit sein, denn bereits nach kürzester Zeit vergisst man die Optik und genießt einfach nur noch. Die Automatik arbeitet gut, das Handling ist problemlos, die Schräglagenfreiheit ist groß, die Bremsen verzögern souverän. 11 755 Euro verlangt Honda für das Batmobil, mit dem man dann losschweben kann, um kurz mal die Welt zu retten. Oder einfach nur zu genießen.

CBR 300R

Es müssen nicht 180 PS sein, um Supersport erfahren zu können. Es genügen auch die 31 PS, die der Einzylinder in dem neuen flotten Floh leistet. Denn dieser wiegt gerade mal 164 Kilogramm, ist sehr handlich und lässt sich spielerisch leicht fahren. Man hat nie das Gefühl, dass einen das Motorrad zu sehr fordert. Um zügig voranzukommen, ist entsprechende Schaltarbeit notwendig und die Nadel des Drehzahlmessers sollte kaum unter die 10 000er-Marke fallen. Man sitzt erfreulich entspannt und kann eine saubere Linie fahren. Die Bremsen packen gut zu, ABS ist serienmäßig – für 5055 Euro gibt es eine schöne kleine Spaßmaschine.

CB 125F

Es ist ein Bike für Einsteiger: Mit günstigen 2775 Euro steht es beim Händler, es hat keinen Schnickschnack, alles ist selbsterklärend und es ist problemlos im Fahrbetrieb. Dem Motor mit 10,6 PS fehlt es dagegen an Temperament und an Steigungen geht ihm schon mal die Puste aus, obwohl das unverkleidete Motorrad nur 128 Kilogramm wiegt. Die Drehzahl erreicht fast ständig den roten Bereich, der bei 9000 U/min beginnt. Da ist häufige Schaltarbeit angesagt. Immerhin: Die CB 125 F hat eine beleuchtete Ganganzeige.

FORZA 125

Viel Roller in der Achtelliterklasse bietet der Luxus-Scooter (links), für den stolze 4890 Euro auf den Tisch geblättert werden dürfen. Dafür gibt es zum Beispiel LED-Scheinwerfer, serienmäßiges ABS, eine Start-Stopp-Automatik und einen üppigen Stauraum unter der bequemen Sitzbank. Der Einzylinder mit 15 PS arbeitet unspektakulär und hat bisweilen Mühe, das 159 Kilogramm schwere Zweirad auf Trab zu bringen, genügt aber den Ansprüchen, solange man nicht sportlich unterwegs sein will. Fahrwerk und Bremsen sind solide, das Design sehr elegant, das Cockpit übersichtlich und informativ.

Volker Pfau

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