Power made in Japan

München - Die Sportler aus Fernost schwächeln gerade etwas: PSstarke Coupés und Cabriolets aus Japan haben es seit einiger Zeit nicht nur auf ihrem Heimatmarkt schwer. Das zweisitzige Cabrio Honda S 2000 ist genau so in die Jahre gekommen, wie der Mazda RX-8 und auch der über 300 PS starke Nissan 350Z läuft nicht mehr so gut wie einst.

Doch Abhilfe naht: Die Nippon-Marken bereiten gerade eine echte Sportwagen-Offensive vor. So war der über dem 350Z angesiedelte Nissan GT-R einer der absoluten Stars auf der Tokyo Motor Show. Ein 3,8-Liter- Twinturbo-Sechszyinder sorgt hier für den Vortrieb und entwickelt satte 480 PS. Das Drehmomentmaximum von satten 588 Nm liegt zwischen 3200 und 5200 U/min permanent an.

Herausragende technische Leistung bei diesem Fahrzeug ist jedoch der Antriebsstrang, denn er ist nach dem heute selten gewordenen Transaxle-Prinzip aufgebaut. Während der Motor vorne blubbert, befindet sich das Getriebe hinten - was in der Regel für eine optimale Gewichtsverteilung sorgt. Zudem ist ein Allradantrieb serienmäßig verbaut. Geradezu sensationell dürfte der Einstandspreis ausfallen - man spricht für Deutschland von rund 70 000 Euro. Das wäre deutlich billiger als jeder adäquate Porsche.

Nissan plant dabei vorsichtig mit einer monatlichen Produktion von 200 Einheiten. Eine Stufe tiefer tritt der Lexus IS-F als Hochleistungsversion der Mittelklasselimousine IS gegen den BMW M3 und den Mercedes C63 AMG an. Sein schon aus dem Oberklasseauto Lexus LS bekannter 5,0-Liter-V8-Benziner bringt es auf 423 PS und ein Drehmoment von bis zu 505 Nm bei 5200 U/min. Ein besonderer technischer Leckerbissen soll darüberhinaus eine extrem schnell arbeitende Achtgang-Automatik sein. Der ISF ist ab Dezember in Japan und im nächsten Jahr auch bei uns im Angebot.

Mitsubishi und Subaru bieten ebenfalls neue Varianten ihrer eher robust-rauhen Straßensportler Lancer Evolution und Legacy STi an. Beide basieren auf den neuen Kompakt-Limousinen der Japaner. Der Mitsubishi Evo X soll rund 280 PS auf die Straße bringen, während die sportlichste Version des Legacy aus seinem 2,0-Liter-Turbo sogar 300 PS schöpft. Die Preise werden bei knapp über 40 000 Euro liegen und wären damit immer noch in einem vergleichsweise attraktiven Bereich. Marktstart ist Anfang 2008. Während alle diese Sportler schon in den nächsten Monaten zu den Händlern kommen, ist die Premiere für einen weiteren sportlichen Japaner noch nicht ganz gesichert.

Der auf der Tokio-Messe stehende Honda CR-Z könnte für eine Wiederauferstehung des legendären CRX sorgen. Natürlich in einem zeitgemäßen Kleid und mit modernster Technologie. Die Studie ist als Hybrid-Fahrzeug ausgelegt. Nimmt man den Namen des CR-Z wörtlich - er steht für "Compact Renaissance Zero" - dürfte aber dem bisher noch nicht definierten Marktstart nichts im Wege stehen. Mit Toyota bzw. Lexus, Nissan, Mitsubishi, Honda und Subaru haben sich fast alle großen japanischen Hersteller dem Thema "Sport" neu verschrieben.

Zum Teil ganz klassisch mit starken Motoren und unbändiger Leistung, zum Teil auch in Kombination mit ökologischen Aspekten. Die Offensive zeigt aber vor allem, dass man sich von der japanischen Öko-Welle im Bereich der Klein- und Kompaktwagen nicht täuschen lassen sollte. Zwar spielen diese eine zunehmend wichtigere Rolle, aber so ganz kampflos will man die imageträchtige Sportwagennische den Europäern und speziell den deutschen Herstellern denn doch nicht überlassen.

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