Nordlicht mit sportlichem Touch

- Sportlichkeit, gepaart mit einem ordentlichen Schuss Komfort, ist heutzutage gefragt. Und bei den Präsentationen vieler neuer Modelle hört man hinter mehr oder weniger deutlich vorgehaltener Hand die Manager flüstern, man wolle künftig in die Richtung von BMW gehen, möchte quasi als BMW von Asien, von Frankreich oder Italien bezeichnet werden. Auch die Nordmänner aus Trollhättan sind mittlerweile vom BMW-Virus befallen - ihren neuen Saab 9-3 sähen sie gerne als einen schwedischen BMW. Und in der Tat tritt dieser Tage bei uns in der Mittelklasse ein durchaus ernst zu nehmender Konkurrent aus dem hohen Norden an.

<P>Die Preisliste beginnt zwar erst bei 25 150 Euro, immerhin ein Plus von 15 Prozent gegenüber dem Vorgänger. Dafür aber bekommt man, so Saab-Deutschland-Geschäftsführer Johannes Cürten, deutlich mehr Auto als beim betagten Vorgänger. Neue Motoren beispielsweise. Für den Einstiegspreis gibt es wahlweise einen 2,0-l-Turbo-Benziner mit 150 PS oder einen 2,2-l-Diesel mit 125 PS. Die sind gut für 210 km/h bzw. 200 km/h Spitze bei einem Verbrauch von 8,3 Liter Benzin bzw. 6,6 Liter Diesel auf 100 km. Dazu gibt es zwei weitere Benziner mit zwei Liter Hubraum, die mit unterschiedlichen Turboladern 175 bzw. 210 PS stark sind. Die Top-Version heißt wieder Aero, ist erst ab 2003 zu haben und kostet ab 32 100 Euro.</P><P>Komplett neu ist das Fahrwerk inklusive Hinterradaufhängung mit vier Querlenkern und serienmäßigem ESP. Bei ersten Fahreindrücken machte es einen guten Eindruck, der neue Saab 9-3 fährt sich handlich mit durchaus sportlichen Qualitäten. Die Kraftübertragung auf die Vorderräder erfolgt wahlweise über einen Fünf- oder Sechsgang-Handschalter oder auch per Fünfgang-Automatik, die auf Wunsch über Schaltwippen am Lenkrad bedient werden kann.<BR>Nach einem bequemen Einstieg gefällt das Ambiente. Der Arbeitsplatz für den Fahrer ist gut aufgeräumt, alle Hebel und Knöpfe sind leicht zu erreichen, die Rundinstrumente und Armaturen formschön und gut abzulesen. Der Zündschlüssel ist wieder Saab-typisch am Fuße des Schaltknaufs platziert.</P><P>Auf der Konzernplattform von GM, auf die auch der Vectra von Opel zurückgreift, entstand so eine schmucke, coupé´hafte Limousine. Mit 4,63 m fast gleich lang wie der Vorgänger, gibt es durch die Verlängerung des Radstands um rund sieben Zentimeter auf 2,68 m innen jetzt deutlich mehr Platz. Davon profitieren vor allem die Passagieren auf den Vordersitzen. Hinten sitzt man zwar auch bequem, aber übermäßig viel Fußfreiheit ist nicht vorhanden.</P><P>Alle turbogeladenen Benzin-Motoren überzeugen durch ihre weiche und doch kraftvolle Leistungsentfaltung. Zu recht erwartet man bei Saab-Deutschland, dass mindestens 40 Prozent der zukünftigen Käufer den Diesel ordern werden. Er hat mit dem knapp 1,5 Tonnen schweren Fahrzeug keine Probleme, arbeitet leise, absolviert auch bei Bedarf mal schnell einen kleinen Zwischenspurt und ermöglicht so bei verhaltenem Durst preiswerten Fahrspaß.</P><P>In Sachen Sicherheit ist schwedenüblich alles an Bord, was Standard ist. Dazu gehören mehrere Airbagsysteme, aktive Kopfstützen zum Aufprallschutz sowie diverse Brems-, Traktions- und Stabilitätsprogramme.</P><P>Die weiteren Ausbaustufen nach dem Stufenheck zum Start sehen noch ein Cabrio und einen Kombi im kommenden Jahr vor. Ein Fahrzeug mit Allrad-Antrieb, das dem Segment der Sport-Utility-Vehicles (SUV) zugeordnet wird, soll dann 2004 folgen. Aber zunächst wollen die Schweden bei uns 2000 Einheiten des Saab 9-3 noch in diesem Jahr und 5000 im nächsten verkaufen. Durchaus realistisch, hat doch Saab neben einer eingefleischten Fan-Gemeinde hier einen Wagen im Angebot, der auch so manchen bisherigen Käufer von Münchner, Ingolstädter oder Stuttgarter Autos ins Grübeln bringen dürfte.</P>

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