Passabler Passat

- Mit viel neuer Technik, solider Verarbeitung und moderaten Preisen will die sechste Generation des Passat neue Maßstäbe in der Mittelklasse setzen, wenn sie an diesem Wochenende erstmals beim Händler steht. Und nach ersten Ausfahrten mit der 4,77 m langen Limousine müssen wir den Wolfsburgern bescheinigen, dass sie hier tatsächlich einen guten Job gemacht haben.

<P>Vor allem der neue 2,0-l-Vierzylinder-Diesel mit 170 PS überzeugt durch Kraft und Laufruhe. Wobei er aber leider erst ab Sommer lieferbar ist. Genauso wie zahlreiche Extras, die zukünftig Oberklasse-Flair verbreiten sollen. Zum Start stehen zunächst zwei Benziner als 1,6-l- und 2,0-l-FSI sowie zwei Diesel als 1,9- l- und 2,0-l-TDI zur Wahl. Die Preise beginnen bei 23 075 Euro für den 1,6-l-FSI und 24 010 Euro für den 1,9- l-TDI. Im neuen Passat haben die Wolfsburger sehr viel Wert auf das Interieur-Design und die Güte der verwendeten Materialien gelegt.</P><P> Außerdem gibt es viele Extras, die bislang der Oberklasse vorbehalten waren, wie etwa die zugfreie Klimaanlage aus dem Phaeton. Schnellentschlossene Käufer müssen allerdings noch etwa auf Xenon-Scheinwerfer wahlweise auch in Kombination mit einem mitlenkenden Kurvenlicht verzichten. Gewartet werden muss ebenfalls noch auf die automatische Distanzregelung ACC (Adaptive Cruise Control). Und auch das hervorragende Direktschaltgetriebe (DSG), das voraussichtlich 1900 Euro Aufpreis kostet, wird erst ab Mai eingebaut werden können. </P><P>Obwohl er sich die technischen Gene mit dem VW Golf teilt, hat der Passat seinen Platz in der oberen Mittelklasse sicher; dies schon allein wegen seiner Größe und des Platzangebots. Mehr Raum bietet auch eine Mercedes E-Klasse nicht. Die Hinterachse glänzt durch geschmeidiges Federn bei gleichzeitig hervorragender Straßenlage. Praktisch ohne Neigung durcheilt die Limousine auch enge Kurven und schluckt tapfer die Unebenheiten schlechter Landstraßen. Auf der Autobahn ist der Passat ein schneller Gleiter. Der neue Diesel mit Piezzo-Einspritzung und Pumpe-Düse-Technik arbeitet sehr leise. Sein Laufgeräusch geht in der üblichen Klangkulisse aus Wind und Reifen völlig unter. </P><P>Gegenüber dem Diesel mit 350 Nm fallen die beiden zum Verkaufsstart lieferbaren Benziner 1,6 FSI (115 PS) und 2,0 FSI (150 PS) etwas ab. Man muss sie fleißiger schalten, um einigermaßen mit dem Diesel Schritt zu halten. Der kleinste Diesel mit 1,9 Liter Hubraum und 105 PS dürfte die erste Wahl für Außendienstmitarbeiter sein, hat er doch mit 5,6 Liter auf 100 km den günstigsten Durchschnittsverbrauch. Zwar hat Volkswagen den Basispreis des neuen Passat konstant gehalten. </P><P>Er beträgt 21 800 Euro für den allerdings auch erst ein einigen Monaten erhältli-chen Benziner mit 102 PS. Ein 2,0-l-Diesel mit Rußpartikelfilter (140 PS) und Highline-Ausstattung kostet aber schon fast 30 000 Euro. Da bedarf es nur einiger teurer Extras wie Navigations- und Audiosystem, Metallic, Leder oder Telefonanlage, um den Preis deutlich über 35 000 Euro zu treiben. Im Sommer stellt VW den Passat Variant vor. Dann entscheidet sich, ob die neue Limousine einen höheren Anteil an den Verkäufen bekommt als die bislang je nach Markt üblichen 25 bis 40 Prozent. </P>

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