Offene Fahrmaschine

- Erste Begegnung mit dem neuen BMW-Edelroadster Z4

<P>Auch bei BMW werden Fehler gemacht. Allerdings nur einmal. Als die Münchner vor sieben Jahren den Z3 auf die Straße brachten, starteten sie mit Vierzylindermotoren, während Mercedes und Porsche ihre neuen SLK und Boxster mit noblen Sechszylindern versahen. Prompt erhielten sie dadurch in der Öffentlichkeit das Prädikat Edel-Roadster, während der offene BMW quasi als nicht wirklich konkurrenzfähiger Billigheimer abgetan wurde. Als die Münchner dann zwei Jahre später ihren famosen Sechszylinder nachschoben, nahm die Fachpresse davon kaum Notiz.</P><P>Das wurmte verständlicherweise die Manager im BMW-Hochhaus am Petuelring. Und daher zäumen sie diesmal das Pferd von der anderen Seite her auf, wenn es um die Markteinführung des Nachfolgers Z4 (in den USA dieser Tage, bei uns Mitte März) geht. Hier finden wir nun alles das vor, was gut und teuer ist.<BR><BR>Man will jetzt schließlich eine Liga weiter oben mitspielen und gegen den Porsche Boxster antreten.<BR>Schon auf den ersten Blick wirkt der Z4 um einiges erwachsener als sein Vorgänger. Innen ist spürbar mehr Platz vorhanden, obwohl der Z4 nach wie vor ein reiner Zweisitzer ist. Das Design ist grimmiger und kantiger geworden, man wollte weg von den runden "weiblichen" Formen des Z3. Obwohl mit 4,09 m Länge nur um wenige Zentimeter gewachsen, wirkt die Fronthaube jetzt noch länger, man sitzt quasi auf der Hinterachse.<BR><BR>Unter der Fronthaube steckt ein 3,0-l-Reihensechszylinder, der seine 231 PS über ein neues, kurz gestuftes Sechsganggetriebe an die Hinterachse weitergibt. Gegen Aufpreis bekommt man auch eine Automatik oder ein SMG-Getriebe mit Schaltwippen am Lenkrad. Die Fahrwerte fallen dementsprechend aus: Der gleichfalls zum Start verfügbare 2,5-l-Sechszylinder mit 192 PS spurtet in 7,0 sek. auf Tempo 100 und ist bis zu 235 km/h schnell, der Dreiliter macht es in 5,9 sek. und erreicht 250 km/h. Das völlig neu konstruierte Fahrwerk ist von Haus aus schon deutlich sportlich ausgelegt, wer&apos;s noch härter mag, kann aber auch ein Sportfahrwerk ordern. Wobei der Z4 übrigens generell auf pannensicheren Runflat-Reifen rollt.<BR><BR>Schon das erste Anlassen lässt das Herz jedes Sportwagen-Freaks höher hupfen - dank des speziell komponierten Ansaug- und Auspuff-Sounds. Mit dem Anfahren beginnt dann das pure Fahrvergnügen. Vor allem auf kurvigen Landstraßen fühlt sich der deutlich steifer gewordene Z4 wohl, lässt sich neutral bis leicht übersteuernd ungeheuer schnell und agil bewegen bei einem extrem hohen Grenzbereich.<BR><BR>Dank diverser elektronischer Heinzelmännchen wie EPS (Electric Power Steering), ABS-Bremsen, DSC (Dynamische Stabilitätskontrolle) und abschaltbarer DTC (dynamische Traktionskontrolle) kann man den Fahrspass ohne Bedenken genießen. Sogar leichte Powerslides sind hier drin, die elektronischen Fahrhilfen greifen erst sehr spät und wirklich erst im Notfall ein.<BR><BR>Das Stoffdach öffnet sich in rund neun Sekunden und faltet sich dabei wie ein Z zusammen, wobei das vordere Verdeckdrittel dann als Persenning funktioniert. Offen bläst der Wind nur von hinten stärker ins Cockpit, dagegen schützt dann ein optionales Windschott. Geschlossen ist es auch bei sehr hohem Tempo deutlich ruhiger im Innenraum, lästige Windgeräusche sind kaum nennenswert vernehmbar.<BR><BR>Wer sich diese neue offene Fahrmaschine, die wie schon der Z3 wieder im amerikanischen South Carolina gebaut wird, leisten mag, sollte allerdings schon etwas mehr betucht sein. Denn obwohl BMW die deutschen Preise und Ausstattungen noch offen hält, kommt der Z4 deutlich teurer als sein Vorgänger. Nach unseren letzten Informationen dürften die Grundpreise beim Z4 2.5 bei 35 500 Euro beginnen, wobei hier gängige Features wie Ledersitze oder ein elektrisches Verdeck noch zusätzlich bezahlt werden wollen.<BR>Diese beiden Features sind dann im Dreiliter-Z4 bereits drin, der bei 40 900 Euro anfangen dürfte. Keine Preisvorstellungen gibt es noch für weitere Nobel-Extras wie ein neues, DVD-gesteuertes <BR><BR>Navigationssystem mit einem versenkbaren Bildschirm auf dem Armaturenbrett, ein extrem gut klingendes Power-HiFi-System mit neuartiger Carver-Technologie oder ein FDC genanntes System, das per Knopfdruck auf der Mittelkonsole ein noch spontaneres Ansprechen des Gaspedal und ein noch direkteres Lenkungsverhalten ermöglicht. Gut und teuer eben . . .</P>

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Rasern drohen künftig deutlich härtere Strafen
Manche Autofahrer mögen es sehr schnell und veranstalten illegale Rennen. Ein neues Gesetz soll solche Temposünder das Fürchten lernen. Denn es drohen nicht nur …
Rasern drohen künftig deutlich härtere Strafen
Vernetzt in die Zukunft: Erfahrungen mit dem Kymco AK 550i
Im Automobilbereich entlockt das Stichwort "Connectivity" kaum mehr als ein müdes Lächeln. Bei den motorisierten Zweirädern ist nun Kymco mit dem neuen AK 550i am Start, …
Vernetzt in die Zukunft: Erfahrungen mit dem Kymco AK 550i
Rasern droht künftig Auto-Beschlagnahmung und Gefängnis
Mit Tempo 150 durch die Stadt und dann nur einen Monat Fahrverbot? Das wird sich ändern: Teilnehmer an illegalen Autorennen riskieren künftig bis zu zwei Jahre Knast.
Rasern droht künftig Auto-Beschlagnahmung und Gefängnis
Autodiebstahl: Polizei und Versicherung sofort informieren
Das Auto ist verschwunden - da ist der erste Schreck meist groß. Doch was ist zu tun, wenn es wirklich gestohlen worden ist? Und was können Autofahrer tun, um den Dieben …
Autodiebstahl: Polizei und Versicherung sofort informieren

Kommentare