+
Der Traum der Menschheit: Saubere Autos, gespeist von Strom aus purer Windkraft. Und noch dazu alltagstauglich. Der Ampera ist schon fast ein Traumauto.

Opel Ampera

Grüße aus dem Ufo

Energie! Tatsächlich: Man kommt sich schon ein bissl vor wie in einem Raumschiff, wenn man den Opel Ampera startet.

Abgehoben: das Cockpit des Opel Ampera

Ein Knopfdruck, ein High-Tech-Hochfahrgeräusch aus der Musikanlage, die Bildschirme vor uns zeigen zig Informationen, die Knöpfe schimmern blau. Das alles zusammen will meinen: Das Ufo ist klar zum Losschweben. So fühlt sie sich an, die Fahrt im Ampera: schwebend irgendwie. Vor allem, weil dieser Opel kein Motorgeräusch hat. Sssssst. Elektro-Auto, eh klar.

Am Anfang ungewohnt, keine Tankuhr zu sehen, sondern eine Batterie-Restlaufzeit. Ungewohnt, eine separate Fußgänger-Warnhupe zu haben (eben, weil das Auto so leise ist und weil Fußgänger es deshalb oft nicht bemerken). Und vor allem: ungewohnt, so bewusst zu bremsen (gibt mehr Restlaufstrecke).

OPEL AMPERA

Länge: 4,50 Meter
Breite: 1,79 Meter
Gewicht: 1,7 Tonnen
Antrieb: Elektromotor mit 150 PS plus Benzin-Generator
0-100 km/h: 9 Sekunden
Höchstgeschw.: 161 km/h (abgeregelt)
Batterie-Kapazität: 16 kWh
Verbrauch Strom: ca. 20 kWh pro 100 km
Verbrauch Benzin bei leerer Batterie: 6 - 7 Liter pro 100 km

Preis: 43.000 Euro

Das eigentlich Erstaunliche ist aber: Unter dieser Ufo-Haut steckt eine ganz normale Auto-Seele. Das ist kein klappriger, magersüchtiger Plastik-Zweisitzer, das ist kein Feigenblatt für die grüne Konzernbilanz. Sondern: ein Auto für den Alltagseinsatz, für die Familie. Bloß eben mit Elektro-Motor. Denn, so sagt’s eine Studie: Wir Deutschen sind statistisch keine Landstraßen-Langstrecken-Könige, sondern eher Stadtsprinter. Rund 80 Prozent aller täglichen Fahrstrecken liegen unter 50 Kilometern. Und das ist – anders als längere Entfernungen – mit Akkus gut machbar.

Am Abend wartet in der heimischen Garage dann schon die Steckdose zum Nachladen. Je nach Stromstärke dauert’s vier bis acht Stunden: Dann ist er wieder voll, der Ampera. Sie merken schon: Man macht sich Alltags-Gedanken, wenn man’s mit so einem Pkw-Ufo zu tun hat.

Und der aller-alltäglichste dieser Gedanken: Lohnt sich das alles? Für die Umwelt? Und für den Geldbeutel? Unser Test: Auf 100 Kilometer verbrauchen wir im Ampera 20 Kilowattstunden. Macht auf der Stromrechnung rund fünf Euro. Vergleichsauto: unser herkömmlicher Diesel (hat 145 PS, ähnlich wie der Ampera). Wir fahren mit ungefähr fünf Litern pro 100 Kilometer. Bei einem Diesel-Preis von 1,57 Euro pro Liter kosten die 100 Kilometer fast acht Euro. Hätte sich das Elektro-Auto schon gelohnt. Aber: Der Grundpreis ist hoch. Rund 43.000 Euro muss der Raumschiff-Kapitän mindestens anlegen. Und wenn die Batterie leer ist (was je nach Fahrweise bei 40 bis 80 Kilometern passiert), schaltet sich der Benzin-Generator zu. Der Verbrauch lag dann in unserem Test bei sechs bis sieben Litern Super auf 100 Kilometern (elf Euro). Am Ende kommt’s – wie bei jedem anderen Auto auch – drauf an, wofür Sie’s brauchen. Für den Büro-Pendler, der ab und zu auch mal einen Familienausflug macht, ist der Ampera eine Überlegung wert. Vor allem dann, wenn er Technik-Fan ist und sich zum Beispiel über eine komplett berührungsempfindliche Mittelkonsole freut. Genau nachrechnen lohnt sich aber auf alle Fälle – vor allem, wenn Sie doch immer wieder mal weiter fahren, als die Batterie hergibt.

"Car of the Year 2012": Die Kandidaten

"Car of the Year 2012": Die Kandidaten

Eigentlich fehlt in der Gleichung nur noch eine Unbekannte. Nämlich der Pioniergeist, den man als Elektro-Fahrer automatisch spürt, wann immer man aufs Batterie-Symbol schaut. Hat dann doch wieder was von Enterprise...

Uli Heichele

Mehr zum Thema:

Opel Ampera ist Europas Auto des Jahres

Opel Ampera: Die Zukunft ist jetzt

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Volltanken vor Fahrt ins Ausland kann sich lohnen
Die Benzin-Preise unterscheiden sich von Land zu Land. Wo es sich für deutsche Autoreisende rechnet, vorher vollzutanken, verrät der ADAC.
Volltanken vor Fahrt ins Ausland kann sich lohnen
Studie deckt auf: Diesel stoßen mehr CO2 aus als Benziner
Eigentlich werden Dieselmotoren vor allem mit einem erhöhten Stickoxid-Ausstoß in Verbindung gebracht. Doch möglicherweise verursachen sie auch mehr CO2 als Benziner.
Studie deckt auf: Diesel stoßen mehr CO2 aus als Benziner
Aus diesem Grund sollten Sie jetzt schon Winterreifen kaufen
Für Autofahrer gilt die Faustregel "Von O bis O": Von Oktober bis Ostern sollte das Auto mit Winterreifen ausgestattet sein. Doch kaufen sollten Sie diese schon jetzt.
Aus diesem Grund sollten Sie jetzt schon Winterreifen kaufen
Kia Stonic startet Ende September ab 15 790 Euro
Der 4,14 Meter lange Kia Stonic bekommt zwar keinen Allradantrieb, dafür können die Kunden aber zwischen vielen bunten Farbkombinationen wählen. Die Preise starten bei …
Kia Stonic startet Ende September ab 15 790 Euro

Kommentare