Prima Klima: Der Wohlfühlfaktor stellt hohe Anforderungen für die Autobauer

München - Ob im arktischen Winter oder unter der Sonne des Südens - unsereins will sich ja in seinem Wagen bei jeder Temperatur wohlfühlen. Damit wir aber auch bei tiefen Minus- oder hohen Plusgraden komfortabel ans Ziel kommen, muss eine ausgeklügelte Heiz-, Kühl- und Lüftungstechnik für angenehmes Klima sorgen.

Den richtigen Wohlfühlfaktor zu bestimmen, ist jedoch überhaupt nicht einfach: Die Entwickler müssen dabei mit Design, Technik und der Psychologie jonglieren. Wobei die wichtigsten Funktionen der Klimasteuerung für den Autofahrer im Verborgenen liegen. Gemeint sind damit Klimakompressor, Wärmetauscher und Verdampfer im Motorraum sowie die Steuerung und die Gebläse in den Tiefen des Armaturenbretts.

Doch schon die Ausströmer als einzig sichtbares Merkmal werden heftig diskutiert. Die Entwickler brauchen sie, um die Luft möglichst fein dosiert und zielgerichtet im Fahrzeug zu verteilen. Aber den Designern sind sie ein Dorn im Auge. Deshalb sind auf den jüngsten Automessen immer wieder Konzeptfahrzeuge zu sehen, bei denen alternative Lösungen ausprobiert wurden.

Beim Audi Cross Coupé quattro zum Beispiel gibt es statt der üblichen Lüfterdüsen eine mit rund 4500 Löchern perforierte Verkleidung des Cockpits, durch die Luft unsichtbar und zugfrei in den Innenraum geblasen wird. Und beim BMW Concept CS dienen Fugen zwischen den Zierleisten als Ersatz für die bislang üblichen Ausströmer. Während die Designer nach einer möglichst unauffälligen Lösung suchen, rückt für die Techniker zusehends der Energieaufwand in den Blickpunkt. So kann auch die Klimasteuerung kann beim Sparen helfen.

Denn je mehr Frischluft man in das System bringt und sie kühlen oder aufheizen will, desto mehr Energie wird benötigt. Sparpotenzial gibt es bei der Umluftklappe: Hier spart man mit jedem Liter bereits temperierter Luft Sprit. Deshalb muss die Klimasteuerung den richtigen Kompromiss zwischen Frisch- und Umluft finden, ohne dass es im Innenraum zu Komforteinbußen kommt. Dabei könnte ein neuer Sensor von Bosch helfen: Der Climate Control Sensor (CCS) misst den CO2-Gehalt der Invonnenraumluft und erlaubt eine erweiterte Regelung der Klimaanlage. Bei gleichem Klimakomfort soll das zu geringerem Kraftstoffverbrauch führen.

Bei Versuchen in Südeuropa haben die Entwickler einen Verbrauchsvorteil von bis zu zehn Prozent ermittelt. Dabei ist die Klimaanlage mehr als nur ein Komfortelement. Dank ihrer Hilfe behält man einen klaren Kopf, fährt stressfreier und ist länger fit. Obwohl auch die Zugfreiheit bei den Entwicklungsvorgaben ganz oben steht, kollidiert sie immer wieder mit den Vorgaben aus dem Design.

Denn je kleiner die Öffnung, desto stärker muss man die Luft hindurchpressen, um davon genügend in den Innenraum zu bekommen. Die Folge sind ein spürbarer Luftzug und hörbare Gebläsegeräusche. Ganz zugfrei darf die Luftzufuhr aber nun auch wieder nicht sein. Das hat dann mit der Psychologie und den Erwartungen des Kunden zu tun - wenn der nämlich keinen Luftzug spürt und kein Gebläse hört, fehlt ihm oft das Vertrauen in die Klimatisierung.

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