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Renault Captur: Im Inneren herrschen Platz und Flexibilität.

Renault Captur: Ein Hoch der kunterbunten Vielfalt

Natürlich macht der Renault Captur irgendwie einen auf SUV: Bodenfreiheit (hier 17 Zentimeter) ist halt auch bei den Kleinen in. Aber er hat keinen Allradantrieb.

Deswegen soll er auch laut Hersteller nur ein „urbaner Crossover“ sein. Aber eigentlich ist der Captur der moderne Urenkel des guten alten R4 oder ein Clio im munteren Gewand. In jedem Fall entpuppt er sich im Test als passabler Kleinwagen, der von jedem und für jeden ein bissel was bietet. Was für die Familie (Platz, Komfort und funktionale Details), was für den Fahrer (schickes Design und grad genug Fahrspaß) und vor allem was für den Geldbeutel (einen erfreulichen Basispreis von unter 16 000 Euro). Passt schon.

Draußen wie drinnen haben Re­naults Designer hier mal so richtig voll in die Farbpalette greifen dürfen. Der Käufer kann wählen und sich bunte Ostereiervielfalt gönnen: zig mögliche Lackierungen und die passende Komplementärfarbe auf dem Dach mit „Strippings“. Dazu wuchtig-abgesetzte schwarze Leisten außen für Outdoor-Anmutung und im Cockpit farbenprächtige Kunststoff-Kombis plus Klavierlack und Chrom um die Konsole. Weiter geht’s mit Zierstreifen auf den Armlehnen und eine indirekt beleuchtete Mittelkonsole. Zahllose Extras machen den Fünftürer zum persönlichen Tippschein beim Individualisierungslotto. Das alles ist munter anzusehen und gewürzt mit ein paar pfiffigen Details: etwa dem riesigen Handschuhfach „Easy Life“ (elf Liter) und der Superidee, die Sitzbezüge mit Reißverschlüssen zu versehen. Runter mit dem verdreckten Überzug und rein in die Waschmaschine – morgen ist er wieder aprilfrisch! Hier haben die Franzosen gezeigt, wie funktional man beim (Familien-)Komfort denken kann.

Der Franzose überzeugte Autor Oliver Menner durch Fahrspaß, fairen Preis und seine Individualisierungsmöglichkeiten.

Denn dass der 4,12 Meter lange Captur durchaus ein Familienauto ist, zeigt er nicht nur mit guten Raumverhältnissen: Vorne ist alles paletti, die Rückbank bietet reichlich Platz für kleine Passagiere und kann für große Gäste sogar um 16 Zentimeter nach hinten verschoben werden. Der Kofferraum geht mit 455 Litern in diesem Segment auch in Ordnung. Dazu ist er innerorts wendig und lässt sich mit seinen 4,12 Metern in beinahe jede Lücke hieven. Schade allerdings, dass die wuchtige C-Säule und das Heck-„Guckloch“ die Sicht nach hinten doch recht stark einengen. Positiv: Capturs große Ladeklappe mit niedriger Ladekante sowie der praktische Wendeboden. Dazu bietet er noch serienmäßig Klimaautomatik, Tempomat und Navi sowie 17-Zoller-Alufelgen. Und auch motorisch passt es: Unser 1,2-Liter-Vierzylinder (120 PS) mit Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe brachte bei 190 Nm maximalem Drehmoment eine echt flotte Leistung. In schnittigen elf Sekunden sind die 100 erreicht und bei um die 190 Spitze geht’s auch auf der Autobahn munter voran. Darüber hinaus reichende sportliche Ambitionen darf man vom Captur aber weder in der Kurve noch abseits der gespurten Loipen erwarten. Dafür hat er halt einfach zu viel (Aufbau) oben und halt nur ein bisschen mehr (Bodenfreiheit) unten. Und: Im Schnitt verbrauchte unser Testexemplar nicht unter sieben Litern, was bei einem 45-Liter-Tank doch recht häufiges Zapfen bedeutet.

Unser Fazit

Jede Menge bunte Vielfalt für Single-Individualisten und junge Familien, die auf Pepp und solide Leistung abfahren zum fairen Grundpreis (für den Dreizylinder-Einstiegsbenziner mit 82 PS) ab 15.300 Euro.

Das ist der neue Renault Captur

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Oliver Menner

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