Russland präsentiert erstes modernes Passagierflugzeug

Moskau - Russische Flugzeugbauer haben erstmals seit Ende der Sowjetunion eine Passagiermaschine nach internationalen Standards - den Superjet 100 - fertig gestellt. Der mit modernster Computertechnik ausgestattete Jet soll bis Ende 2007 erstmals abheben und von November 2008 an ausgeliefert werden.

Vizeregierungschef Sergej Iwanow präsentierte den "Hoffnungsträger der russischen Flugzeugindustrie" am Mittwoch in Komsomolsk am Amur im Fernen Osten, wie russische Nachrichtenagenturen meldeten.

"Ich habe keine Zweifel, dass der Jungfernflug noch in diesem Jahr stattfindet und die ersten sechs Maschinen 2008 an Aeroflot ausgeliefert werden", sagte Iwanow. Auch Frankreich und Italien hätten die Entwicklung des Kurz- und Mittelstreckenflugzeugs unterstützt, sagte der Chef der Herstellerfirma Suchoi, Michail Pogossjan, bei der Zeremonie.

Die wegen ihrer Kampfjets international erfolgreiche Firma hatte eigens eine Zivilsparte für die Entwicklung des Jets gegründet. Suchoi gehört zur neuen staatlichen Flugzeugbauholding UAC, mit der Russland wieder konkurrenzfähig werden will auf dem internationalen Markt.

"Das Industriedesign ist auf Weltniveau", lobte Iwanow. Bisher gebe es 73 feste Bestellungen und 39 Optionen. Langfristig sollen mehr als 1000 Maschinen des Typs abgesetzt werden. Russland hatte in den vergangenen Jahren immer nur einzelne Passagierflugzeuge verkauft. Das Flugzeug - mit je nach Ausstattung bis zu 100 Sitzen - soll den Herstellern Embraer (Brasilien) und Bombardier (Kanada) Konkurrenz machen. "Russland hat bisher keine modernen Passagierflugzeuge produziert, die internationale Standards erfüllen", sagte Iwanow. Der Jet erfülle alle Sicherheitsanforderungen. Bis 2015 will das Land mit zur Weltelite der Flugzeugbauer gehören.

Der mit modernster Computertechnik ausgestattete Jet soll bis Ende 2007 erstmals abheben und von November 2008 an ausgeliefert werden. Der Preis für eine Maschine wurde mit rund 28 Millionen Dollar (20 Mio Euro) angegeben. Zur Vermarktung und für Serviceleistungen hatten Suchoi und das italienische Unternehmen Alenia Aeronautica ein gemeinsames Unternehmen gegründet. Die italienische ItAli Airlines hatte bereits zehn Superjet 100 gekauft.

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