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Illegales Campen auf dem Rastplatz: Zwar dürfen Reisemobilfahrer auf solchen Plätzen übernachten, um für die Weiterfahrt fit zu werden - die Campingstühle auszupacken, ist jedoch verboten.

Rasten oder campen?

Urlaub mit einem Reisemobil hat im Vergleich zur herkömmlichen Ferienreise einige Vorteile. Einer besteht darin, unterwegs überall haltmachen zu können, eine Weile vor Ort zu bleiben und wenn es nicht mehr gefällt, mit allen Siebensachen weiterzufahren.

Doch ganz so einfach ist es dann doch nicht: Denn nicht jeder Ort ist als Stellplatz erlaubt. Ob sie ihr Fahrzeug irgendwo abstellen dürfen, hängt zum Beispiel davon ab, ob Reisemobilisten lediglich rasten oder bereits campen.

In Deutschland dürfen Reisemobilfahrer wie auch Camper, die mit einem Caravan- Gespann unterwegs sind, auf Rast- und Parkplätzen zur Übernachtung stehenbleiben - aber ohne Camping-Aktivitäten zu entfalten. Das heißt, es dürfen weder Vorzelte aufgebaut, Markisen ausgefahren noch Liegestühle oder Grills herausgeholt werden. Ein Caravan muss außerdem ans Zugfahrzeug angekuppelt bleiben.

In der Regel wird dafür ein Zeitraum von bis zu zehn Stunden angenommen. Wer länger stehenbleibt, riskiert einen Platzverweis und ein Bußgeld wegen „wilden Campens“. Denn rechtlich ist das eine nicht genehmigte Sondernutzung des Park- oder Rastplatzes „zu Wohnzwecken“, die als Ordnungswidrigkeit eingestuft wird. Diese Regelung gilt auch für das Campen am Straßenrand.

Reisemobilisten können neben ausgewiesenen Campingplätzen auch öffentliche oder private Reisemobil-Stellplätze ansteuern, für die zum Teil allerdings Nutzungsgebühren anfallen. Sie sind meist durch ein Parkplatzschild mit dem Zusatzzeichen „Wohnmobil“ gekennzeichnet. Auch hier ist es verboten, Vorzelte aufzubauen. Zu beachten ist außerdem, dass der Aufenthalt meist auf wenige Tage beschränkt und Dauercampen somit tabu ist. Die maximale Verweildauer gilt es im Einzelfall vor Ort zu erfragen.

Im Ausland gelten ähnliche Regelungen. Wildes Campen ist häufig verboten, wer auf Nummer sicher gehen will, steuert ausgewiesene Campingplätze an. Nur in Österreich, Italien und Spanien ist eine einmalige Übernachtung im Wohnmobil oder Wohnwagen am Straßenrand oder auf einem öffentlichen Parkplatz erlaubt - allerdings mit regionalen Einschränkungen. In Griechenland, Kroatien, Portugal, Tschechien und Ungarn ist das Übernachten außerhalb von Campingplätzen grundsätzlich verboten.

Daneben gibt es ein weiteres Problem: Wegen der Umweltzonen gelten für rund 220 000 meist ältere Fahrzeuge - mehr als die Hälfte des Bestands - in Deutschland ganze Städte samt Umland als Sperrgebiet. Auch Camping- und Stellplätze innerhalb dieser Zonen dürfen also nicht angesteuert werden.

Allerdings findet bei einigen Kommunen inzwischen ein Umdenken statt. So haben Hannover, Bremen und Oberhausen Ausnahmeregelungen erlassen. Sie erlaubten den ausgesperrten Wohnmobilen die Zufahrt zu den innerstädtischen Stellplätzen.

Um vor Ort unliebsame Überraschungen zu vermeiden, sollte man sich vor Antritt der Reise über geeignete Stell- oder Campingplätze entlang der geplanten Route informieren. Tipps gibt es bei Camping- und Automobilclubs sowie den Fremdenverkehrsämtern der Ferienregionen.

osw.

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