Platz auf dem Sofa

- Der Nachfolger des Hexagon steht vor uns: der Piaggio X8, den wir in der 200-ccm-Version fahren. Der Erbe des legendären Sofa-Rollers. Denn der neue Italiener verspricht mindestens so guten Fahrkomfort und eine ähnliche Ladekapazität wie der damals erste Maxi-Scooter von Piaggio.

<P>Natürlich eleganter, natürlich technisch auf aktuellem Stand. Der Einzylinder-Viertaktmotor stammt aus dem Konzernregal. Im X8 leistet er 20 PS (14 kW) und muss ein 166 kg schweres Zweirad auf Trab bringen. Das tut er spontan und mit dem nötigen Durchzug (16 Nm max. Drehmoment), um im Stadtverkehr beim Ampelstart sofort die vierrädrige Meute hinter sich zu lassen. </P><P>Auch außerorts hat der X8 genug Reserven und schwimmt locker im Verkehr mit. Selbst auf die Autobahn kann man sich mit dem maximal 120 km/h schnellen Piaggio-Roller wagen, auch wenn dies eine reine Vollgas-Fahrt wird und ihm an Steigungen ein bisserl die Puste ausgeht. </P><P>Schön, dass der Motor sehr vibrationsarm arbeitet und auch Griffe und Spiegel selbst bei hohen Drehzahlen Ruhe bewahren. Überhaupt wird der Piaggio-Roller seinem Komfort-Anspruch in so ziemlich allen Lebenslagen gerecht. Das beginnt bei der Sitzposition (große Fahrer bemängeln allerdings die zu hohen Trittbretter), geht über das in-formative, vollständige und übersichtliche Cockpit bis hin zur Kapazität des Laderaumes, der 56 Liter Gepäck schluckt, das bis zu 80 Zentimeter lang sein darf. Wahlweise passen auch zwei Integralhelme ins pfiffig gestaltete Fach unter der Sitzbank, das auch über die Heckklappe beladen werden kann. </P><P>Bei der Fahrt gibt sich der Piaggio erfreulich unaufgeregt. Er lässt sich souverän durch Kurven dirigieren und überrascht nicht durch unerwartete Reaktionen. Statt dessen bleibt er stets berechenbar und neutral, vermittelt ein sicheres Gefühl. Zwar muss der X8 200 auf ein Kombi-Bremssystem verzichten, er kommt aber auch so souverän zum Stillstand. Dass der Hauptständer sehr weit hinten angebracht ist, lassen wir als gewöhnungsbedürftig durchgehen. Dass aber die Plastikteile der Verkleidung recht ungenau zusammengefügt sind, ist bei einem Preis von 3950 Euro nicht gerechtfertigt. </P><P>Als Verbrauch ermittelten wir 4,1 l Super auf 100 km und waren froh, dass mit dem 12,5-l-Tank große Reichweiten möglich sind - der viel zu enge Einfüllstutzten macht jeden Sprit-Stopp zu einer kleckernden Angelegenheit. Dennoch: Der Piaggio X8 200 macht als Komfort-Roller viel Spaß, ist alltagstauglich konstruiert und vom Preis her durchaus konkurrenzfähig. </P>

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