Nimm drei: Der Italo-Scooter Gilera Fuoco 500

München - Der Zeigefinger deutet aufs seltsame Gefährt, der Mund steht staunend offen, Kopfschütteln,vielleicht ein Grinsen - mit dem Gilera Fuoco 500 ist einem die allgemeine Aufmerksamkeit sicher.

Das Gefährt mit dem Vorderrad-Doppel sticht im Verkehr optisch heraus. Wir wollten überprüfen, ob es neben dem guten Aussehen auch zu guten Fahreigenschaften gereicht hat. Wobei das mit dem Design durchaus diskussionswürdig ist, denn die Erscheinung ist reichlich aggressiv für einen Roller mit 38 PS (28 kW), dessen Höchstgeschwindigkeit mit 142 km/h angegeben ist.

Aber sitzt man erst einmal auf der bequemen Bank, zählen die inneren Werte. Und da macht der Italo-Scooter ganz schnell eine Menge Punkte. Am Lenker vergisst man am besten sofort, dass da vorne zwei Räder rollen, die parallel geführt werden, und konzentriert sich aufs Fahren. Das geht erstaunlich gut, sieht man von einer gewissen Trägheit auf den ersten Metern ab, die ihren Grund in dem Gewicht von 244 kg hat, die in Bewegung gebracht werden wollen.

Mit jedem Kilometer steigt aber die Sicherheit, wächst die Freude am Fahren, denn der Fuoco erweist sich schon nach kurzer Zeit als überaus handlich und leicht beherrschbar. Die überraschendsten Erlebnisse haben auch gestandene Motorradfahrer beim Kurvenfahren. Da spielt das Gilera-Dreirad seine Vorteile gnadenlos aus, denn dank der zwei Räder vorne ist das Gefährt sehr stabil, steckt Bodenwellen, Bitumenflicken, Schotter und Tramgleise souverän weg.

Mit etwas Übung und einer Portion Mut im Herzen fegt man dann bald in einem Affenzahn um die Ecken, die Schräglagen sind atemberaubend und unterm Helm hat man ständig ein zufriedenes Grinsen im Gesicht. Nur der Hauptständer gibt mit seinem Kratzen auf dem Asphalt das Neigungs-Limit vor. Der Fuoco ist natürlich auch ein feines Fahrzeug, um auf der Autobahn Kilometer zu machen, ganz entspannt bei Richtgeschwindigkeit 130, aber der wahre Spaß, den erfährt man auf kleinen kurvigen Strecken.

Lob verdienen obendrein die guten Spiegel und das sehr informative Multiinstrument. Nicht ganz gelungen sind die schlecht ablesbaren Rundinstrumente (Tacho und Drehzahlmesser), die Verkleidung, die zu wenig Schutz vor Wind und Wetter bietet, dafür aber die Fuhre anfällig für Gegenwind macht, und die zu enge Tanköffnung, bei der schnell kostbarer Treibstoff verschüttet wird.

Zum Glück begnügt sich der Gilera-Roller trotz meist forcierter Gangart mit 5,1 Liter Super auf 100 km, so dass dank 12-Liter-Tank die Zapfsäulen nicht allzu oft angesteuert werden müssen. 7600 Euro will der Gilera-Händler für den Fuoco 500. Viel Geld, aber dafür bekommt man ja auch gleich drei Räder.

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