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Pro Minute kracht es etwa vier bis fünf Mal auf deutschen Straßen. Im Jahr 2014 nahm die Polizei rund 2,4 Millionen Unfälle auf. Oft kommt es danach zum Streit zwischen den Beteiligten. Hier hilft eine Verkehrsrechtsschutzversicherung.

 Stiftung Warentest

Verkehrsrechtsschutz: Welcher Tarif lohnt sich 

Eine Versicherung für Verkehrsrechtsschutz trägt nach einem Unfall im Straßenverkehr die Kosten eines Rechtsstreits. „Finanztest“ hat über 100 Tarife unter die Lupe genommen.

Eine Verkehrsrechtsschutzversicherungen trägt nach einem Unfall die Kosten eines Rechtsstreits. Die Police hilft Autofahrern genauso wie Radlern und Fußgängern. „Finanztest“ hat über 100 Tarife unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: Gute Angebote für Familien gibt es bereits ab 65 Euro im Jahr.

Die Bremse knarzt, die Reifen quietschen, es kracht – pro Minute etwa vier bis fünf Mal auf deutschen Straßen. Der Streit danach kann teuer werden. Im Vorteil ist, wer eine Verkehrsrechtsschutzversicherung hat. Sie übernimmt die Kosten des Rechtsstreits. Für ihre Oktober-Ausgabe hat die Zeitschrift „Finanztest“ 106 Tarife von 27 Rechtsschutzversicherern und drei Verkehrsklubs getestet. Das Ergebnis ist erfreulich: 16 Tarife sind sehr gut, 74 sind gut. Auch die guten Tarife sind empfehlenswert und teilweise deutlich günstiger als die sehr guten.

Schutz passend zur Lebenssituation

Geprüft hat „Finanztest“ Tarife für Familien mit einem Fahrzeug, für Familien mit mehreren Fahrzeugen und für Alleinstehende mit und ohne Fahrzeug. Gute Angebote für Familien gibt es schon ab rund 65 Euro ohne Selbstbehalt – etwa von der WGV und der wgv-himmelblau. Besonders günstig für Alleinstehende mit einem Fahrzeug ist der gute Tarif der wgv-himmelblau für 44 Euro bei 150 Euro Selbstbehalt.

Die Regulierung eines Unfallschadens ist keine reine Formsache. Der Verursacher muss den Schaden zwar nicht selbst bezahlen, wenn er haftpflichtversichert ist. Dafür kommt seine Haftpflichtversicherung auf. Will sie aber nicht zahlen, kommt es zum Streit zwischen ungleichen Gegnern: dem Geschädigten und dem Versicherungsunternehmen. Mitunter lehnt es die gegnerische Versicherung ab, den Schaden vollständig zu regulieren, und zahlt erst, nachdem der Anwalt Klage einreicht. Von Anwälten wird das Phänomen Klagepoker genannt. Es ist ein Spiel, auf das sich der Geschädigte vielleicht gar nicht erst einlässt, wenn er keine Rechtsschutzversicherung hat. Denn wer verliert, bleibt nicht nur auf seinem Schaden sitzen, sondern zahlt auch noch die Kosten des Rechtsstreits: den eigenen und den gegnerischen Anwalt und die Kosten für Gericht und Gutachten.

Was die Versicherung zahlt

  • Anwalt und Gerichtskosten: Mit Verkehrsrechtsschutz geht der Versicherte kein Risiko ein, wenn der Streit vor Gericht landet: Die Versicherung kommt für den eigenen und den gegnerischen Anwalt auf, trägt die Kosten für Gericht und Gutachten. Aber auch, wenn der Fall außergerichtlich mithilfe eines Anwalts geklärt wird, übernimmt der Versicherer die Kosten.
  • Streit bei Autokauf und Reparaturen: Üblicherweise trägt die Versicherung die Kosten für Fälle, in denen der Geschädigte Schadenersatz oder Schmerzensgeld fordert. Viele Tarife bieten darüber hinaus Schutz beim Rechtsstreit rund um den Autokauf oder mit der Werkstatt. Im Juristendeutsch heißt das „Rechtsschutz in Vertrags- und Sachenrecht“. Auch bei Ärger mit der Leasingfirma oder vertraglichen Querelen mit dem Mietwagenverleih springen Versicherungen dann ein.
  • Verteidigung nach Verkehrsdelikten: Ebenfalls erfasst sind die Kosten für einen Anwalt, wenn der Versicherte zu schnell unterwegs war oder wegen einer Straftat angeklagt wurde – etwa bei fahrlässiger Körperverletzung. Eine gute Verteidigung ist vor allem dann wichtig, wenn der Versicherte um seinen Führerschein fürchten muss und etwa aus beruflichen Gründen nicht auf die Fahrerlaubnis verzichten kann.
  • Schutz für Radfahrer und Fußgänger: Eine Police schützt auch, wenn der Versicherte zur Arbeit radelt, joggt, zu Fuß einkauft oder mit dem Bus zum Theater fährt. Viele Tarife setzen zwar voraus, dass er ein Fahrzeug besitzt, das auf ihn zugelassen ist. Aber auch Personen, die kein Fahrzeug haben, können sich versichern lassen.

Sorglos mit Familienschutz

Die Tarife für Familien und Alleinstehende unterscheiden sich vor allem darin, wer mitversichert ist, zum Beispiel Lebenspartner und Kinder. Geschützt sind die Mitversicherten als Insassen im Auto, aber auch wenn sie zu Fuß, mit dem Rad oder Bus unterwegs sind. Bei den Familientarifen bieten viele Versicherer Rechtsschutz für volljährige Kinder auch dann, wenn sie das eigene oder ein fremdes Fahrzeug fahren.

Mit Jahresbeiträgen deutlich unter 100 Euro ist Verkehrsrechtsschutz viel günstiger als Rechtsschutz, der für Privat-, Berufs-, Miet- und Verkehrsrecht gilt und pro Jahr ein paar hundert Euro kostet. Wer so viel nicht braucht und sparen will, ist mit der kleinen Lösung gut bedient.

mm

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