+
Kühle Sitze trotz strahlender Sonne: Audi bietet als Extra für das A5 Cabrio Aufheizschutz-Polster an.

Pigmentlack gegen die Hitze

Autofahrer sind nicht immer glücklich über den Sommer - wer hat nicht schon mal über die Affenhitze geflucht, wenn er in ein brütend heißes Auto steigen musste oder schwitzend auf einer flimmernden Autobahn im Stau feststeckte?

Autos heizen sich in der Sonne enorm auf, und wenn nicht eine Klimaanlage für Kühlung sorgt, wird es für die Insassen schnell ungemütlich.

Dabei versuchen die Hersteller mit einigen Tricks, die Hitze gar nicht erst hineinzulassen: Zwei Ansätze sind Wärmeschutzglas und Polster mit Spezialbeschichtung. Anders als oft vermutet, hat die Farbe des Lacks auf die Innenraumtemperatur jedoch keinen nennenswerten Einfluss.

Denn die Temperaturunterschiede im Innenraum sind laut Dekra bei identischen Fahrzeugen mit unterschiedlicher Lackierung „nur marginal“. Der wesentliche Anteil der Wärmestrahlung gelange über die Fensterflächen hinein. Ein Auto heizt sich nicht über den Lack auf, sondern über das Glas. Es ist ein Märchen, dass schwarze Autos im Sommer wärmer sind als weiße.

Allerdings sind die Glasflächen bei modernen Autos immer größer geworden. Abhilfe schafft da eine Wärmeschutzverglasung. Sie besteht in der Regel aus einer dünnen Metallfolie im Glas , welche die wärmende Infrarotstrahlung des Sonnenlichts reflektiert. Der Vorteil: Die Wärmestrahlung wird schon in der Scheibe zurückgeworfen und gelangt gar nicht erst in den Innenraum.

Bei einem in der Sonne geparkten Auto ist hier die Temperatur im Bereich der Kopfstütze um fünf Grad niedriger, Lenkrad und Armaturenbrett um elf Grad kühler als bei einem Fahrzeug ohne Wärmeschutzverglasung.

Die Zeit, um eine komfortable Innenraumtemperatur zu erreichen, verringert sich um ein Drittel. Bei dunkel getöntem Glas, das oft für die hinteren Scheiben verwendet wird, gelangen 52 bis 66 Prozent der Wärme nicht ins Fahrzeug.

Aus diesen Gründen greifen die Hersteller oft auch zu Wärmeschutzglas, wenn eine Klimaanlage an Bord ist: Diese muss dann weniger Arbeit leisten, was den Spritverbrauch schont, und kann so insgesamt kleiner ausgelegt werden.

Gebraucht gekaufte Autos, die kein Wärmeschutzglas besitzen, können mit innen an den hinteren Scheiben anzubringenden Schutzfolien nachgerüstet werden. Wichtig ist hierbei nur, dass die Fabrikate zugelassen und somit verkehrssicher sind. Sie reflektieren die Wärmestrahlung zwar nicht so gut wie Spezialglas, bringen aber immerhin eine Verbesserung gegenüber Standardglas.

Weil sich auch ein offen in der Sonne geparktes Auto stark aufheizt, hat sich Audi etwa darüber hinaus Gedanken zum Wärmeschutz von Cabriofahrern gemacht. Das Prinzip bei den für das A5 und S5 Cabrio als Sonderausstattung bestellbaren Aufheizschutz-Polstern ist mit dem der Wärmeschutzverglasung vergleichbar: Die Polsteroberfläche erhält eine Lackschicht, der besondere Pigmente zugesetzt sind. Diese haben eine wärmereflektierende Wirkung - bei schwarzen Sitzen lässt sich die Wärmeabstrahlung um bis zu 20 Prozent verringern. Die Oberflächentemperatur sinkt nach Audi- Angaben um bis zu 20 Grad.

osw.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Mit leerem Tank gestrandet: Gelten Bußgelder auch bei E-Autos?
Auf der Autobahn mit leerem Tank stehen zu bleiben, kann mit Bußgeldern bestraft werden. Doch gilt das auch bei E-Autos mit aufgebrauchtem Akku?
Mit leerem Tank gestrandet: Gelten Bußgelder auch bei E-Autos?
Tesla: Ist der Zeitplan für den neuen Autopiloten in Gefahr?
Der Elektro-Autohersteller Tesla arbeitet auf Hochtouren an seinem neuen Autopiloten. Laut Zeitplan soll dieser Ende 2017 getestet werden.
Tesla: Ist der Zeitplan für den neuen Autopiloten in Gefahr?
Zuerst zeigt Autofahrer den Stinkefinger – dann passiert das
Einen Parkplatz blockieren? Dafür hatte ein Berliner Autofahrer kein Verständnis und zeigte prompt den Stinkefinger - was danach passierte, werden Sie nicht glauben.
Zuerst zeigt Autofahrer den Stinkefinger – dann passiert das
Freisprecher: Oft große Unterschiede bei Sprachqualität
Beim Autofahren das Handy am Ohr? Das ist gefährlich und deshalb verboten. Wer trotzdem im Auto telefonieren will, greift zu Freisprech-Geräten. Doch die sind längst …
Freisprecher: Oft große Unterschiede bei Sprachqualität

Kommentare