Ein Passat für die Sinne

Detroit - Mit einer Coupé-Version des Passat schließt VW auf der Motorshow in Detroit (noch bis zum 27. Januar) endlich die Lücke zwischen dem Passat und der Oberklassen- Limousine Phaeton. Wobei die viertürige und viersitzige Limousine mit großzügigen Platzverhältnissen, ausgesprochen eleganter Linienführung und einigen technischen Leckerbissen daherkommt. Herausragende Neuerung ist dabei das weltweit erste Spurhaltesystem, bei dem der Fahrer nicht nur gewarnt wird, sondern die Lenkung auch selbsttätig steuernd eingreift.

Als Motorisierung bieten die Wolfsburger in Europa den 1, 8-l- TSI-Benziner mit 160 PS, den 2,0-l- TSI-Benziner mit 200 PS, den 3,6-l- FSI-Ottomotor mit 300 PS sowie einen 2,0-l-TDI-Diesel in den Leistungsstufen 140 und 170 PS an. Die Preise für den ab Jahresmitte bei den Händlern stehenden Passat CC stehen noch nicht fest, dürften aber spürbar über ähnlich motorisierten und ausgestatteten Passats liegen.

Im Vergleich zur Limousine ist der Passat CC rund 3,1 Zentimeter länger ausgefallen und misst nun insgesamt knapp 4,78 m. Auch in der Breite wuchs das Coupé. Zusätzliche 3,6 Zentimeter auf knapp 1,86 m stehen diesem Passat gut zu Gesicht und werden sein Bild auf der Straße entscheidend prägen. Die um fünf Zentimeter auf 1,42 m abgesenkte Maximalhöhe trägt ebenfalls zur speziellen Dynamik des Passat CC bei.

Gegen Aufpreis wird das Coupé mit der Weltneuheit "Lane Assist" ausgestattet. Im Gegensatz zu anderen Spurhaltesystemen greift "Lane Assist" erstmals auch aktiv durch eigenständige Lenkkorrekturen ein, wenn das Fahrzeug vom Fahrer ungewollt die Spur zu verlassen droht.

Wenn das System aktiviert worden ist, beginnt es ab 65 km/h zu arbeiten. Es erkennt über seine im Innenspiegel angebrachte Kamera die Spuren und lenkt, wenn notwendig, gegen. Allerdings kann der Fahrer mit relativ geringem Kraftaufwand diese Lenkbewegung "überstimmen", falls er die Korrektur nicht wünscht. Das System soll laut VW auch bei Dunkelheit oder Nebel funktionieren und einen Beitrag zur Unfallreduzierung leisten. Denn immerhin 14 Prozent aller Unfälle, an denen nur ein Fahrzeug beteiligt ist, kommen durch unfreiwilliges Verlassen der Fahrbahn zustande.

Zu den weiteren technischen Besonderheiten beim Passat CC zählt die Dämpferregelung "Dynamic Drive Control", die bei uns wahrscheinlich ab dem Leistungslevel von 170 PS zur Serienausstattung gehören wird. Das DDC bietet drei Fahrwerkseinstufungen an: Neben der Normaleinstellung gibt es eine besonders sportliche Einstellung mit härterer Dämpfung sowie eine komfortable Variante. Bereits in der Normaleinstellung passt sich das Fahrwerk kontinuierlich den Straßen- und Fahrverhältnissen an. Beim Spitzenmodell mit 3,6-l-FSI gibts den neuen Passat CC serienmäßig mit dem Allradantrieb "4Motion". Zudem sind die europäischen Ausgaben der Topversion mit dem Doppelkupplungsgetriebe DSG ausgerüstet, das es in anderen Motorvarianten gegen Aufpreis geben wird.

Man darf gespannt sein, wie die Märkte das erste Mittelklasse- Coupé von Volkswagen aufnehmen werden. Bei Linienführung, Motorenangebot und Innenraumgestaltung hat Volkswagen auf den ersten Blick nichts falsch gemacht. Es wird für die Wolfsburger vielmehr darauf ankommen, ob potenzielle Käufer der Marke ein solches Produkt "abkaufen", wie es derzeit beim ersten Kompakt- SUV, dem Tiguan, mühelos gelingt, oder ob man den Passat CC als nicht markengerecht empfindet und er einen ähnlich schweren Stand wie der Phaeton haben wird.

osw.

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