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Autor Stefan Dorner bei einer Testfahrt im Gelände.

Range Rover Evoque

Große Tour mit dem kleinen Lord

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Von der Größe her möchte man auf den ersten Blick meinen: Dieser Range Rover Evoque passt fast in den Kofferraum des wuchtigen, „normalen“ Range Rovers.

Doch bei unserem Test offenbart der kleine Lord aus Großbritannien dann schnell, dass er weit davon entfernt ist, nur der kleine Bruder zu sein. Er führt sein eigenständiges Leben – sowohl auf und abseits des Asphalts.

Die Armaturen im Cockpit des kleinen SUV aus Großbritannien: Gut lesbar, unaufgeregt klar und hochwertig.

Neun-Gang-Automatik! Die kurzen Übersetzungen sorgen dafür, dass der Range Rover Evoque trotz seines hohen Gewichts von fast 1,7 Tonnen zügig auf Touren kommt. Er beschleunigt aus dem Stand solide und zieht ab Tempo 60 so richtig ab, auf der Autobahn nähert er sich der 200-Marke. Das muss auch reichen, schließlich haben wir ja ein Fahrzeug im Testeinsatz, das sich an der Schwellengrenze vom klassischen Geländewagen zu den modischen Crossover-SUV (allen voran dem größenmäßig vergleichbaren VW Tiguan) bewegt. Der Evoque ist kein Rennwagen und zeigt tatsächlich erst abseits des Asphalts, was noch alles in ihm steckt: Vier verschiedene Geländegang-Versionen von Sand bis Eis lassen sich per Knopfdruck einstellen. Das Fahrwerk passt sich dementsprechend an. So meistert man Steigungen und Schräglagen, die es dem Fahrer mulmig werden lassen, dem Evoque allerdings keinerlei Probleme bereiten. Doch wie so oft mit Autos dieser Art: Sie können viel, doch will man es ihnen im Alltag tatsächlich zumuten? Ja! Der kleine Range Rover zeigt bei jedem Offroad-Ausflug, dass er für sämtliche Schandtaten – bis hin zum Waten durch 70 Zentimeter tiefes Wasser – bereit ist. Er fordert eigentlich nur eine anschließende Fahrt in die Waschanlage.

Wieder sauber ist der Evoque ein absoluter Hingucker: Stylisher Kühlergrill und leicht nach hinten abfallende Karosserie erwecken einen bissigen Eindruck. Und im Innenraum überzeugt er mit britischer Wertarbeit. Mit dem Multifunktionslenkrad sind alle wichtigen Befehle an der Hand, der Drehknopf in der Mittelkonsole wird zur Kommandobrücke für den Antrieb. Die erhöhte Sitzposition sorgt für ein überlegenes Fahrgefühl.

Nur bedingt familientauglich: Stauraum ist knapp.

Eine richtige Familienkutsche wird aus dem nur 4,35 Meter langen Range Rover Evoque dennoch nicht: Dafür ist die Beinfreiheit auf den hinteren Plätzen zu knapp, und vor allem der Kofferraum mit einem Volumen von 420 Litern ist definitiv zu klein für den großen Ausritt mit Kind, Kegel und Kinderwagen.
Den Evoque gibt’s mittlerweile neben dem Fünftürer auch als Coupé. So vielfältig die Modelle des Bestsellers aus dem zu Jaguar gehörenden Hause Land Rover sind, so differenziert ist auch der Preis: Das bereits gut ausgestattete Einstiegsmodell liegt bei 33.500 Euro, der teuerste Evoque mit 240 PS kostet 61 850 Euro.

Unser Testmodell lag von seiner Ausstattung, Leistung und vom Preis her mittendrin – und hat insgesamt vollends überzeugt. Die Erfolgsgeschichte des kleinen Lords dürfte mit dem für diesen Monat angekündigten facegelifteten Modell (erhältlich ab August) weitergehen.

Stefan Dorner 

Range Rover Evoque SD4
Leistung: 190 PS 190 PS
Höchstgeschw. 195 km/h
0 auf 100 km/h 8,5 Sek,
Hubraum: 2179 ccm
max. Drehmoment: 420 Nm bei 1750 U/min
Verbrauch Drittelmix 6,0 l/100 km (Hersteller)
7,2,l/100 km (Test)
Kofferraumvolumen 420 bis 1445 l
Basispreis ab 33.500 Euro (mit 6-Gang-Frontantrieb)

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