PS-Boom und Ideen-Klau

- Auf dem wachstumsstärksten Automarkt der Welt heißt es klotzen und nicht kleckern. Deshalb ziehen derzeit die deutschen Autobauer auf der Messe Auto China in Peking alle Register, um die Aufmerksamkeit der chinesischen Medien und Kunden auf sich zu lenken. Audi präsentiert die schon vom Brandenburger Tor bekannte Riesenskulptur des neuen Audi TT, DaimlerChrysler-Chef Dieter Zetsche half auf der Bühne galant der bekannten chinesischen Operndiva Wang Xia aus dem Fond des eben vorgestellten Maybach, die denn zum Entzücken des Publikums auch sogleich eine Arie schmetterte.

Auto China hat inzwischen den Status einer A-Messe wie die Autoschauen in Detroit, Frankfurt, Genf, Paris oder Tokio. Zwar werden in Peking noch deutlich weniger für den Weltmarkt wichtige Modelle präsentiert. Doch die inzwischen von den meisten Fachleuten bestätigte Prognose, China werde bereits 2007 zweitgrößter Automarkt der Welt, unterstreicht eindrucksvoll die Bedeutung der Auto China für die Branche.

Dröhnende Lautsprecher ersetzen derzeit noch die Atmosphäre und den Glamour der traditionellen Messen. Die Ausstellungsstücke.Ausstellungsstücke sind meist brav nebeneinander aufgereiht, Studien findet der Besucher selten. Ein Highlight bietet hier VW mit dem Showcar Neeza, das im Designcenter Shanghai "in China für China" entstanden ist. Das fünfsitzige Crossover- Modell, eine Mischung aus Coupé, Offroader und Kombi, entwickelt Elemente der VWFormensprache weiter.

Bei dem Allroundtalent verzichteten die Gestalter auf eine B-Säule, die Türen öffnen gegenläufig. Weltpremiere auf dem VW-Stand haben zudem der Magotan als eine speziell auf den chinesischen Markt abgestimmte Passat- Version und der Bora HS, eine Hatchback-Variante. Audi hat den neuen Super-Sportler R8 in die Halle gerollt. Zudem feiert das Audi TT Coupé sein Fernost- Debüt. Skoda enthüllt den vorn mit zwei roten Standarten geschmückten Octavia, dessen Produktion nun in China anläuft. BMW offeriert der neuen wohlhabenden Schicht und den Staatsfunktionären die neuen Langversionen vom Fünfer und Siebener.

Bei Mercedes- Benz finden sich neben einem Teilnehmer der Paris-Peking-Tour der E-Klasse die AMG-Versionen der S-Klasse und der Maybach 62 S. DieLangversion der Chauffeurslimousine für die Staatsführung misst 6,20 Meter und wiegt rund 2,9 Tonnen; der V12 leistet 612 PS.Auf der Messe tummeln sich insgesamt 61 Marken, darunter auch die großen auf dem chinesischen Markt. Hinter dem Marktführer VW mit einem Anteil von 15,4 Prozent rangieren im China Mainland Honda mit 7,4 Prozent Marktanteil und GM/Buick mit 7, 3 Prozent. Es folgen Hyundai mit sieben Prozentund Toyota mit 6,3 Prozent. Auch hier zeigen die Chinesen wieder hemmungslosen Ideen- Klau: So trägt etwa das BYD-Cabriocoupé F8 die nahezu unveränderte Frontpartie der Mercedes C-Klasse.

Der von Great Wall Motors präsentierte Peri geht als Kopie des Fiat Panda durch, und den Florid des gleichen Unternehmens kann man leicht mit dem Toyota Yaris verwechseln. Und im neuen Flaggschiff der Edelmarke "Rote Fahne" finden sich viele Zitate von BMW und Bentley, während der Ssangyong Chairman den Spuren der alten S- und E-Klasse folgt.

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